Zapping for Freedom #8 Samstag lacht – The survival of the funniest

Shownotes

Studiogäste: u.a. Hugo Egon Balder, Bastian Pastewka und Tommy Krappweis.

Ein Kindergeburtstag für Erwachsene? Kein Problem für das noch junge RTL - und Startschuss für die anarchische Kult-Spielshow „Alles nichts, oder“. Moderiert von dem „magersüchtigen Frettchen“ (Hugo Egon Balder) und der „kleinen fetten Schnecke“ (Hella von Sinnen) wurde die chaotische Sendung zum absoluten Kult bei jungen Zuschauer*innen und bildete die Grundlage für eine nachfolgende Comedy-Offensive der Privatsender.

Dabei wurde vor allem auch der Samstag Abend bespielt, die „heilige Kuh“ des öffentlich-rechtlichen Lagerfeuerfernsehens. Comedyformate wie „RTL Samstag Nacht“, „7 Tage- 7 Köpfe“, „Dall-As“ oder „Die Sat.1 Wochenshow“ begeisterten nicht nur junge Zuschauerschichten, sondern bildeten das erste Karrieresprungbrett für viele der heute noch bekanntesten Comedians der Bundesrepublik.

Host:

Torben Struck

Mit/Gäste:

Hugo Egon Balder

Bastian Pastewka

Tommy Krappweis

Entwickelt von:

Torben Struck

Christoph Menardi

Recording und Schnitt:

Luka Feinweber

Jakob Jarzina

Leitung Postproduktion:

Stephan Gossen

Produktionsleitung:

Melanie Graf

Produziert von:

Tommy Krappweis, Nico Krappweis und Tristan Lehmann

Gesamtleitung FYEO:

Luca Hirschfeld und Tristan Lehmann

„Zapping for Freedom“ ist ein FYEO Original von bumm film.

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Transkript anzeigen

00:00:02: Das war einfach eine geile Zeit.

00:00:04: Man musste auch kein Konzept schreiben, also das Konzept von alles nichts oder konnten wir gar nicht aufschreiben, weil wir gar keins hatten!

00:00:10: In den achtziger Jahren wurde die Fernsehlandschaft in Deutschland für immer verändert.

00:00:14: Das Privatfernsehen wurde geboren und es fiel der Startschuss für Comedy am Samstagabend.

00:00:19: Alles Nichts Oder RTL-Samstag Nacht – Die Wochenschow.

00:00:22: Und darüber sprechen wir in dieser Podcastfolge und ich freue mich auf meine Gäste Hugo Egon Balder Tommy Krabweis und Bastian Pastefka.

00:00:30: Mein Name ist Torben Strock und hier ist Zapping vor Frieden.

00:00:47: Einer der ersten Menschen, die ich damals im privaten Fernsehen gesehen habe war Hugo Egon Balder.

00:00:53: Plötzlich flimmerte da am Samstagabend eine Sendung über den Bildschirm.

00:00:56: so etwas hatte ich noch nicht gesehen.

00:00:58: Wir befinden uns immer noch Ende der achtziger Jahre Die Privatsender arbeiteten immer noch diffizitär Und der Leitsatz von RTL-Chef Helmut Thomas war Das Programm muss günstig sein und bitte in Farbe.

00:01:10: Und genau das hatten sie bei Alles Nichts Oder umgesetzt.

00:01:14: Diese Sendung war knallig bunt und dazu noch twerschig, es gab Torten – Es war ein Kindergeburtstag für Erwachsene!

00:01:34: Also man muss dazu sagen, ich muss das mal vorausschicken über all das, worüber wir jetzt reden.

00:01:42: Es war eine komplett andere Zeit.

00:01:44: Man kann diese Zeit heute nicht vergleichen – es geht nicht!

00:01:47: Das lag schon mal daran, dass es ja keine Privatsinnah gab und es gab auch – sagen wir's mal so – es gab nicht diese Tendenz, wir setzen uns mal zusammen sechs Wochen und überlegen was wir machen können und dann lassen wir es bleiben wie es heute ist.

00:02:02: So, bei mir war so.

00:02:03: Ich habe bis... ...bis... ...Ninzehnhundertneunzig habe ich Radio gemacht und es war glaube ich das Jahr achtundachtzig.

00:02:12: wir waren mit Radio Luxemburg immer bei der Funkerstellung in Berlin vertreten also mit dem Radio.

00:02:17: Wir hatten dort eine große Bühne usw.

00:02:19: Und dann kamen der damalige Unterhaltungsschiff von Radio Luxemburg Also von RTL Plus den Tome eingestellt hatte Jochen Filsa.

00:02:27: Der kam vom hessischen Rundfunk.

00:02:29: Der kam zu mir, als wir in Berlin mit dem Radio waren und sagte sag mal Hugo.

00:02:34: Könntest du dir vorstellen bei uns im Fernsehen eine Sendung zu machen die so beschissen ist dass du anschließend ne Torte in die Fresse kriegst?

00:02:43: Das war seine Worte Und da habe ich mir gedacht naja gut also...

00:02:48: Stahlvorlage!

00:02:50: Ich denke mal drüber nach und hab einen alten Freund der Geträxler angerufen mit dem ich ja schon seit zweiundachzig bei Radiluxemburg zusammengearbeitet habe, habt ihm das erzählt Und der hat dann zu mir gesagt, ja das ist eine gute Idee aber so funktioniert es nicht.

00:03:02: Das müssen wir in eine Spiele-Sendung kleiden und da sind wir zur Filse und haben gesagt, so können wir uns das vorstellen!

00:03:09: Dann hat er gesagt was heute niemand mehr sagt, ja dann mach mal!

00:03:18: Also das war damals sowieso bei Radio Luxemburg also bei RTL Plus.

00:03:23: Da wurde nicht lange erzählt.

00:03:26: Da ging man mit einer Idee zu Thomas Und dann sagte Thomas entweder, oh nee, das lassen wir.

00:03:31: Oder er sagt ja bisschen, das machen wir.

00:03:33: und dann wurde es auch gemacht und da gab's auch keine Meetings mehr.

00:03:37: Man musste doch kein Konzept schreiben also das Konzept von alles nichts oder konnten wir gar nicht aufschreiben weil wir gar keins hatten.

00:03:44: Also wir haben einfach nur gesagt Wir laden uns immer irgendein Gast ein mit dem machen wir komplette dämliche Spiele wie so ein Kindergeburtstag und dann legen war das Ganze immer so dass wir am Schluss die Torten ins Gesicht hielten.

00:03:57: Und im Laufe der Zeit, wir haben es ja fünf Jahre gemacht, gab's dann aber auch einige Damen und Herren wie zum Beispiel Harald Schmidt oder Jürgen von der Lippe die gesagt haben, nee ich möchte aber

00:04:05: nicht heute haben.

00:04:06: Ich kann mich noch erinnern dass das in den ersten beiden Sendungen die wir gemacht haben hatten wir zwei Menschen drin die wir haben wollen, die wir eingeladen haben die ohne zu zögern gesagt haben Wir kommen obwohl sie gar nicht wussten was auf sie zukommt.

00:04:20: Das war einmal Elisabeth Volkmann und Dieter Krebs.

00:04:23: Dieter Krebs war der erste der gesagt hat das mach' ich Es gab ja auch kein Buch.

00:04:33: Man hat die Leute angerufen und gesagt, wir machen hier eine Sendung, kriegen die Moderatoren Torten ins Gesicht würden sie gerne dabei sein.

00:04:41: Ja, weil die kannten sowas

00:04:42: nicht.

00:04:43: Was hat denn der Krebs gesagt?

00:04:44: Wir haben

00:04:45: sich gefreut, er fand das alles lustig und wir haben uns hinterher mit ihm unterhalten.

00:04:48: Der hat gesagt so was habe ich noch nie erlebt!

00:04:50: Aber naja es war halt einfach nur ein kleines lustiges Konzept hin und das haben man dann gemacht.

00:04:58: Es gab Sendungen an die Ich mich erinnere zum Beispiel mit Harpe Kerkeling oder mit Gerd Wespermann wo ich mir denke sie waren eigentlich froh drüber dass sie sowas mal machen konnten also dass sie mal so ein bisschen ausbrechen konnten.

00:05:09: Ja, die Leute kannten ja nichts anderes.

00:05:13: Sie kannten nur dieses öffentlich-rechtliche Monorationsgehabe... Ich meine es gab damals Sendungen mit Max Schalzer und Dagmar Berghoff.

00:05:23: jetzt nichts gegen die beiden um Gottes Willen.

00:05:25: Es war halt eine andere Zeit aber da war alles geschrieben.

00:05:32: Dann sagte Max, du siehst aber gut aus.

00:05:34: Das haben die alles auswendig gelassen.

00:05:36: Das war bei uns nicht so.

00:05:38: So hat das Gegenteil

00:05:39: oder?

00:05:39: Wir haben gar eine Stimme gemacht.

00:05:40: Also Herr Heller und ich, wir standen hinter dieser Banane, die aufging... ...und während dem Sieg lief, sagt Herr Hella was machen wir jetzt?

00:05:48: Und der Kaffee sagt ja wiss ich nicht!

00:05:50: Ich guck mal wie ihn einfach mache und man guckt mal was passiert.

00:05:53: Und so ist es, wir haben nie irgendwas abgesprochen.

00:05:56: Nie!

00:05:56: Nicht ein einziges Mal.

00:05:57: War das vielleicht genau das Konzept oder der Erfolg an der Geschichte?

00:06:00: Weil ich fand die besten Sendungen waren natürlich immer die wo ihr euch gegenseitig auf die Mütze gegeben habt und

00:06:06: richtig...

00:06:06: Das war das was am Besten ankommt.

00:06:08: Ich sag' dass magersüchtige Frettchen und die kleine dicke Schnecke, war das auch improvisiert oder ist das mal ein Satz den man sich im Vorfeld überlegt?

00:06:15: Nein, das hat sich so ergeben.

00:06:16: Das war nicht improvisiert!

00:06:17: Das Einzige was wir beschlossen haben... Also ich habe als wir angefangen haben, habe ich zu Heller gesagt... Pass mal auf Heller, lass uns mal sitzen vor der Kamera.

00:06:28: Lass uns das mal durchziehen.

00:06:30: Sagst du warum?

00:06:31: Ich sage einfach sie magersüchtiges Freitieren ist komischer.

00:06:37: also du mal weil man beleidigt niemanden wenn man ihn sieht außer außer uns, wir tun es.

00:06:44: Und das haben wir bis heute beibehalten und das ist das Einzige was für Feuer abgesprochen haben sonst nicht.

00:07:00: Ich habe schon damals auch bemerkt dass es bestimmte Shows gab die im Vergleich zu dem öffentlich-rechtlichen einfach frischer anarchischer besonderer Wirken also alles nichts oder unsere Dinge.

00:07:14: ich mir gedacht habe das ist ja interessant.

00:07:16: Was

00:07:16: war denn deine ersten Begegnung mit Alles Nichts Oder?

00:07:18: Ich hab den Fernseher eingeschaltet und hab mir gedacht, was geht hier ab?

00:07:21: Ganz einfach.

00:07:22: Und ich habe vorher etwas, das ich kannte, was ich als anarchisch bezeichnet hätte ... vielleicht Klimbim oder sowas gewesen.

00:07:30: Dann kommt plötzlich da so eine Show, die einfach mit dem Nihilismus- und der Dysfunktionalität spielt und sie sogar umarmt!

00:07:42: Das top, in dem man am Schluss ein paar Kuchen schmeißt, fand ich den Hammer.

00:07:47: Alles nichts oder war pure Anarchie am Samstagabend.

00:07:50: Und das fühlte sich für viele Zuschauer sehr frisch an!

00:07:54: Es ging um Klamauk und aber witzige Spielchen, wie Tommy Kappweis es so schön formuliert hat – Dysfunktionalität.

00:08:01: Wir reden dabei von Spielen die man sich beim dritten Bier in der Kneipe nicht besser hätte ausdenken können Perfekt ins Szene gesetzt und mittendrin heller von Sinnen.

00:08:10: Bei Heller gab's zwei Besonderheiten Zum einen wenn sie Chaka-Chaka machte worauf sie heute noch angesprochen wird Und zum anderen, wenn sie in ihren fantasievollen Kuriosen und vor allen Dingen äußerst sperrigen Kostümen das Studio betrat.

00:08:26: Wie lief das ab?

00:08:27: Also gab es da im Vorfeld ein Meeting oder hatte Sie ... bist du überrascht

00:08:30: worden?

00:08:30: Nee, das war also in den ersten zwei-, drei-, vier Sendungen war ja heller noch einigermaßen normal angezogen.

00:08:37: Richtig!

00:08:37: Und dann kam glaube ich Winigal eine Redakteur auf die Idee und sagte er, es gibt hier Kostümsschule in Köln, also eine Klasse.

00:08:45: Die haben sich bereit erklärt die würden gerne mal Kostüme für Heller machen.

00:08:49: und so fing das Ganze an.

00:08:51: Und da war ein gewisser Hasi Hartlieb den Heller heute noch hat der mittlerweile ganz viel Macht in diesen Kostüngeschichten Und der fing dann an für Heller ganz bestimmte Sachen zu kreieren.

00:09:05: Dann ging das los, dann kam sie eben mal als Krabbe und ich weiß nicht was.

00:09:13: Wir waren ja auf einer Preisfallung eingeladen in Berlin, da kam es als Brandenburger Tor.

00:09:17: Da fielst du durch keine Tür!

00:09:20: Also das war schon unfassbar und das Schöne an der Sache war ich wusste auch nicht vorher.

00:09:24: Das heißt ich habe... Ich wollte's auch nicht wissen.

00:09:28: wir haben uns da immer lange darüber unterhalten und ich hab immer gesagt ich will es nicht lasse es uns doch lass uns an sich gar nichts wissen bis auf die Spiele.

00:09:35: und ich habe Heller zum ersten Mal gesehen wenn sie kurz vor der Sendung dann hinter die Kulisse kam weil vorher war sie ja weg Er war ja erst mal in die Schminkerei, dauerte er vier Wochen und ... Und die Kostüme dauerten vier Jahre.

00:09:49: Dann kam sie raus!

00:09:50: Zum ersten Mal habe ich das Ding gesehen.

00:09:53: Meistens auch nur eine halbe Minute, weil es sofort wieder raus ging.

00:09:57: Ich hatte keine Zeit, mich vorzubereiten.

00:09:58: Deswegen war das alles, was wir dann gemacht haben, wenn Sie herauskommen.

00:10:01: Ich dachte, mein Gott, was ist denn da in Sie gekommen?

00:10:04: Das war wirklich echt, weil ich teilweise auch erschrocken.

00:10:08: Also ich fand besonders schön.

00:10:09: der High-Legendär Pirat ebenfalls schön.

00:10:12: Wikinger Schiff auch schön Indianer also die haben sich richtig jede Menge einfallen.

00:10:16: das war schon eine komische Geschichte an der ganzen Sache.

00:10:18: Heller als das Brandenburger Tor.

00:10:19: Doch, doch!

00:10:20: Das ist ein ganz berühmtes Bild.

00:10:21: Also es würde man bei Google auch, glaube ich sofort finden... Sie hatte ja einen tollen Kostüm bei denen Hazy und der hat damals ihr das BrandENburger Tor gemacht.

00:10:28: Sie guckte oben als Quadriga raus und in erbreite Basis halt noch die fünf Säulen.

00:10:32: Ich erinnere mich noch an ... Die CD ist hier mal gekommen.

00:10:34: Herzbube als Badezimmer?

00:10:36: Auch ganz toll als Badesimmer.

00:10:39: Ja sie kann heiß und kalt.

00:10:42: Das muss man übrigens sagen, dass für mich ein eindeutiger Innovations-Pluspunkt für die Privaten Weil sie haben natürlich auch einer, wie Sie selber sagt.

00:10:51: Ich kenne heller von Sinn gut deshalb darf ich so sagen eine lesbischen dicken Frau haben sie ein Forum gegeben.

00:10:56: die war laut, die war krachig und schrill Und sie hatte dann ja noch mit Weiber von Sinn und den Gesprächssendungen die sie hatten und bei RTL zwei gab es auch.

00:11:04: wenn die Putzfrau zweimal klingelt hatte sie also wirklich ein großes Feld um eben auch dieses Feld zu beackern was damals noch unter Verschluss gehalten wurde.

00:11:12: das muss man schon sagen.

00:11:16: Was war alles nichts?

00:11:17: oder jetzt eigentlich?

00:11:19: Es war eine Talkshow mit Blödel-Elementen.

00:11:21: Der prominente Gast spielte Wortspiele, Witze wurden erzählt in denen zu viele Geworte aus dem Publikum eingebaut werden mussten, herrlich sinnfrei und deshalb herrlig leicht….

00:11:30: der Gast kämpfte zungenbrechern wie zum Beispiel es klebt im Kanin Z Kartoffelpuffer Pfannenfett und ein Highlight der Sendung damals war Schwampf!

00:11:39: Das Spiel funktionierte so dass Fragen an den Gast gestellt wurden und diese auf die zweite Frage die Antwort gibt die er auf die erste hätte geben müssen Auf die dritte Frage, die Antwort der zweiten und so weiter.

00:11:49: Und niemand stand jemals bei diesem Spiel so auf dem Schlauch wie Joy Flemming.

00:11:55: Diese Szene war alles nichts oder war legendär!

00:11:58: Denn gefühlte fünf Minuten wusste Joy Fleming nicht wo oben und wo unten ist... In dem Moment, du hattest so einen Mitleid mit Joy Fleming.

00:12:06: Hast du in dem Moment selber gedacht Mensch kriegt die Frau die Kurve noch?

00:12:09: oder was macht man jetzt?

00:12:10: Nein!

00:12:11: Die Stadt hier war wirklich aufm Schlauch.

00:12:12: Nein

00:12:13: das haben wir nicht, ich glaube dass Heller das auch nicht gedacht hat.

00:12:15: Wir haben nur gedacht in dem moment Das ist ein wunderbarer Unterhaltungswert Den kosten wir jetzt mal aus So lange wie es geht Und wir haben ja auch nicht abgebrochen und wir haben immer wieder angefangen weil wir gedacht haben Dass sowas kannst Du nicht erfinden.

00:12:26: Und die war auch fix und fertig.

00:12:27: die Joy Flemming Fand das aber alles lustig.

00:12:30: Also die war jetzt nicht böse oder so was es nicht konnte, sondern... Es war einfach alles nur Schwachsinn, was für eine Triebe war.

00:12:37: Welches Spiel hast du im Liebsten gehabt?

00:12:39: Schwampf?

00:12:39: Zungenbrecher?

00:12:40: Witz mit Stürmer

00:12:41: ist sehr schön!

00:12:42: Ja ich packe mein Koffer und fäll.

00:12:45: ja blöd sind Du hast

00:12:46: immer den Kondomautomaten mit reingepackt

00:12:48: Den Kondomautomaten, richtig.

00:12:51: Dann hatten wir auch diesen Witz wo die Zuschauer uns Worte zu rufen konnten und da mussten man ein Witz einbauen was auch im Fälle schwachsind war.

00:12:59: dann hatten wir diese wunderschöne Geschichte dass jemanden mehrere Sätze wiederholen musste die sehr schwierig waren mit dem Tischtennisball im Mund.

00:13:05: Da kann ich mich an Riks Gilde erinnern wo man überhaupt kein Wort mehr verstanden hat.

00:13:11: na es waren also.

00:13:12: Wir hatten so viel Blödsinn.

00:13:14: Bekommst du die Zunbrecher von damals noch hin?

00:13:17: Der Whiskey-Mixer war unser Highlight, das war ganz ruhig.

00:13:20: Ja?

00:13:20: Im Prinzip sind das alles alte Spielchen und es war... Vor allem man musste nicht so viel erklären.

00:13:35: Die Spielregeln waren nichts oder irgendwo hat sie gegeben aber sie waren nicht wichtig.

00:13:41: Und um sie ging es auch nicht und auch nicht um Geld Sondern nur um Torten und die Frage ob diese Torten am Ende fliegen würden.

00:13:49: Wir haben es doch immer so gedreht, dass wir sie kriegen.

00:13:52: Es gab damals auch im Anfang böse Briefe.

00:13:55: Ihr schmeißt mit Essen.

00:13:56: in Afrika verhungern die Kinder, genau so war's.

00:13:59: und dann haben aber den Leuten erklärt Freunde das sind keine echten Torten Das ist geschlagenes Eiweiß.

00:14:06: Da kann man auch essen, aber es schmeckt nicht.

00:14:09: Und das wurde einfach vermischt mit Textilfarbe Also nicht mit Textilefarben, sondern mit Lebensmittelfarbe.

00:14:18: Es waren keine richtigen Tropen.

00:14:27: Du musst das so sehen, für mich war das Ganze ein ziemlich großes Chaos eine ziemlich große Anarchie.

00:14:34: aber da ich diese Anarchien ja schon seit neunzehntelneunzebzig einer Radio hatte, war es für mich nichts Neues!

00:14:40: Es war jetzt nur mit Bild.

00:14:42: und was noch hinzukam die Leute im Publikum saßen an Tischen, durften Bier trinken,

00:14:48: ohja durften

00:14:49: rauchen... Das war eine völlig andere Zeit.

00:14:52: Ist das vielleicht ein wichtiger Punkt, dass in dem Moment wenn die Leute ich sag jetzt mal ein Bierchen trinken und etwas lockerer sind, etwas gelöster sind, vielleicht rauchen dürfen.

00:15:00: Dass du auf die Art und Weise eine bessere Sendung hinbekommst mit mehr Lachern im Publikum?

00:15:04: Ich würde es anders formulieren.

00:15:06: Es war ja damals die Zeit wo alle rauchten und alle Bier tranken.

00:15:09: Richtig!

00:15:09: Das war normal!

00:15:10: Das heißt, wenn wir damals gesagt hätten im Studium ihr dürft nicht rauchen und nicht Bier trinken Hätten wir da andere Stimmung gehabt weil wir hätten den Leuten etwas verboten was nicht verboten war.

00:15:20: So, heute sieht es völlig anders aus.

00:15:22: Heute ist es völlig normal dass im Studium kein Alkohol getrunken wird und also bis auf weniger Ausnahmen Und auch nicht geraucht wird sowieso nicht Wenn man sich heute alte Folgen der NDR Talk Show anguckt zum Beispiel wenn man sich das mal anguckt Ich will's mal vorsichtig formulieren Die die Gespräche die standfanden hatten eine andere Tiefe als die Gesprächen die heute stattfinden.

00:15:48: Weil heute ist es, ich will nicht sagen nur an der Oberfläche.

00:15:52: Aber die Leute gehen nicht so aus sich raus wie damals und Ich will jetzt nicht sagen dass Alkohol jetzt wunderbar ist und das rauchen Wunder war.

00:16:01: es darum geht's nicht.

00:16:01: Es war einfach nur eine andere Zeit Und wir haben einfach dieserzeit Rechnung getragen und die leute durften halt das machen was sie sonst auch

00:16:08: immer.

00:16:16: Am sechsten november nineteenhundertdreiundneunzig gab es dann eine neue Sendung auf dem Bildschirm zu sehen Eine Sendung, die sich als Symbol der neuen Fernsehunterhaltung der Neunziger etablieren sollte RTL Samstag Nacht.

00:16:29: Also ich habe ja zweiundneinzig mit Tutti-Furti aufgehört Das lief drei Jahre und haben gesagt es reicht jetzt.

00:16:36: Und dann bin ich zu Marc Konrad gegangen unserem Programm direkt und den ich übrigens schon lange kannte seit Radio Luxemburg Zeiten kannte Bin nicht zu ihm rein hat gesagt Mark Ich hab jetzt drei Jahre Tutti Furti gemacht.

00:16:48: Ich glaube ich bin jetzt ein bisschen verbrannt.

00:16:50: Ich mache mal eine Pause.

00:16:52: und da hat Mark gesagt, du machst keine Pause.

00:16:54: Du produzierst jetzt.

00:16:55: Und ich sagte wie?

00:16:56: Was soll ich denn produzieren?

00:16:57: Er sagte kennst du Saturday Night Live?

00:16:58: Natürlich kenne ich Saturday Night live!

00:17:00: Das produzierste mir jetzt.

00:17:01: So fing das Ganze an.

00:17:03: Und Mark Kondratz sagte also was ich brauche.

00:17:05: Ich brauche erstmal fünftausend Sketcher.

00:17:07: die müsste er mir schonmal erst einmal geben damit ich schon mal lese was wir machen können.

00:17:11: Dann hat Jackie die ganzen Sketcher ein paar Autoren engagiert.

00:17:15: Wir haben Büros angemietet, haben Sketch gemacht.

00:17:19: Jackie hat Sketch gesammelt, gesammt und gesammlt.

00:17:22: Und dann sagt Jackie irgendwann zu mir, wir müssen langsam mal casten!

00:17:25: Ich bin ein absoluter Casting-Gegner.

00:17:27: Ich hasse Casting.

00:17:29: Und Mark Conrad wollte laufen.

00:17:31: wissen, haben wir das schon?

00:17:32: Ja, wir sind dran.

00:17:33: Wir hatten nichts.

00:17:35: Das war im November zweiundneunzig.

00:17:39: Und wir sollten bis Ende des Jahresband fertig haben.

00:17:42: Wir hatte nix.

00:17:43: Ich schwärzte ja, wir hatten Null Und Jackie hat immer zu mir gesagt, wir müssen irgendwie mal gebrauchen Leute.

00:17:49: Und dann klingelt bei mir das Telefon und Frank Zander ruft mich an und sagt ich lade dich ein zu meinem, wie alt ist er damals?

00:17:57: Wir waren fünfzigsten, sechzigsten Geburtstag nach Berlin.

00:18:00: da kommst du hin.

00:18:01: Da wirst du übrigens einen Typen sehen.

00:18:02: Ich habe eine Platte produziert mit einem Typen Hein mit dem dritten Bein.

00:18:06: der hat drei beine und singt.

00:18:08: also ich bin nach berlin geflogen und Dann trat hein mit den Dritten Beinen von.

00:18:11: dass war mehr Kundenon Chef.

00:18:13: Ich dachte, der Typ hatte einen Vollknall.

00:18:16: Dann bin ich zu ihm hingegangen und hab gesagt, was auf das und das habe ich vor?

00:18:20: Der hat erst gedacht, ich würde ihn für die Fotos angesehen.

00:18:22: Und dann hat er zugesagt, da hatten wir einen!

00:18:25: Dann rief mich mein Freund Jackie Drexler an, der produzierte Punktpunkt mit Mike Krüger für den NDR in Hamburg und sagt du, wir haben hier eine Zuschauerbetreuerin, die hat Schauspielerei gelernt, komm doch mal her, die könnten wir auch nehmen.

00:18:38: Da bin ich hin nach Mürkumburg geflogen Und dann trat ich Ester Schweinsgegen über, die von Herrn Drecksler vorbereitet wurde.

00:18:45: Aber er hat nicht gesagt, worum es ging und die war völlig erschrocken als sie mich sahen weil sie dachte das geht auch wieder um Tutti-Futti.

00:18:52: Dann haben wir mit ihr geredet.

00:18:53: da hatten wir schon zwei.

00:18:55: so.

00:18:56: dann produzierte Jackie wieder in Hamburg in Köln was und sagte du musst mal kommen.

00:19:02: Ich habe einen Typen engagiert der macht bei Premiere etwas der erzählt was über Garagentore.

00:19:07: Ich sag ja prima bin ich dahin gefahren?

00:19:09: Das war ein Boning Der völlig gaga war.

00:19:13: Den haben wir auch engagiert.

00:19:14: und Boning sagte, kann ich noch einen Freund mitbringen?

00:19:16: Und wir sagten ja bringe ein Freund nicht!

00:19:17: Dann kam der mit Olli Dietrichs.

00:19:20: So das ist alles durch Zufall entstanden.

00:19:23: Und dann kam unser Regisseur der Gericiske und sagt er ist alles schön und gut, aber es wäre schön wenn wir zumindest mal einen Schauspieler dabei hätten.

00:19:32: Der was...der kann so.

00:19:34: Dann kam Herr Jürgens an und erzählte uns tot ernst eine halbe Stunde warum man nicht komisch ist.

00:19:40: Und als er damit fertig war, haben wir zu ihm gesagt, Stefan genau so.

00:19:44: Genau so musst du es machen.

00:19:46: und dann blieb der ... Dann kam Garret noch mit Tanja Schumann an, mit der immer was inszeniert hat.

00:19:52: Wir brauchen eine zweite Frau, die kann das so!

00:19:54: So war das alles und das ging ziemlich schnell.

00:19:57: Das war alles ein riesengroßer Zufall.

00:20:10: Damit wäre das Team fast komplett gewesen aber einer fehlte noch?

00:20:14: Ja, wir haben ... nach zwei Jahren war das ... Wir haben uns mit Mankondon unterhalten und haben gesagt, an sich würden wir gerne aufstocken.

00:20:23: Wir bräuchten noch ein.

00:20:25: Uns fehlt noch eine Farbe.

00:20:26: Wir brauchten auch so einen völlig durchgedrehten.

00:20:28: Und Marc sagt ja mach doch einfach.

00:20:31: Ja wie sieht's aus?

00:20:32: Haben wir das Geld dafür?

00:20:32: Ja klar!

00:20:34: Und dann haben wir unser Redaktionsleiter.

00:20:38: Christoph Wittig hat dann Annonsen aufgegeben, Ausgeschrieben usw.

00:20:42: Das kamen wahnsinnig viele Angebote.

00:20:44: Videos wurden geschickt

00:20:45: usw.,

00:20:47: vorher ausgesucht, weil wir haben zu Christoph gesagt.

00:20:50: Wir schauen uns keine viertausend Videos an.

00:20:52: Sucht ihr mal aus und die besten fünfzig gucken uns mal an?

00:20:55: Und dann haben wir uns die angeguckt.

00:20:56: und da war einer dabei.

00:20:58: Der war im Hanserland in der Ostsee Da war der viel der aus dem vierten Stock und lauter so Sachen also machte so Stanz.

00:21:08: und Dann habe ich gesagt das ist dass sowas fehlt uns das braucht man.

00:21:12: der scheint ziemlich bekloppt zu sein.

00:21:14: Das war Tommy.

00:21:14: mit Tommy hab ich mich getroffen.

00:21:16: Da haben wir einen Interconti noch in Hamburg, was ja heute nicht mehr gibt.

00:21:20: Dann kam Tommy an und ... hab gesagt, Tag!

00:21:24: Tag?

00:21:24: Und dann komm mal.

00:21:27: Und Tomy sagt wie, dann komm' mal.

00:21:29: Ich sag, komm, wir wollen

00:21:30: dich.".

00:21:31: Aber er war völlig fassungslos, dann kam Tommy.

00:21:33: Ich weiß aber, dass als ich das erste Mal RTL Samstag Nacht gesehen habe brach sich eine Mischung aus Freude, Begeisterung und

00:21:43: unbremsbare

00:21:45: Night-Bahn.

00:21:46: Ich dachte, nein!

00:21:47: Die machen das!

00:21:48: Oh Gott ich will da hin!

00:21:50: Und

00:21:50: den ersten Sketch, den Tommy spielte in dem Spiel der Anna Unterhose es war ein Sketch mit Mike Hansen Olli als Mike Hanson die treten einen Pornofilm Und ausschließlich in Tommy Satz scheiße ausgerechnet.

00:21:59: Jetzt gucken alle zu, weil meine erste Sendung ... Meine Eltern gucken so, jetzt muss ich diese Kacke hier machen und so.

00:22:05: Aber er musste es halt halt machen!

00:22:07: Ursprünglich war geplant, dass meine allererste Nummer eine Slapstick-Extravaganzer sein sollte.

00:22:12: von wegen... Und hier ist unser Neuer.

00:22:13: dann geht hinten die Tür auf also die Deko fährt weg, mir geht hinten der Tür auf Ich komme reingerannt verhäder mich in einen Leiterrennen mit der Leiterin irgendwelche bla bla bla verwickel mich dann in Kabeln fall zusammen mit dem Kameramann und so weiter.

00:22:27: Was ist

00:22:29: das,

00:22:30: was ich konnte auch präsentiert hätte?

00:22:32: Hugo hat mir etwas erzählt von einem Sketch mit einer Unterhose.

00:22:34: Und Gottes Willen!

00:22:35: Ja du kommst nicht drumrum... Neee!

00:22:39: Es begab sich zu einer Zeit da all das Volk sich zählen lassen sollte und es hieß meine Eltern also alle Nachbarn in diesem Wohnblock die alle Familienmitglieder alle würden jetzt sich quasi vor dem Fernsehbildschirm versammeln und zum ersten Mal Tommy Krabbe weiß bei RTL Samstag nachgucken.

00:22:58: Genau das war auch die Woche, wo der Hugu sagte... Brüller!

00:23:01: Ich hab eine übe Idee.

00:23:02: Pass auf!

00:23:03: Wir machen ein Sketch-Pornodreh und der Olli Dietrich ist Regisseur Und Kampferheiß und Tanja ihr seid so das Paar.

00:23:16: Wir sollten also rammeln.

00:23:17: Die Idee war, dass ich immer wieder reinkomme und dann mit der Tanja bevor es ans Schnackseln geht reden möchte der ... Olli Dietrich dann immer wieder sagt, Alter!

00:23:33: Du sollst die

00:23:33: Junge einfach knattern nicht labern.

00:23:36: So...

00:23:38: Und

00:23:39: das war eigentlich im Wesentlichen dieser Sketch aber im wesentlichem Bestands nur daraus, dass es halt immer wieder selbe ist und ich immer wieder reinkomme und immer wieder mal ein Bademantel ausziehe und darunter einen Tiger-Tangertrage.

00:23:49: Das war so ultra-preinig.

00:23:52: Es waren mir so unfassbar unangenehm.

00:23:54: Und das wars das Erste was die Leute Meine Familie, alle Verwandten, alle Nachbarn von mir gesehen haben.

00:24:00: Dass ich im peinlichen Tiger-Tanga irgendwie rauskomme und dann anfange mit Tanja Schumann über Schweden zu sprechen ...

00:24:09: Wir haben deine Eltern drauf reagiert?

00:24:11: Und die Nachbaren?

00:24:11: Mein Vater hat das mitten Morgen genommen, meine Mutter war's glaub ich ein bisschen peinlich.

00:24:16: Ähm... Meine damalige Beziehung fand bald ja Ende!

00:24:20: Und äh ... Das war alles irgendwie ... Ich habe mich an den Moment zurück erinnert, wo ich vor dem Fernseher sah und mir gedacht hab oh Gott das würde ich so gerne machen.

00:24:37: Definitiv!

00:24:39: Und es war schon ein Gefühl von Hurra aber gleichzeitig auch ein unfassbarer Druck Ein ehrsinniger Leistungsdruck der dazu geführt hat dass ich kaum schlafen konnte in den ersten Wochen um Monaten Der wiederum dazu führte dass der Hugo mir irgendwann in meiner Verzweiflung oder seiner Verzwaiflung weil ich halt so drüber war oder drunter, mir dann irgendwelche Schlafpillen in die Hand gedrückt hat.

00:25:02: Aus die es aus Amerika mitgebracht hat, wo er gesagt hat nehm das mal!

00:25:04: Weil so können wir dich gar nicht einsetzen.

00:25:06: Ich war eh bei den... Wir haben ja immer Sachen vorproduziert während der Woche und ein paar Sachen live gespielt.

00:25:12: Und ich weiß noch, es gab einmal eine Vorproduktion Da sollte ich einen blinden Polizisten spielen Der sagt gehen Sie weiter, gibt es nichts zu sehen?

00:25:21: Wir verstehen den Gag.

00:25:22: Ja Und ich hab so oft Bei dem Sketch Versagt, richtig im richtigen Winkel auf die Kamera zuzugehen.

00:25:30: Dass man einen blinden Stock nicht sieht und so weiter... ...dass der Regisseur Gericiski irgendwann zu mir kam und gesagt hat, krap weiß!

00:25:35: Wenn ich erfahre dass das hier Verstehen Sie Spaß ist und du mich gerade verarscht,

00:25:39: mach' ich dir die Hölle heiß!

00:25:42: So schlimm war

00:25:42: ich!".

00:25:45: Das Vorbild kam wieder mal aus den USA Und es nach wie vor eine der bekanntesten Comedy Shows des Senders NBC Saturday Night Live Eine feste Institution seit Aus der Showgrößen hervorgegangen sind wie Bill Murray, Dan Ackroyd oder Ben Stiller.

00:26:01: In der ersten Besprechung bei RTL Samstag Nacht sagte Produzent Jackie Drexler zum Ensemble, wir geben uns alle Mühe!

00:26:08: Ihr wollt es?

00:26:09: Wir wollen es und das Schönste für uns wäre wenn ihr in ein paar Jahren so bekannt seid in Deutschland dass ihr alles andere machen

00:26:16: könnt.".

00:26:17: Und die Besetzung damals?

00:26:18: Wiegald Bohning, Esther Schweins, Olli Dietrich Stephan Jürgens, Tanja Schumann Mörkononschef und Tommy Krabbweis.

00:26:26: Es hat sich natürlich mit Laufer der Zeit entwickelt.

00:26:28: Als die Jungs und Mädels neu waren, gab es nur ganz wenige Ansätze von den Einzelnen was zu machen.

00:26:34: Wiegert hat zum Beispiel von Anfang gesagt ich würde gerne dämliche Umfragen machen.

00:26:37: das haben wir gemacht.

00:26:38: Olli hatte noch ein paar alte Dinger von früher, die er machen wollte.

00:26:43: Die haben wir auch gemacht.

00:26:44: Aber bei den anderen, da kam natürlich nichts von ihnen.

00:26:47: Weil die auch sowas noch nie gemacht hatten.

00:26:48: Da hatten wir also Autoren.

00:26:49: Am Anfang war es fünf dann waren's zehn zum Schluss waren's dreißig.

00:26:52: Es wurde zugeliefert.

00:26:53: Wir haben Sketche eingekauft aus Amerika und England.

00:26:58: Das hat sich dann im Laufe der Zeit natürlich wurde es immer professioneller, auch von den Jungs und Mädels die vor der Kamera standen.

00:27:05: Die dann auch eigene Ideen entwickelt hatten.

00:27:07: Dann kamen die Autoren und haben gesagt wir würden gerne mal was machen mit Esther und Tanja zusammen.

00:27:12: Die verkleiden wir als Nonne.

00:27:13: Machen wir mal die nonnen!

00:27:14: Dann kam Stefan und sagte dann spiele ich den Priester so.

00:27:16: Und dann haben sie das so zusammen entwickelt, auch mit den Autoren entwickelt.

00:27:21: Der Tommy hat sich wie gesagt dem Mirkel geknallt.

00:27:24: Es gab viele Sachen, die wir überhaupt nicht erfahren haben.

00:27:31: Die wir kurz vor der Sendung erfahren haben, dass dann Wiegert.

00:27:33: oder Stefan kann jetzt sagen, ich mache übrigens heute einen Stand-up und den kannten wir aber nicht.

00:27:38: Aber wir haben einfach den vertraut, du macht doch einfach!

00:27:40: So, wir haben die alle machen lassen.

00:27:51: Deine persönlichen Lieblingssketsche?

00:27:55: Jetzt wird schwierig.

00:27:57: Fahr out zwei Stühle einer Meinung...

00:28:01: Also verout hatten wir gar nichts mit zu tun.

00:28:03: Das hat Tommy mit Mirko alleine gemacht, weil Mirko so eine Frau sauber und Tomi gesagt ihm muss ich mir hochgehen.

00:28:07: Ja

00:28:08: genau!

00:28:08: Das war für den Hugo offensichtlich auch ein Motivationsgrund das ich es geschafft hatte dem Mirko vor die Kamera zu nerven.

00:28:15: Ich hatte zwei Aufgaben.

00:28:16: zum einen, die an mich selbst gestellte Aufgabe endlich mal was zum Laufen zu kriegen bei Erzählen Samstag nachts, was mir entgegen kommt wo ich nicht einfach nur irgendjemand bin, der am Schluss reinkommt und sagt er wohnt hier nicht mehr.

00:28:29: Und das andere war wie Hugo mir später erzählt hat irgendwas zu machen was Mirko motiviert.

00:28:35: Und da war immer total dankbar dass ich etwas gemacht habe womit wirklich Mircos gottgegebenes Talent so zur Geltung kommt.

00:28:42: Und es war tatsächlich so... Ich hab mir mit den Autoren oder auch alleine irgendwas ausgedacht.

00:28:46: dann gab's eine Requisitenliste.

00:28:48: Kein Text?

00:28:49: Nichts.

00:28:49: Damit bin ich zu Hugo gegangen und zu Jackie, die haben gesagt ja mach mal!

00:28:53: Und ich bekam Kamerateamen, ein Requisiteur und zwei Stunden Zeit.

00:28:57: Und natürlich ein bisschen Zeit um es zu schneiden und ein bisschen zeit zum Vertonen.

00:29:00: Dann kam ich mit dem fertigen Band am Freitag-Mittag während oder nach der Durchlaufprobe an...

00:29:08: ...und dann wurde

00:29:09: es gesendet.

00:29:12: Das, wovon Tommy Krabb weiß hier spricht ist Far Out eine der wohl bekanntesten Sketchreihen von RTL Samstag Nacht.

00:29:19: In dieser Sketchreihe ging es darum, dass extrem Trends aus den USA getestet wurden von Tommy und von Mirko alias Pain and Splatter.

00:29:28: Und bei diesen Trends die natürlich völliger Blödsinn waren und Tis gar nicht gab galt je koreoser desto besser.

00:29:37: Es gab ja viele Nummern deren ... ich sag mal Witze in den Sprachgebrauch in Deutschland übergegangen sind.

00:29:44: zum Beispiel

00:29:45: Klassisches?

00:29:46: Ja, also kindagische Advokaten zum Beispiel.

00:29:48: Darf ich sie an die B getippen und durchaus Far Out erinnere ich mich ja auch.

00:29:54: Neues vom Sport natürlich!

00:29:56: Zwei

00:29:57: Stühle eine Meinung... zwei Stühlen

00:29:58: eine meine Christiane Kacker gab es eigentlich ne Menge.

00:30:00: Karl Ranzer

00:30:02: der Tod

00:30:02: ist.

00:30:02: Ja natürlich.

00:30:04: Habt ihr das eigentlich mitbekommen damals dass diese Sachen wirklich in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sind?

00:30:08: Ja klar.

00:30:09: Also ich erinner mich noch daran Und mir denke, irgendwas ... Was hab ich denn da grade gesehen?

00:30:19: Ich hab da grad irgendwas gesehen.

00:30:21: Bin noch mal ein Meter zurückgelaufen oder zwei und gucke dann in die Auslage der Sparkasse.

00:30:26: Also so einen Schaufenster, also einen Fenster der Sparksasse.

00:30:30: Dort steht eine Werbung oder ein Plakat.

00:30:35: Darauf steht Extrem-Sparbuching!

00:30:38: Ach geil... Und wenige Wochen später laufe ich wieder durch die gleiche Straße.

00:30:44: Da war doch schon wieder irgendwas.

00:30:45: Dreh mich um und seh, dass bei McDonalds steht irgendwie so was wie extrem Burgering oder so ... Auf Wieder-so

00:30:55: eine

00:30:55: ... Anspielung auf Fallout?

00:30:56: Oder eine Benutzung dieses Irgendwas singen.

00:31:01: Es war am Übrigen eine Phase Anfang Mitte der Neunziger in der infantiler Humor der neue Zeitgeist war.

00:31:07: Und der resultierte sogar an einem Angriff auf die deutschen Charts.

00:31:10: Wiegert Bohningen und Olli Dietrich praten als die Doven bei RTL Samstag Nacht auf mit einer Reihe von Blödel-Songs und landeten nineteenhundertneunzig mit ihrem Song Mief, auf Platz eins der deutschen Charts.

00:31:22: Und das dazugehörige Album Lieder, die die Welt nicht braucht verkaufte sich über eine Million Mal!

00:31:28: Richtig große Pannen passiert?

00:31:30: Laufend.

00:31:30: Ich erinnere mich an einen Sketch, bei dem es darum ging dass nacheinander diverse Superhelden kommen weil eine alte Dame um Hilfe ruft und sie betreten alle diese Wohnung von dieser alten Dame indem Sie irgendwas kaputt machen und am Schluss sagt sie der Schlussgeg war glaube ich mein Haus soll abgerissen werden oder so ja?

00:31:50: Darum hat sie Hilfe gerufen!

00:31:52: Und ich sollte als Batman durch das Dach brechen.

00:31:54: Das war ja durchaus etwas dessen ich mächtig war, das konnte ich.

00:31:56: Also es waren zweieinhalb Meter was jetzt kein so wahnsinnig hoher Fall ist.

00:32:00: vor allem habe ich gesagt bitte stellt mir den Tisch drunter und säg den Tisch bitte auf eine bestimmte Art an damit der wenn er zusammen bricht sich ein bisschen mitdreht.

00:32:10: also das wusste ich alles wie das geht Und Es war insofern schwierig weil diese dieser Raum auch eine Styropor Decke hatte Damit das cool aussieht wenig durchbrechen Wir drehen den Take und Tommy, bitte.

00:32:24: Ich fall durch dieses Dach auf den Tisch.

00:32:27: der bricht zusammen.

00:32:27: ich stehe auf und sage was ist das Problem?

00:32:29: Ich bin Batman!

00:32:31: Und niemand reagiert.

00:32:32: und ich denke... Was haben sie denn alle?

00:32:34: Und ich guck Stefan Jürgens an und er isst bleich.

00:32:38: Und ich sag was Stefan?

00:32:40: habe ich irgendwas falsch gemacht?

00:32:42: Der deutet nur Stummen auf dem Boden wo die Reste des Tisches liegen und es stellte sich heraus dass die Requisiteure zwar den Tisch so angesägt hatten, wie ich das brauche.

00:32:54: Aber

00:32:55: weder die noch ich daran gedacht hatte, dass man die Metallschellen mit denen der Rahmen des Tisches zusammengeschraubt ist.

00:33:01: Die Metallschällen muss man natürlich entfernen!

00:33:04: Das hat uns nicht getan.

00:33:05: Darum stand eine dieser Holzrahmen jetzt aufrecht im Raum und Der war so angebrochen, dass er wirklich aussah wie eine Mischung aus Dolch und Schwert.

00:33:18: Und es stand senkrecht in die Luft... ...und ich bin wirklich

00:33:23: nur einen

00:33:23: Millimeter daneben gelandet!

00:33:26: Das heißt, wäre ich irgendwie auch nur ein Millimeter weiter rechts gelandete?

00:33:30: Oder hätte mich falsch gedreht, dann hätte mich dieses Ding komplett durchbohrt.

00:33:33: Während der Aufnahme?

00:33:34: Ja.

00:33:35: Dann hätten Sie mein Brot live gefilmt.

00:33:37: Bei dem selben Sketch fiel ein großer Styroblock, aus dem die Wände gebaut waren Ester Schweins auf den Kopf und sie musste ins Krankenhaus, weil ihr irgendwie schwindelig war oder sie irgendwelche Wirbel dislocatisiert hatte.

00:33:56: Was war dein Highlight bei RTL-Samstag Nacht?

00:33:59: Schönster Moment!

00:34:00: Also ich glaube der schönste Moment war wirklich als wir die letzte Folge Far Out gemacht haben und die hieß Extreme RTL Samstag Nachding wo Mirke und Ich alle unsere Kollegen parodiert haben.

00:34:12: Ach cool... Das war Das war, glaub ich, das Highlight.

00:34:16: Ich glaube auch ... Also wenn ich mich so erinnere, dass auch Wiegald das öfteren erwähnt hat, dass für ihn eines der Highlights war?

00:34:22: Wir haben auch Hugo und Jackie parodiert.

00:34:28: Was natürlich niemand wusste!

00:34:29: Wir haben sogar die Frau des Regisseurs, die bei der Generalprobe immer alleine im Zuschauerraum war und sehr laut gelacht hat, sogar die haben wir parodiert.

00:34:38: Ich bin mir sehr sicher, dass die Kreativität, das Zulassen von Kreativity Unter Thomas, unter Marc Konrad bei RTL und Co.

00:34:49: Definitiv ein ganz großer Faktor dafür war, warum das Programm so kreativ war!

00:34:55: Und man kann es auch dann in späteren Zeiten noch sehen als jemand wie Stefan Raab sich eine Narrenfreiheit erkämpft hatte.

00:35:02: In dem Sinne dass man gesagt hat okay ist es ne Idee vom Raab wir probieren's mal.

00:35:07: Ist...das

00:35:08: war ein ganz wichtiger und entscheidender Faktore

00:35:19: Und diese Show war mutig und waghalsig und bekloppt.

00:35:25: Ich dachte, du bist für die Sendung nicht gecastet worden also kannst du diesen Job niemals machen weil ich glaubte damals dass diese Sendung so gut ist das sie stilprägend ist und sein würde was hier auch wahr.

00:35:37: Aber ich war eben kein Teil davon, weil ich zu jung war und irgendwie in meiner WDR-Sendung sozusagen in der Jugendschiene auf einem ganz anderen Planeten unterwegs war.

00:35:45: Und ich dachte okay wenn es diese Sendung die ich da im WDR machte nicht mehr gebe muss sich einen normalen Beruf erlernen, weil Samstag Nacht gibt's ja schon!

00:35:53: Das ist kein Scherz.

00:35:54: und jetzt auch nicht irgendwie im Nachhinein irgendeiner Art von Verklärung oder spaßiger Übertreibung sondern bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass es möglicherweise noch eine vergleichbare Sendung wie diese einmal geben würde wo ich das Glück hätte mitspielen zu dürfen.

00:36:08: Und das war's!

00:36:09: Das muss man sagen... Die Wochenshow war nach Samstag Nacht und das war eben der Versuch von Sat.Eins also dem direkten Konkurrenzsender von RTL damals etwas Ähnliches zu etablieren wie RTL ist mit Samstag nacht gemacht

00:36:21: hat.

00:36:31: Die Wochenschow orientierte sich am englischen Format Not The Nine O'Clock News, die bereits in den Achtzigerjahren das Vorbild zur Rudis Tagesschau in der ARD gewesen war.

00:36:40: Comedy-News sind heute fester Bestandteil im Programm vieler Sender aber damals galt das Format in Deutschland noch als frisch und unverbraucht

00:36:48: Und hier spielte Ingolf Lück den Anchorman, der an einem Newstish war und es wurde dann in irgendwelche Sketches so hin und her geschaltet.

00:36:55: Es gab auch noch sogenannte Unterschnittsscherze mit Also mit richtig existierendem Nachrichtenmaterial, wo die Schauspieler und Komiker gegen geschossen wurden.

00:37:04: So dass es eine neue Gesamthandlung gab, voraus sich der Witz ergabt.

00:37:07: Das war so ein technischer Schnickschnack!

00:37:09: Und im Sommer neunzig haben die Macher sich entschieden, das diese Sendung doch ganz gut sei – die Wochenschow?

00:37:14: – und sie würden die jetzt regelmäßig ins Programm nehmen.

00:37:16: Dann gab's einen Casting-Aufruf und ein alter Freund von mir, der Produzent dieser Sendung hat mich gefragt ob ich an diesem Casting teilnehmen möchte weil er hatte mich auf der Bühne gesehen Und dann habe ich gesagt, das würde ich gerne ausprobieren.

00:37:26: Dann bin ich da hin und bekam woher per Fax ... Das war ein Fax, bekam mich ein paar Sketche und diese Sketche hab' ich dann auswendig gelernt und hab sie im Casting gespielt mit zwei Frauen jeweils.

00:37:37: Es war immer ein Sketch für einen Mann und zwei Frauen weil sie suchten auch noch eine weitere Frau.

00:37:42: Und dann hab ich dieses Casting gemacht und nie wieder was gehört.

00:37:44: Und irgendwann einen Monat später mein Freund angerufen hat gesagt Das ist ja kein Problem, ihr könnt mir sagen wenn das nichts war aber sagt mir doch wenig Bescheid weil ich muss jetzt irgendwie weiterplanen wie es weitergeht hab dann noch so gelogen.

00:37:56: Weil ich habe ja so viele Angebote, ich hatte natürlich keins!

00:37:59: Ich habe gerade erzählt dass mein Jugend-Sendung da fast abbrach und dann sagte der zu mir wir würden dich gerne für eine Sendung testen Und dann durfte ich tatsächlich mit Anke Engelke und Karin Frisike und Ingolf Lück ein paar Sketch drehen an einem Drehtag und so wuchs sich so langsam aber sicher dann doch in diese Sendungwochenschow hinein Und irgendwann wurde im ... ich glaube, im Jahr siebenundneunzig wurde dann entschlossen.

00:38:21: Jetzt wird die Sendung eine Stunde lang und da hieß es dann Bastian Dugäste zum festen Cast, dich nehmen wir jetzt mit!

00:38:26: Dann waren's sozusagen wir vier Anke Engelke, Marco Riemer in Göffelkundig.

00:38:39: Deine persönliche Lieblingsreihe von der Wochenschau?

00:38:43: Sketch-Reihe?

00:38:44: Ja ja, da gab es so wahnsinnig viele.

00:38:46: Ich ähnere mich

00:38:47: ... Kann ich

00:38:47: meinen?

00:38:48: Also z.B.

00:38:49: Hardware-Experte Frank fand ich genial von GagaTV.

00:38:52: Richtig, mein Gott!

00:38:53: Persönlich

00:38:54: genial fand ich.

00:38:55: vierundzwanzig Sekunden die Reportagen.

00:38:56: Ja?

00:38:57: Ja, also sehr schöne Geschichte.

00:38:58: Bastelai mit Clemens Frey?

00:39:00: Das

00:39:00: sind Sachen, die ich ewig nicht mehr gehört habe und daran kann ich mich tatsächlich nicht mehr erinnern.

00:39:04: Aber klar, vierundzwanzigkundige Reportage war ich auch mit beidem.

00:39:07: Passiert hatten wir noch, das war so eine Rubrik wo wir versucht haben irgendwie sowas wie RTL explosiv nachzumachen, wo ja immer alles ein Riesen-Sensationen war.

00:39:16: Wie habt ihr euch dann darauf vorbereitet?

00:39:17: Also hast du im Vorfeld die ganzen Serien

00:39:20: usw.,

00:39:20: die ihr parodiert hattest?

00:39:21: Hast Du dir alle angeguckt?

00:39:24: Das Tolle war, dass die Autoren sehr durchlässig waren und sich immer freuten, wenn wir Kasper auch eine Idee mitbrachten.

00:39:30: Nicht immer aber meistens!

00:39:32: Und wir waren alle Fernsehenderz also wir saßen ja in den Autorenstuben auch herum und unsere Garderoben waren nebenan und wir sahen halt irgendwie sinnlose Sendungen wie am Nachmittag diese Schreitalk-Shows mit Berbelschäfer und Jörg Pilaver und Sonja Zidlo, die das damals bei RTL und SattEins machten.

00:39:49: Wir sahen am Abend diesen Journalismus von Olaf Kracht und Ulrich Meyer die sich damals also waren, der heiße Stuhl oder dann auch später Akte.

00:39:57: Irgendwas, wo Akte fünfundneunzig, wo Ulrich Meyer immer noch am Anfang so kritisch über so eine Skyline guckte und sich dann in die Kamera drehte und sagte Guten Abend!

00:40:06: Man dachte man hat schon was falsch gemacht ja?

00:40:07: Und das war natürlich alles wunderbare Rampen um es zu parodieren.

00:40:11: Auch natürlich das Boulevard-Fernsehen.

00:40:12: Also Anke machte damals die Moderatorin von Leute heute Nina Ruge sehr gut nach und sowas.

00:40:19: Wir waren keine News Comedy Show wir waren auch keine Satire Show.

00:40:22: Wir werden zum Beispiel heute ganz oft mit der Heute-Show verglichen.

00:40:24: Heute ist eine, finde ich, ganz andere und natürlich auch viel konsequenterer und auch bessere Sendung als unsere weil wir waren damals... Wir hatten zwar auch so ein Newsdeck also mit Ingolf Lück in den Mitte aber er war letztlich ein sitzender Showmaster Und er sagte, nun schalte ich rüber zum Sketch und dann kam was, was ich?

00:40:39: fünf Minuten Parodie auf Gerichtsshow.

00:40:41: Dann schalt ich da rüber zu Anke Engelke.

00:40:43: die machte dann fünf Minuten als Ricky, machte sie dann Viva.

00:40:46: Oh schön!

00:40:46: Ricky's Pop-Sofa ja!

00:40:48: Rickys Pop Sofa war dann sozusagen fünf Minuten Viva, dann machten wir etwas was ich wie du eben schon sagst.

00:40:51: Fünf Minuten Giga also dieses neue Computerfernsehen was ich damals gab.

00:40:56: Und dann kam halt irgendwann die Erotik-Sendung und da durfte ich dann ran mit dieser komischen Preskurschneiderfigur.

00:41:00: Wie

00:41:00: hast du dich denn auf das Ding bitte vorbereitet?

00:41:02: Wir haben natürlich geguckt, dass RTL II damals wie wer bumsenbußenballermann war.

00:41:10: mal eins was ich mir gemerkt habe.

00:41:12: Und sexy Hexen in St.

00:41:14: Petersburg und was der alles liebte... Wir waren ja wirklich Schichtarbeiter.

00:41:25: Am Montag hatten wir frei, am Dienstag hatte ich immer Anke Engelke Tag weil Anke und ich treten immer Dienstags zusammen in zwanzig Sketche die dann für den nächsten zwanzige Folgen sozusagen im Archiv blieben.

00:41:34: Am Mittwoch waren dann Ingolf und Marco dran.

00:41:36: In der Zeit haben Anke unsere Live-Sketche für die Sendung gemacht Dann kamen Ingolf und Marco wieder dazu.

00:41:42: Und am Freitagabend haben wir die Sketch alle geprobt, gelesen, die wir dann am Samstag aufgezeichnet und ausgestrahlt haben.

00:41:49: Wir waren ein gutes Ensemble und ich glaube das war unsere Stärke!

00:41:51: Und wir spielten alle in unseren Rubriken immer miteinander.

00:41:54: Also jeder von uns war mal auf dem Sex-TV-Sofa... ...und jeder von usw.

00:41:57: Rikki's Pop-Sofa und so.

00:41:58: Also wir spilten uns gegenseitig zu.

00:42:00: Du warst bei Ricky, glaub' ich, hautkartnerin?

00:42:02: Hautkartei

00:42:02: und Sebastian Krumby gingen von den Prinzen.

00:42:04: Das waren die einzigen beiden Figuren, die ich konnte.

00:42:07: Dein

00:42:07: Highlight?!

00:42:08: Ich hatte mal irgendwann ein Sketch mit Annette Frier.

00:42:12: Das war, als Anke Engelke die Woche schon verlassen hat und Annette Frier dazukam.

00:42:15: Und wir machten eine Velvet Millionaires-Parodie!

00:42:18: Die lief darüber hinaus – darauf hinaus dass die Kandidatin dem Moderator der Günther Jauchsen bisschen ähnlich war also ich – immer wieder das Wortabschnitt weil sie einfach alle Antworten wusste.

00:42:29: Der Moderator wurde immer kleiner obwohl es zur Millionenfrage ging.

00:42:33: wusste sie auch das?

00:42:36: Also ich erinnere mich daran, dass dieser Sketch wirklich gesegelt ist.

00:42:39: Es gibt Sketche die funktionieren und du arbeitest hart daran und du merkst auch wie das Publikum lacht.

00:42:43: Das war vor Live-Publikum aber der Sketch war so, dass der von selber lief.

00:42:48: kleine Blicke waren plötzlich ein... also wirklich ein kleiner Blick hat eine Kaskade von Lachern ausgelöst.

00:42:57: Eben nicht die große Geste, genau eben nicht so.

00:42:59: dieses hallo ich bin komisch lacht jetzt über mich.

00:43:03: eben nicht dieses hey ich hab einen wahnsinnig tollen ausgefuchsten Gag über unseren Bundeskanzler Helmut Kohl sondern ich habe einen kleinen Blick der die ganze Situation auf den Kopf stellt.

00:43:12: und das war mit Annette Frier immer tolltoll zu spielen.

00:43:24: bei Samstag Nacht würde ich im Nachhinein sagen dass sie also Nicht immer, wo sieben Komiker in einem Raum sind ist es auch ein Ensemble.

00:43:32: Das klingt jetzt sehr vermessen und ich will überhaupt keinem vor den Kofferknallen.

00:43:36: im Gegenteil!

00:43:37: Ich fand ja, dass Samstag Nacht immer die viel mutigeren und weitgehenderen Einzeltäter hatte also die schillerne Figuren.

00:43:44: bei Samstag nacht Also wie galtbohning allein, also wir reden jetzt mal nicht nur von Karriertenanzügen sondern was der in der Birne hat und was der sich in der Improvisation rausknallte.

00:43:53: Und so waren wir nie!

00:43:54: Wir waren nie so gut... also jeder einzelne von uns war nie so mutig Wie die samstag nacht.

00:43:59: dies sag ich jetzt mal.

00:44:00: aber wir waren glaube ich.. also wir waren die Steuerberater der Komik weil wir uns wahnsinnig viel ausgedacht haben und jetzt brauchen wir noch eine gute Pointe damit wir hier den ZDF auch noch einreinwirken weil das hatten wir lange nicht mehr.

00:44:11: Also wir waren immer Listen und wir waren ja immer Gerechtigkeitsfanatiker mit unserem Humor.

00:44:23: Und jetzt machen wir nur mal so ein kleines Gedankenspiel.

00:44:44: Das heißt also Anke Engelkir und Bastian waren im engeren Casting?

00:44:47: Ja,

00:44:47: ja nicht im Casting.

00:44:48: Aber wir haben darüber nachgedacht.

00:44:50: Ich dachte auch, dass wir uns mit Bastian unterhalten haben.

00:44:52: Er hat mir gesagt, nie unterhalten wir uns nicht.

00:44:54: Wir haben drüber gesprochen aber er war lieber uns im Büro.

00:44:56: Mit Anke haben wir mal geredet weil es ... Wir wollten ja auch das Team irgendwann mal gewechselt werden.

00:45:02: Die Jungs hatten ja auch irgendwas anderes zu tun.

00:45:05: Und das wäre ein bisschen schwierig, wenn Mark Conrad sagte, ist schlecht, wir haben die Werbung schon mit dem Verkauf für nächstes Jahr und so weiter.

00:45:11: Aber die hätte ich gerne gehabt!

00:45:18: Ich glaube RTL und Sat.Eins haben in den ersten Jahren mit einer Bemischung aus Pioniergeist, Ignoranz-, Frechheit- und notgedrungener Kreativität gearbeitet und daraus entstanden Dinge die anders nicht entstehen können wie sie auch schon in der Pioniertzeit des Fernsehens in Amerika entstanden sind.

00:45:45: Der Umstand, dass man einfach mal gesagt hat wir machen jetzt mal zu ganz großen Teil dafür verantwortlich ist.

00:45:54: Dass wir so viel kreative abgefahrene Formate bekommen haben und auch dafür verantwortlich ist das man Sachen ausprobiert

00:46:03: hat.".

00:46:04: Die Anfänger des Privatfernsehens in Deutschland Mitte der achtziger Jahre.

00:46:08: Wie hat RTL-Chef Helmut Thomas einmal so schön gesagt, manchmal war es nicht nur erfrischend anders.

00:46:13: Manchmal war's auch erschreckend anders!

00:46:16: Aber es war verspielt.

00:46:17: Es war anarchisch, experimentell, etwas durchgeknallt und ein paar Versuche gingen in die Lederhose.

00:46:23: Doch ab jetzt wurden mehr als nur drei Tasten auf der Fernbedienung benötigt.

00:46:27: Es begann das Zapping – Das Schalten Durch Die Kanäle Mehr Auswahl, mehr Vielfalt, mehr Freiheit Auf der Ferngedienung und in der deutschen Gesellschaft.

00:46:36: Strukturen wurden aufgebrochen Mauern geöffnet, der Zeitgeist war ein hoffnungsvoller positiver Blick in die Zukunft.

00:46:44: Und es brachte dem Fernsehen aus meiner Sicht eine Direktheit – eine erfrischende Ehrlichkeit, eine Fröhlichkeit, eine Unterhaltung im eigentlichen Sinne, die es bis dahin nicht gegeben hatte und ich glaube das war der Trick dran.

00:46:56: Pflichte ich dir absolut bei!

00:46:58: Also sowohl die Sechzehr als auch die Endeachzehr-und Neunzehrjahre waren für mich die coolste Zeit meines Lebens.

00:47:06: Ist so

00:47:17: Zapping for Freedom, ein FAYO Original.

00:47:19: Host Torbenstruck mit unseren Gästen Hugo Egonbalder, Bastian Pastefga und Tommy Krabweis.

00:47:25: Entwickelt von Torbenstruck und Christoph Minardi.

00:47:28: Rekording & Schnitt Luca Feinweber Jakob Jahrzine Leitung Postproduktion Stefan Gossen Produktionsleitung Melanie Graf Produziert von Tommy Krapweis, Nico Krabwais und Tristan Lehmann Gesamtleitung FAYHO, Luka Hirschfeldt und Tristan Lehmahn.

00:47:44: Setting for Freedom ist ein Fire-Original von Boomfilm.

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