Zapping for Freedom #3 Kaffee und Glotze - Frühstücksfernsehen
Shownotes
Studiogäste: u.a. Gaby Papenburg, Jürgen Doetz,…
Wir senden, wenn ARD und ZDF schlafen. – Am 23. September 1987 startete überraschend das Frühstücksfernsehen mit „Guten Morgen Deutschland“ auf RTL. Sehr zum Ärger von SAT.1 das seinen lange geplanten Start des „Sat.1 – Früstücksfernsehen“ groß für den 1. Oktober 1987 ankündigte. Doch beide Formate setzten sich trotz lauten Kassandrarufen der Sittenwächter erfolgreich beim Publikum durch und versetzten den etablierten öffentlich-rechtlichen Sendern eine empfindliche Schlappe im Rennen um die Gunst der Zuschauer.
Die Pionierzeit des Free-TVs: Wir werfen einen unterhaltsamen, informativen und auch leicht nostalgischen Blick hinter die Kulissen der privaten Fernsehrevolution in Deutschland. Mit dabei: Hugo Egon Balder, Bastian Pastewka, Jürgen Doetz, Lilo Wanders und viele mehr!
Host:
Torben Struck
Mit/Gäste:
Gaby Papenburg
Jürgen Doetz
Wolfgang Lanzenberger
Bastian Pastewka
Entwickelt von:
Torben Struck
Christoph Menardi
Recording und Schnitt:
Luka Feinweber
Sebastian Muxeneder
Sam Winter
Leitung Postproduktion:
Stephan Gossen
Produktionsleitung:
Melanie Graf
Produziert von:
Tommy Krappweis, Nico Krappweis und Tristan Lehmann
Gesamtleitung FYEO:
Luca Hirschfeld und Tristan Lehmann
„Zapping for Freedom“ ist ein FYEO Original von bumm film.
Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio!
Transkript anzeigen
00:00:02: Das war einfach eine geile Zeit.
00:00:03: Aber es ist tatsächlich so, im Grunde ist das Frühstücksfernsehen der Beginn des Frühstückfernsehens nichts anderes als der Beginnen des Privatfahnsinns.
00:00:11: Wir senden wenn ARD und ZDF schlafen.
00:00:15: In den achtziger Jahren wurde das Privatfernsehen in Deutschland geboren Und mit ihm das Früh- stücks Fernsehen.
00:00:20: Darüber sprechen wir in dieser Folge Mit Jürgen Dötz, Wolfgang Glanzenberger Gaby Papenburg und Bastian Pastefka.
00:00:27: Mein Name ist Thorben Strock und hier ist Zapping for Freedom Morgens halb sieben in Deutschland.
00:00:44: Totehose im TV, ein leichtes Rauschen hier und da noch unterbrochen von etwas Testbild – das war damals die Realität!
00:00:53: Doch Schritt für Schritt entwickelte sich das Fernsehen zu einem Vierundzwanzigstunden-Programm und ein wichtiger Bestandteil war das erste Frühstücksfernsehen der Achtzigerjahre.
00:01:01: Und eine Frau, die diese Neuerung mitgeprägt hat, war Gabi Papenburg, nineteen hundertvierundachtzig, noch mitten in ihrer Magisterarbeit und auf der Suche nach einem Volontariat
00:01:12: Und ich habe mich wirklich landauf, landab beworben.
00:01:14: Also bei allen Zeitungen also von den Kieler Nachrichten bis hin zur Münchner Abendzeitung und ja aber dann kam diese Zeit des Privatfernsehens.
00:01:24: und dann kam der Tipp von einem Freund von mir, der gesagt hat du da entsteht in Hamburg was ganz Neues!
00:01:30: Da machen die irgendwie Fernsehen, Privatfernesien untersuchen die Leute Geh doch mal dahin, bewirb dich doch mal da.
00:01:37: Und bin ich dahin nach Hamburg?
00:01:39: Ich wurde auch eingeladen zu einem Vorstellungsgespräch und das war für mich auf einmal so eine völlig neue Welt!
00:01:47: Weil er saß sich dann mit den Chefredakteuren – die waren schon Chefredaktöre zu dem Zeitpunkt Armin Halle und Karl-Urich Kulo – und die haben mich natürlich befragt wie was ich mir so vorstelle und was meine journalistischen Prinzipien sind und all diese ganzen Geschichten... Und am Ende des Bewerbungsgesprächs überraschten sie mich tatsächlich mit einer Kameraprobe.
00:02:09: Die haben mich dann in das provisorische Studio, was Sie da aufgebaut haben, mich da reingeschleift und haben mich hingesetzt und gesagt so okay jetzt liest doch mal ein paar Nachrichten.
00:02:18: wir wollen mal sehen wie das geht also wie du rüber kommst.
00:02:21: ja und dann dauerte es wirklich exakt vier Wochen.
00:02:25: Und dann hatte ich ohne Ankündigung, ohne irgendeinen das mich mal jemand angerufen hat oder irgendwas gesagt hat.
00:02:32: Hatte ich einen Voluntärsvertrag in der Post!
00:02:35: Ja und was war der erste Job?
00:02:37: Der erste Job war beim Chef um Dienst und letztendlich habe ich nichts anderes gemacht als die Abläufe mit ihm sozusagen ausgedruckt vervollständigt geschrieben und dann im gesamten Haus verteilt.
00:02:50: Und der hat aber auch gesagt, das ist wichtig weil du dadurch alle Abteilungen kennenlernst, alle Ressorts kennenlernen und den gesamten... Also in Grunde war das Basisarbeit für so eine Sendung.
00:02:59: Was haben denn die Eltern gesagt?
00:03:00: Das ist jetzt so ein Fernsehen oder auch Fernsehen oder sowas ähnliches wie Fernsehen?
00:03:05: Mein Vater konnte damit überhaupt nichts anfangen.
00:03:07: Mein Vater hatte ja auch mit meinem ganzen Berufswunsch nichts anfingen.
00:03:10: Der hat immer gesagt zu Journalisten, dass kam bei ihm gleich Das kam gleich wie hinter Schauspieler, das war alles blotlose Kunst gewesen.
00:03:19: Der konnte damit gar nichts anfangen.
00:03:20: und dann mit dem Arbeitgeber schon mal überhaupt nicht, weil da natürlich fragte ... Wie alle fragten, wo kann ich denn das sehen?
00:03:26: Und das konnte ja natürlich keiner sehen!
00:03:29: Also das war ja auch so.
00:03:30: das geflügelte Wortscherspiel also zu Anfang bei uns, dass wir immer gesagt haben unsere Zuschauer die können man noch mit der Hand begrüßen, also mit Handschlag begrüssen.
00:03:42: Die Redaktion von Sat.Eins befand sich damals in Hamburg und es war schon ein kleines Abenteuer den Sender überhaupt finden zu können.
00:03:49: Sat.eins saß damals an einem Bürogebäude am Mexiko-Ring eingekallt zwischen irgendwelchen Versicherungen, selbst wenn man diesen Sender hätte finden wollen wäre das wohl den wenigsten Menschen gelungen.
00:04:00: Ebenso wäre es vermessen überhaupt von Zuschauerzahlen zu sprechen denn der Anteil des Menschen die damals Sat.
00:04:06: Eins sehen konnten war verschwindend geringen Ein bunt zusammengewürfelter Haufen.
00:04:13: Ich war damals wirklich kleine Volontäre, ich verstand am Anfang der journalistischen Karriere und da muss man auch dazusagen ... Mein Bild von Journalisten war natürlich noch ein komplett anderes, weil es ja völlig gebrandet auf Zeitung oder maximal auf Rundfunk.
00:04:26: Und ich hatte definitiv überhaupt keine Ahnung was einen Fernsehjournalist zu tun hat und wie die Arbeit eines Fernsehen-Journalisten aussieht.
00:04:35: Und wenn man unsere Redaktionssitzungen damals verfolgt hätte oder hätte Mäuschen spielen können, dann hätte man sehen können.
00:04:42: Dass ich würde mal sagen so achtzig Prozent der anwesenden Redakteure hatten auch keine Ahnung, weil es war wirklich in der Tat ... Es kam ganz viele von den Printmedien.
00:04:50: Es kamen ganz viele Kollegen die hatten... Es kam ja keine Kollegen vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen!
00:04:56: Also sie haben sich das gar nicht getraut in der ersten Zeit.
00:05:00: Weil die haben gesagt wir geben doch nicht unseren gut bezahlten, sicheren Job bei der ARD oder beim NDR auf, um bei den Verrückten damit zu machen vom Privatfernsehen.
00:05:10: Deswegen hatten wir alles Kollegen aus den Printmedien kamen und für die war das im Grunde genau das Gleiche.
00:05:16: also wie auch für mich die hat noch keine Vorstellung davon Wie sieht eigentlich Fernsehjournalismus aus?
00:05:21: Und wenn diese Sendung dann stattfand und tatsächlich reibungslos über die Bühne ging Dann haben alle entsprechend auch gefeiert.
00:05:27: Also wir sind dann alle wirklich geschlossen.
00:05:29: nach der Sendung sind wir alle noch eine Kneipe mussten erstmal ein trinken
00:05:34: Aus heutiger Sicht unvorstellbar so ein bisschen.
00:05:35: Absolut,
00:05:36: absolut!
00:05:36: Also auch diese Zusammenhalt.
00:05:39: aber man kannte sich halt einfach auch.
00:05:41: Man kannte wirklich vom Tonassistenten über den Moderator bis hin zur Personalsachbearbeiterin die kannten sich alle.
00:05:49: wir kannten uns alle und wir duzten uns alle Und selbstverständlich wurde auch die Verwaltungsebene.
00:05:54: die nahmen daran auch mit Teil.
00:05:55: also wenn etwas gut war und etwas gefeiert wurde dann waren sie auch dabei.
00:06:02: Das kann ich mir heute nur gar nicht mehr vorstellen.
00:06:16: Wann durften Sie denn selber das erste Mal vor die Kamera?
00:06:19: sehr schnell für heutige Welt ist im Turbo.
00:06:22: War ja kein anderer da?
00:06:23: Ja,
00:06:23: so ungefähr!
00:06:24: Genau davon habe ich immer sehr profitiert.
00:06:26: Nein es war einfach ... die Strukturen waren absolut unkonventionell weil keiner wie gesagt konnte eine richtige Struktur vorgeben.
00:06:34: deswegen war das auch immer alles so learning by doing.
00:06:38: und da ich ja diese sagenumwobene Kameraprobe gemacht hatte bei meinem Vorstellungsgespräch Der Chefredakteur Armin Halle und Karl-Uhrich Kuhle, die hätten mich immer im Fokus.
00:06:51: Als es darum ging ... Wir machen eine Spätnachrichtensendung, noch mal so ne dritte Ausgabe.
00:06:55: Es war dann die dritte Sendung des Abends.
00:06:58: Und diese Mitternachtsausgabe, das Spielfeld für alle kommenden Moderatoren, da durfte sich jeder mal versuchen.
00:07:06: Also nach dem Motto okay, es guckt uns eh keiner.
00:07:08: Um Mitternachts schon gar nicht!
00:07:10: Können wir das mal machen?
00:07:16: Die Nachrichten um Mitternacht waren das letzte, was man von Sat.Eins am Tag damals sehen konnte.
00:07:21: Also wir halten an dieser Stelle hier noch mal fest Wir sind immer noch im Jahr fivehundert und achtzig und das bedeutet kurz nach Mitternachts ist Schluss mit Fernsehen.
00:07:30: die Technik reichte zwar für vierundzwanzig Stunden am tag die gesellschaftliche Akzeptanz aber nicht.
00:07:35: Und Jürgen Dötz war damals Geschäftsführer bei Sat.eins und hatte in dieser Hinsicht an vielen Fronten zu kämpfen.
00:07:42: Oh, das ging weiter.
00:07:43: Also wenn man sich das heute vorstellt wir haben erstens mal nicht vier und zwanzig Stunden Programm gemacht in dem ersten Jahr sondern wir schlossen brav so gegen Mitternacht kurz nach Mitternachts weil alles andere wäre ja unsüchtig gewesen.
00:08:00: Wir schlossen mit der Nationalhymne.
00:08:02: Sie müssen sich mal vorstellen privates Fernsehen schließt das Programm der national
00:08:10: War das der Senteschluss so ein Politikum damals?
00:08:14: Ja, und dann der Werbefreie Sonntag.
00:08:17: Der Werbefrei Sonntags war eine zentrale Forderung gerade aus dem Bereich der CDU die eigentliche uns gefördert haben was Regulierung betrifft überhaupt dass es Entstehungsgeschichte betriffe.
00:08:31: aber die CDU Klientel war ja eigentlich die jetzt nicht unbedingt für eine sehr lockere Programmgestaltung gestanden hat.
00:08:40: Gott sei Dank handen die dann das RTL-Programm noch nicht, dass sie in den ersten Jahren gesendet hatten.
00:08:46: Ich glaube, das hätte die ganze Entwicklung des Privatfernsehens nochmal entscheidend bremsen können.
00:08:52: Wann ging es los?
00:08:53: Dass Sie überhaupt vierundzwanzig Stunden Programm hatten, weil das war ja am Anfang überhaupt nicht der Fall!
00:08:57: Das haben wir im zweiten Jahr dann gestartet und wir haben dann so Stückchen auf Stückchen also wirklich häpschenweise versucht selbstständig zu werden erwachsen zu werden.
00:09:10: Immer gerät, wir müssen zumindest ähnliche Chancen haben mit den öffentlich-reistischen Kollegen.
00:09:16: Wir verdienen schließlich unser Geld
00:09:18: damit.".
00:09:23: Und die Möglichkeit Geld zu verdienen bedeutete, die Sendezeiten auszuweiten und damit mehr Werbefläche anzubieten.
00:09:30: Aus der Not entstand damals eine Tugend.
00:09:32: RTL und SatEins entdeckten nämlich etwas was in die Nische war, weil es das in Deutschland bis dato nicht gab – das Frühstücksfernsehen!
00:09:42: Dies brachte nicht nur höhere Werbeeinnahmen mit sich, sondern auch die etablierten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF in Bedrängnis.
00:09:49: Denn am Morgen sendeten die Privaten zunächst konkurrenzlos!
00:09:53: Und ganz vorne mit dabei Gaby Papenburg.
00:09:56: Ja, das ging so.
00:09:56: Weil ich muss ganz ehrlich sagen, dieses Format hat mich persönlich auch sehr interessiert und auch schon dann interessiert eben auch interessanterweise in dieser Arbeitszeit.
00:10:06: Ich fand es gerade für eine moderierende Mutter extrem attraktiv zu sagen, ich moderiere mehr oder weniger an der Nacht.
00:10:12: Und wenn die Sendung zu Ende ist, fahre ich nach Hause und mein Kind kriegt gar nicht mit, dass ich ihm nicht da war ungefähr.
00:10:17: Das fand
00:10:18: ich eigentlich
00:10:18: sehr schön!
00:10:19: Okay... Ich fand das als Arbeitszeit für mich sehr gut Und mich hat auch dieses Format sehr fasziniert.
00:10:26: Ich habe gesagt, ich will da unbedingt rein.
00:10:28: Stand dann aber schon relativ zeitig bei Kulo damals.
00:10:33: Der war dafür zuständig und dann stand ich schon bei ihm auf der Mathe und habe gesagt ich möchte damit machen.
00:10:39: und ich will da wieder mitarbeiten.
00:10:40: Und der sagte dann auch noch so, naja mein Gott aber du bist ja jetzt gerade erst ein Kind gekriegt.
00:10:46: die war übrigens eine der ersten Mütter in dem bei Sat.Eins.
00:10:48: das muss man auch nochmal dazu sagen weil diese ganze Konstellation Da hatte sich ein Haufen zusammengefunden.
00:10:56: Die hatten auf alles ihren Fokus, aber die wenigsten auch Familie.
00:11:01: Es waren Kollegen dabei, die hatten schon Familie und dann waren wiederum ganz viele junge Kollegen dabei.
00:11:06: Die dachten noch gar nicht an Familie.
00:11:08: Ich war mit einer Grafikerin zusammen.
00:11:12: Wir waren die beiden ersten Mütter, was auch die Chefredaktion und auch die Personalabteilung vor echte Schwierigkeiten stellte.
00:11:19: Weil sie wussten überhaupt gar nicht wie Sie damit umgehen sollten.
00:11:21: jetzt so von wegen Mutterschutz-Arbeitszeiten?
00:11:24: Wann darf man was wie wo
00:11:25: machen?".
00:11:26: Und das Frühstücksfernsehen war nämlich genau so ein Punkt.
00:11:29: eigentlich nach dem Arbeitsschutz hätte ich gar nicht arbeiten dürfen.
00:11:32: Das heißt ihr war eigentlich auch raus aus dieser Geschichte und das musste alles irgendwie geregelt werden.
00:11:37: Ich weiß noch dass ich eine Ausnahme genehmigung hatte.
00:11:41: Und dann habe ich gesagt, ja, aber ich will das unbedingt machen.
00:11:43: Da müssen wir jetzt erst mal eine Ausnahmegenehmigung uns
00:11:45: besorgen.".
00:11:45: Ich sage Ja, mach mal!
00:11:50: Die mussten das tatsächlich in Hamburg mit dem Amt für Arbeitsschutz oder wo das angesiedelt war, die mussten es klären.
00:12:07: Das Konzept in des war klar.
00:12:08: Frühstücksfernsehen ist keine deutsche Innovation und die USA England und Italien und auch Frankreich hatten längst vorgemacht wie es funktionieren konnte.
00:12:19: Das bedeutete, bei der Programmentwicklung für das Frühstücksfernsehen musste man keine Experimente eingehen.
00:12:24: Der Weg dahin!
00:12:26: Der war kurios – ein Wettrennen zwischen RTL und SattEins.
00:12:36: Der Start bei Satteins wurde als Ereignis inszeniert.
00:12:39: Der Stadetermin?
00:12:41: Der erste Oktober in den letzten Jahren war über Wochen groß angekündigt worden, inklusive großer Medienkampagnen.
00:12:48: RTL hatte den Start des eigenen Frühstücksfernsehens für den fünften Oktober, nach Sat.
00:12:54: eins und deshalb für RTL-Chef Helmut Thoma zu spät.
00:12:59: RTL setzte nun alles daran schneller zu sein als Sat.
00:13:02: Eins – das klappte!
00:13:06: Die Aktion von RTL war streng geheim.
00:13:08: Niemand durfte davon erfahren und es mündete in der Situation dass selbst die eigenen Mitarbeiter im Sender erst einen Tag vor der Sendung davon erfuhren.
00:13:16: Eine Woche vor Sat.Eins, am Dreiundzwanzigsten September neunzehnt siebenundachtzig ging RTL mit sein im Frühstücksfernsehen Guten Morgen Deutschland auf Sendung und stahl damit Sat.
00:13:25: Eins die Show.
00:13:26: Und deswegen heißt ja immer wir sind das Original.
00:13:29: Ach so
00:13:30: Ja aber da sind die gut drin bei RTL Das war schon immer so.
00:13:33: also nicht schaffen dass immer irgendwie Dinge Ich sag mal so in der Vergangenheit auch so.
00:13:39: Formate, ob das jetzt Serien sind oder andere Formate.
00:13:42: Oder Dokuformate oder eben Formate die schaffen das immer ziemlich gut dass ganz schnell auf die Beine zu stellen.
00:13:49: ich glaube die hatten uns da immer ein... Insofern sind sie uns da einmal voraus gewesen und ich denke mal das hatte extrem viel mit Helmut Thomas zu tun weil das ist ja so'n Alphatier im TV Journalismus und wenn er sich etwas den Kopf gesetzt hat zu dem Zeitpunkt Da waren die Strukturen noch andere.
00:14:07: Wenn Tomer gesagt hat, wir machen das jetzt, dann wurde es in kürzester Zeit
00:14:10: durchgezogen.".
00:14:15: Der Start von RTL.
00:14:16: Vier Kinder wünschen in vier verschiedenen Sprachen guten Morgen.
00:14:19: Geometrische Figuren fliegen durch die Gegend und formen einen Hallo!
00:14:23: Und die Themen an diesem Morgen im Jahr nineteenhunderte siebenundachzig Kohl, Mitterrand und Gorbatschow flankiert von der Rückhand von Steffi Graf Startschuss für
00:14:33: S.I.,
00:14:34: eine Woche später, am ersten Oktober, nineteenhundertsiebenundachtzig.
00:14:41: Wer werden die Kollegen von der ersten Stunde?
00:14:43: Ich glaube Wolf-Dieter Herrmann war mit dabei.
00:14:45: Wer war noch dabei?
00:14:46: Rita Werner das Wetter gemacht und ich war ja wie gesagt für den Nachrichten zuständig.
00:14:51: Ah ok!
00:14:52: Wie muss man sich in der damaligen Zeit... Wir sprechen jetzt vom Jahr neunzehnhundertsebene achtzig da das Studio vorstellen.
00:14:56: Wie sah sowas
00:14:57: aus?!
00:14:58: Es war schon noch ein bisschen sehr ... Rustikal?
00:15:02: Ja, rustikal.
00:15:03: Aber es war schon ... Ja, das war auch dieses ... Also, es war klar, dass was alles auf einer Couch stattfindet.
00:15:09: Das ist ja etwas Besonderes.
00:15:10: Sonst sitzt du am Pult entweder oder du sitzt am Pulver.
00:15:14: Es ist immer alles bürbelmäßig gewesen und eine Sendung zu
00:15:18: machen,
00:15:19: die sich sozusagen an einen Wohnzimmer anlehnt.
00:15:24: Du verhältst dich in einem Wohnzimmer anders als dich, wenn du an einem Tisch sitzt.
00:15:28: Das ist schon klar ... das war schon das Besondere an der Sache und ich glaube, dass sich ganz viele Bühnenbauer bei uns den Kopf zerbrochen haben über die Deko und über die Couchen, über die Farben und alles.
00:15:43: Also da gab es monatelange Bauten-und Umbauten.
00:15:48: Der Studio war groß, wir hatten genügend Platz.
00:15:50: Das hat sich eigentlich nie geändert.
00:15:53: Du hast immer das Gefühl gehabt, es ist ein richtig großer Raum.
00:15:55: Es ist wirklich auch analog ein großer Raum.
00:15:57: also auf keinen Fall dass wir später kamen diese sogenannten Blue Box und Greenbox Produktion die dir immer vorkaukeln, dass du in einem Universum stehst aber eigentlich stehst du nur für einer grünen oder blauen Wand.
00:16:09: Das war tatsächlich eins zu eins ein richtig großen Raum indem man sich also tatsächlich auch wohlfühlen konnte.
00:16:21: Bei Satz Eins machte man es sich gemütlich Blumen, Sofa, Couchtisch das Morgenprogramm aus dem verlängerten Wohnzimmer.
00:16:29: Das hieß aber auch, die Schonzeit war abgelaufen – Die fernsehfreien Lücken des Tages wurden langsam geschlossen und der Weg war damit frei zum vierundzwanzig Stunden Vollprogramm.
00:16:38: Das Frühstücksfernsehen an sich sollte ein Live-Magazin sein über den Daumen gepalt so zwischen sechs und neun Nachrichten sollte es geben, tagesaktuelle Reportagen Ein Programmschema dass sich erst nach und nach an den Tagesablauf des Zuschauers anpasste.
00:16:51: Diese Überlegung, dass die Leute nur eine geringe Aufmerksamkeitsspanne haben oder dass sie möglicherweise vorne am Morgen vielleicht maximal ich weiß nicht.
00:17:00: Ich glaube es sind heute irgendwie so zwanzig Minuten bewegte sich in diesem Rahmen zwischen zwanzich Minuten und dreißig Minuten, die leute tatsächlich verweilen das.
00:17:10: diese überlegungen haben damals noch in dieser Form nicht stattgefunden.
00:17:12: also da hat überhaupt keiner drüber nachgedacht als gab ja aber auch keine Erfahrungswerte weil es gab ja auch keine Rückmeldung.
00:17:18: so nach dem Motto die, die tatsächlich sich auf dieses Format eingelassen haben.
00:17:23: Die haben mit ziemlicher Sicherheit am Anfang erst mal alles durchgeguckt weil sie gesagt haben das ist ja cool.
00:17:28: jetzt gibt es hier tatsächlich um diese Uhrzeit eine Sendung und wenn ich mir das zeitlich erlauben kann dann gucke ich so lange wie ich gucke oder bis ich was weiß ich dass Haus verlassen muss.
00:17:42: zum ersten Mal drang das Medium Fernsehen in den Teil des Tages ein indem der Mensch durchgetaktet ist wie ein Uhrwerk.
00:17:49: Werfen wir also einen Blick auf die schöne Neuwelt, in die der Zuschauer leicht und gemächtlich morgen für morgen eintaucht.
00:17:57: Denn wenn um sechs Uhr bei Satz eins der Harnkräte bedeutete das Aufstehen, rasieren, Zähne putzen, duschen, Kaffeemaschine an, Katze rauslassen, Brot schmieren, Kind anziehen, schminken, Socken suchen, Katzer rein lassen, Mantel an, Schlüssel suchen!
00:18:12: Der Tagesbeginn als Erlebniskonzentrat im Dämmerzustand.
00:18:17: Das Besondere am Frühstücksfernsehen ist ja eigentlich eine Sendung wie keine andere.
00:18:20: Es hat so einen ganz besonderen... Also was unterscheidet das Frühstückfernsehen von, ich sag mal allen anderen Formaten im Fernsehen?
00:18:26: Es hat viele Live-Elemente, viele persönliche Elemente.
00:18:30: Es hat Beiträge, es hat Interviews ... Es ist die Vielzahl an Elementen, die man versucht in diese Sendung zu packen.
00:18:38: Ob man Gäste einlädt, ob gesungen wird, ob Stars dabei sind, ob es Live-Interviews sind.
00:18:44: später was ganz großartig war auch die Zeit ... In der habe ich dann auch Frühstücksfernsehen viele Jahre moderiert, war zum Beispiel das WM Hollywoodstars im Studio hatten.
00:18:54: Das muss man sich dann auch mal vorstellen.
00:18:56: also wir haben wirklich so mit Leuten wie Denzel Washington oder Medrini Selvega oder wie sie alle heißen.
00:19:04: Also, wenn die einen Film promoted haben und auf Europa Tour gegangen sind dann sind die selbstverständlich zu uns ins Frühstücksfernsehen gekommen weil die sind es gewohnt in Amerika würde kein Mensch sich darüber aufregen.
00:19:17: morgens sind alle Herrgottesfrühen ins Fernsehen zu gehen.
00:19:19: wenn ich mein Film promote gehe ich dahin egal so welche Uhrzeit.
00:19:23: deswegen haben die nie ein Problem gehabt und die hatten wir all im Studio Und das ist natürlich dann so.
00:19:28: Das sind schon so Highlights.
00:19:30: Wenn du dann sagst Ich hatte heute ein Interview mit Denzel Washington.
00:19:33: Das war irgendwie schon was, wo du sagst ja naja wann erlebt man das schon mal?
00:19:38: Und da geht man dann zu den Eltern und sagt übrigens Papa hat sich doch gelohnt.
00:19:42: Ja Mein Vater war sehr, sehr lange, sage ich mal so, sehr misstrauisch.
00:19:48: Aber er hat alles sehr genau verfolgt und ich weiß auch, dass er später dann auch gesagt hat naja Ich war ja am Anfang nicht so dafür aber ich glaube das macht sie ganz gut.
00:20:01: Und das war schon das höchste Gefühl.
00:20:14: Wir müssen über einen ganz großen Star sprechen vom Frühstücksfernsehen Super Ball Am Anfang.
00:20:20: Nicht wegzudenken aus der Sendung, oder?
00:20:22: Oh Gott!
00:20:23: Wer hat das
00:20:23: erfunden?!
00:20:25: Das weiß ich echt nicht.
00:20:27: Das weiß die wirklich nicht.
00:20:28: Ich weiß nicht wer den Superballer...wissen Sie das?
00:20:31: Nein, ich weiß es auch nicht aber das ist
00:20:32: sehr die freie Idee.
00:20:35: Aber hatte doch Kultstatus.
00:20:36: Es hatte Kultschattus und vor allen Dingen ... Ich erinnere mich, das war eine seiner Highlights auch von Wolf Dieter Herrmann.
00:20:44: Das mussten wir ja immer so zu sagen.
00:20:46: dann auch... Auch das ist die Aufgabe des Moderators gewesen.
00:20:49: Du machst auf einmal dich zum Horst?
00:20:51: Du machst da auf einmal Schnücke?
00:20:52: Du musst auf einmal irgendwelche Games oder Quizzes oder sonst was mit denen zuschauen?
00:20:57: Das hatten wir bis dahin noch alle gar nicht gemacht!
00:21:00: Und ich erinnert mich, dass das war etwas, wo da war Wolf Dietter Herrmann großartig drin.
00:21:06: Der lief da zu höchstform auf und war so richtig der große Entertainer, wie Lufan Burg irgendwie sowas in der Rechte.
00:21:15: Das war immer toll!
00:21:17: Ich hab das immer wahnsinnig gerne gesehen als ich musste das jetzt zum Glück...ich war ja nur die Assistentin wenn überhaupt weil das war wie gesagt die Aufgabe des Hauptmoderators.
00:21:26: aber ich fand es immer toll wie er das gemacht hat.
00:21:30: Das ist ein Spiel wo ich mir dachte kann man da überhaupt gewinnen?
00:21:32: Weil gefühlt.
00:21:34: Und dann war vorbei.
00:21:36: Dann gab es noch das Delay, wo die Zuschauer sich auch immer beschwert haben!
00:21:41: Das war wahrscheinlich der Trick.
00:21:42: Deshalb wurde der Jackpot auch immer größer.
00:21:44: Links, rechts
00:21:45: und vorbei.
00:21:46: Leider nicht gewonnen, sie kriegen nur zehn Euro oder zehn Mark damals.
00:22:01: Visuell hatte das Frühstücksfernsehen eh nie so sonderlich viel zu bieten.
00:22:04: Ich mein nette Deko, Blumenwase und sitzende Menschen gibt nicht wirklich viel her.
00:22:10: Als Radiosendung wäre das Frühestücksfernsein eine Option gewesen.
00:22:14: Bis zu fünf Stunden Moderationsmarathon.
00:22:18: Der Zuschauer gleitet sanft hinein, hinaus wird gekitzelt mit ein paar Infos, Tipps und Überraschungen.
00:22:24: aber stets vertraut von Montag bis Freitag die immergleiche Abwechslung Die sanfte Berieselung zwischen Dusche- und Kaffeemaschine.
00:22:32: Also viele Elemente waren tatsächlich erstmal quatschen also vieles auf der Couch.
00:22:38: Da wurde ja auch wirklich über Gott und die Welt gequatscht und jeder hat erzählt was er so alles gerade erlebt hat.
00:22:43: Es ging in erster Linie ganz häufig darum, Strecke zu machen.
00:22:46: Denn ich meine es ist ja auch alles eine Kostenfrage.
00:22:49: wenn wir Bilder produzieren wollen und Berichte machen wollen dann kostet das Geld.
00:22:54: Wenn wir, wenn wir haben am Anfang ja sogar in den ersten Jahren auch ganz viele Videos gezeigt hier von von Stars und so weiter und sofort, das haben wir dann irgendwann gelassen weil es kostet wahnsinnig viel Geld!
00:23:05: Wir mussten unheimlich viel Gehmer gebühren dafür bezahlen und was weiß ich?
00:23:09: Also es hat irrefige kostet.
00:23:11: Das heißt also es wurde immer darauf geachtet, wir müssten immer etwas machen, was möglichst wenig Geld kostet.
00:23:16: Und dann haben wir angefangen, Aktionen zu machen.
00:23:18: Dann wurde darüber überlegt jetzt machen wir kochen wir im Frühstücksfernsehen.
00:23:23: Jetzt machen wir eine andere Rubrik jetzt so Heimwerkern oder Basteln oder sonst was also alles das was sozusagen die Moderatoren selber machen konnten quasi und was kein Geld kostete.
00:23:33: Das waren so die Elemente, die dann auch viel Strecke gemacht haben.
00:23:36: Gerade
00:23:37: am Anfang war es in Deutschland also noch bevor MTV nach Deutschland kamen das eben Musikvideos gezeigt worden sind.
00:23:42: ich habe mir Palter Aufnahmen angeschaut.
00:23:44: Rubik gab's noch ja auch sehr schön immer Horoscope natürlich nicht wegzudenken beim Frühstücksfernsehen und natürlich ganz viel Wetter ne?
00:23:52: Ja
00:23:52: immer Wetter.
00:23:53: Wetter wurde ganz aber Wetter ist tatsächlich das merke ich heute noch Wetter is immer eine feste Bank in jeder Nachrichtensendung.
00:24:01: Also eine Nachrichtsendung ohne Wetter gibt es gar nicht.
00:24:08: Aber wir haben natürlich das Frühstück Fernsehen als Informationsfläche genommen.
00:24:12: und bei den ganzen Medien, politischen Diskussionen und die Frage okay macht ihr wie groß ist euer Informationsanteil?
00:24:22: Da hat man natürlich hin- und hergerechnet und da waren dann drei Stücke, drei Stunden Frühstücksfernsehen schon eine anständische Zahl.
00:24:29: Und dann konnte man bei diesen politischen Diskussionen auch eher bestehen.
00:24:33: und jetzt rechnet mal wieder schön, was alles Information ist.
00:24:37: Dass in Abenteuer die Sachen passieren.
00:24:39: Aber der erste Grund war Programm.
00:24:43: Wir müssen möglichst breit den Zuschauer mitnehmen am liebsten durch den ganzen Tag aber wir wollen ihn dann bevor er weggeht nach zur Arbeit oder wie auch immer möchten werden haben.
00:24:54: Deswegen auch freimachen von der Überlegung.
00:24:57: Frühstücksfern muss ein drei Stundenprogramm sein, Frühstückfernsehen kann ein dreistündiges Programm sein aber es kann auch stündlich wiederholen und aktualisiert werden.
00:25:08: also so ein paar Sachen haben wir dann gelernt.
00:25:11: Aber wie gesagt Satz eins von morgens bis nachts.
00:25:15: Zugegeben wäre sich in den achtziger Jahren als Kulturkritiker bezeichnete Und davon gab's wirklich eine Menge Menschen Der hatte ist mit dem Frühstucks Fernsehen wirklich nicht leicht.
00:25:24: Denn wenn der Kandidat im Fernsehen nur den finnischen Satz ich liebe dich ins Deutsche übersetzen musste, um damit eine Reise nach Finland zu gewinnen.
00:25:31: Dann verspürte der Kulturkritiker in den Achtzigerjahren nicht selten den Drang seine intellektuellen Ansprüche in der morgendlichen Dusche zu
00:25:38: ertränken.".
00:25:54: Nach dem Motto, wenn man vorher mal sagt naja ich bin ja jetzt nicht mega gut da drin aber ich bin nun auch nicht die dunkelste Kerze auf der Torte also das kriege ich hier schon alles hin.
00:26:06: Es ist eine außergewöhnliche Situation für den Kopf und ich bin immer auf der Seite für jeden der sich tatsächlich für diese Situation zur Verfügung stellt Und du kannst es ja immer nur mitbekommen Du kriegst es ja auch nur über die Söhren hin.
00:26:20: Was sind das für Menschen?
00:26:21: Ich hab mir das dann immer versucht vorzustellen, wie die da zu Hause jetzt bippern und wie sie zittern und wie die irgendwie ganz aufgeregt sind oder sonst irgendwas.
00:26:30: Und dann habe ich immer gesagt so Hauptsache ist es simpel werden belohnt für ihren Einsatz und gewinnen.
00:26:38: Also, insofern kann ich dieses Argument nach dem Motto wir müssen jetzt ausgefeilt und super schwierig sein oder sonst irgendwas?
00:26:45: Nein finde ich nicht!
00:26:46: Jedenfalls nicht in so einem Format.
00:26:52: Das Frühstücksfernsehen war neu das Frühstück Fernsehen war besonders.
00:26:54: es war eine Sendung ein Format dass es bis dato nicht gab und das neue Herausforderungen mit sich brachte.
00:27:00: zuerst zwei Stunden heute fünf Stunden und das alles live fünf Tage die Woche.
00:27:05: Das bedeutete damals, die Komplettneue Anforderung an Technik und Kuh.
00:27:12: Wir hatten keine Großkuh.
00:27:14: Es wurde umgeschichtet.
00:27:16: Wir haben immer noch die Kuh für die Spätsendungen gearbeitet.
00:27:20: Da hörte das Programm ja auch auf ... Und dann gab es sozusagen die Pause bis zum Frühstücksfernsehen.
00:27:25: Also, die in der Spätsendung gearbeitet hatten wurden sozusagen mit rüber gezogen und dann wurde natürlich auch eingestellt und das wurde speziell erweitert.
00:27:33: Die Redaktion wurde erweitbert.
00:27:35: Es war dann auch so ... Das ist natürlich für alle dann auch Dienstbeginn beispielsweise um drei Uhr oder um zwei Uhr je nachdem wann wo wie angeht.
00:27:44: Es wurden verschiedene Schichten eingezogen in dieses Frühstückfernsehen Aber es ist tatsächlich so, dass im Grunde das Frühstücksfernsehen der Beginn des Frühstückfernseins nichts anderes als der Beginnt des Privatfernseines.
00:27:56: Wir haben ja auch nicht gewusst am Anfang wie viel Manpower brauchst du für beispielsweise eine dreiviertel Stunde Sendung und wo kommen die Beiträge her?
00:28:06: Und wie kriegen wir das zusammen?
00:28:09: Das war ein ewiges Suchen-und-Finden sozusagen!
00:28:13: Am Ende deswegen ... wurde dann gefeiert, weil es geklappt hat.
00:28:17: Am Frühstücksfernsehen war das natürlich jetzt nicht so, wo kannst du ja nicht morgens in den Knall gehen?
00:28:22: Wie war der Arbeitsablauf?
00:28:23: Weil das war ja auch für Sat.Eins in dem Moment was völlig Neues zu diesen Uhrzeiten überhaupt produzieren zu können.
00:28:28: also wie muss man sich denn in den ersten Jahren den Arbeitsabläuf von dieser Sendung vorstellen?
00:28:32: Na ist gerne mal alle Morgens in aller Herrgottesfrühe wie gesagt um vier Uhr ins Haus geschlichen Je weiter der Morgen-Voranschritt, dann merktest du, dass die Leute so langsam ins Rollen kam.
00:28:48: Man springt nicht da rein und ist sofort da, es braucht schon eine bestimmte Zeit.
00:28:52: Aber es gibt so Rituale!
00:28:54: Und für mich war immer ein Rituaal ... Ich bin reingekommen, habe erst mal meine Inhalte vorbereitet, hab geguckt, das ich alles habe, dass ich einen Überblick habe was ich brauche Und dann gehst du in die Maske.
00:29:06: Das ist auch immer so ein Ritual, da ist deine Kollegin von der Maske ... Die sagt dann so, ah!
00:29:12: Heute siehst du müde aus?
00:29:13: Na, leg dich mal ein bisschen zurück.
00:29:15: Ich mach das jetzt schon hier und dann hast du dich entspannt und die Dame hat dich verschönt.
00:29:20: oder die Kollegin hat an dir gearbeitet und wenn du dann daraus bist, dann warst du so... Jetzt kannst losgehen.
00:29:27: Und das war schön.
00:29:29: Es war immer sehr, sehr schön.
00:29:38: Klar, unverzichtbarer Bestandteil ist die Kaffeemaschine Und zum Glück ist der Kaffee dann auch mit den Jahren immer besser geworden, weil das war wirklich ... Mit Unterjahren hier auszuhalten.
00:29:49: Aber wir hatten am Anfang tatsächlich noch so richtig diese Filter-Kaffeemaschinen, wo dann so zwei Kannen da standen in der Redaktion, wo der Koffe am Ende so richtig eingebrannt war.
00:30:02: Es musste immer einer, wenn er sich was genommen hat und gesehen hat okay die Kanne ist leer, muss er einen neuen Kaffey aufsetzen.
00:30:22: Die einen fürchteten wieder einmal um die deutsche Kultur, die sei ohne Zweifel das Ende der Familien.
00:30:27: Alle schauen morgens nur noch fern und keiner redet mehr miteinander.
00:30:30: Für die anderen war der Fall klar – Das wird die Pleite des Jahrhunderts.
00:30:34: Wurde es natürlich nicht!
00:30:36: Es ist ein Stück Fernsehgeschichte mittlerweile komplett in der Seele der Deutschen
00:30:40: verankert.".
00:30:41: Und die Leute haben auch mal alle gesagt ja das ist jetzt aber doch zu viel Fernsehen.
00:30:44: also es war letztendlich dass Wenn wir vorher wenig Fernsehen hatten, mit drei Programmen, hatten wir auf einmal ganz viel Fernsehen und eben auch mit unterschiedlichen Formaten die eben deutlich über die normale Sendezeit hinausging.
00:30:56: Es gab viel Kritik weiß ich.
00:30:58: Auf der anderen Seite das ist jedes Mal so wenn etwas sich verändert also beim PayTV es ist genau das gleiche.
00:31:05: als als pay TV dazu kam sagten auch alle Leute Das wird nie funktionieren.
00:31:09: Die haben auch alle gesagt dass Frühstücksfernsehen niemals funktionieren wird.
00:31:13: Und es funktioniert nicht, wenn man bestimmte Parameter anlegt wie zum Beispiel bei den Öffentlich-Rechtlichen.
00:31:18: Wir müssen ganz viele Menschen erreichen aber darum geht's ja gar nicht.
00:31:22: Es geht darum eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen und das hat funktioniert und die gibt es heute noch und deswegen gibt es das Frühstücksfernsehen auch heute noch.
00:31:30: Aber was hatte ich besonders an diesem Frühstück Fernsehen gereizt?
00:31:32: Hast du eben gerade gesagt, dass ist ein ganz besonderes tolles Format.
00:31:35: Was war das Besondere beim Frühstucksfernsehen?
00:31:37: Das ist so diese Atmosphäre.
00:31:39: Also das hab ich auch Jahre später, als ich ja dann wieder zurück bin zum Frühstücksfernsehen.
00:31:43: Ich hab's in den letzten Jahren meiner TV-Karriere noch moderiert.
00:31:50: Diese Situation ist eine besondere.
00:31:52: Wenn du morgens um vier Uhr zum Dienst antrittst und anschließend mit den Kollegen ... Damals war es, glaub ich, sechs.
00:31:59: Heute ist es fünf vor dreißig.
00:32:01: Aber wenn du morgens um sechs Uhr mit deinen Kollegen auf einer Couch sitzt, bist du im Kosmos.
00:32:08: Der ist irgendwie komplett eigen.
00:32:12: Da ist es in den seltensten Fällen, dass du da Leute triffst die schlecht gelaunt sind.
00:32:16: Das ist zum Beispiel weil das schweißt einen zusammen.
00:32:18: Dass man sagt okay um alle Herrgottes frühe wir sitzen jetzt hier und müssen diese Sendung rocken Und es ist keine Frage, deswegen wurde uns oft gesagt Ja, die sind ja so aufgedreht da beim Frühstücksfernsehen und immer so fröhlich.
00:32:32: Und ich würde in meinem Leben könnte nie so ... Ich könnt das nie machen!
00:32:35: Ich bin morgens um diese Uhrzeit doch noch nicht fröhlig
00:32:38: usw.,
00:32:39: aber das ist man.
00:32:40: Wenn man mit den Kollegen zusammen in dieser Situation ist, dann ist man fröhliche.
00:32:49: Doch auch wenn es damals, in den sechs Urnachrichten bei RTL Radio damals hieß, dies ist der Startpunkt des ersten deutschen Frühstückfernsehens?
00:32:58: Wenn man so ganz ehrlich ist, stimmt das nicht.
00:33:01: Denn unter den allerersten privaten Sendern Mitte der achtziger Jahre tummelte sich das heute weitgehend vergessene Eurika-TV, dass zwei jahrelang unglücklich in die Kamera lächelte und dann wieder verschwand.
00:33:12: Und der strahlte schon im Mai, ein Frühstücksfernsehen aus – allerdings nur in München!
00:33:19: Kann man jetzt drüber diskutieren ob das zählt oder nicht?
00:33:22: Herr Pasdewka Ich finde es zählt.
00:33:24: Wolfgang Glanzenberger ist heute Bildregisseur bei ProSieben und saß damals, in dem siebenundachtzig, bei Eureka am Regiepult.
00:33:32: Ich glaube wir
00:33:33: haben das erste Frühstücksfernsehen
00:33:34: gemacht.
00:33:34: Ja?
00:33:36: Auch wenn es ja handgestrickt war aber ich glaube die ersten und auch außer Konkurrenz.
00:33:42: Wir haben sehr sehr früh gesendet also wir gingen um sechs Uhr in der Frühe und er das heißt wir haben Dienstbeginn gehabt um fünf in der Früh Und wir haben so diese erste Frühstücks-Fernsehschiene bedient, die gab es damals ja noch gar nicht.
00:33:56: Wir haben da experimentiert – das war eine Doppelmoderation,
00:33:59: viele Nachrichten
00:34:01: also das war es ja Magazinik und es gab Videoclaps.
00:34:04: Anderdings wurde Eurica TV im Anschluss von Pro Sieben übernommen und ist damit indirekt Teil der Sat-Eins-Familie was wiederum eher Sat-eins zum Sieger machen würde.
00:34:14: Auch im Video beweist es hier keine finale Entscheidung möglich.
00:34:17: auf alle Fälle steht eins fest verloren haben ARD und ZDF.
00:34:31: Und auch wenn es eure KTV heute nicht mehr gibt, das Frühstücksfernsehen gibt's noch – und das Vierundzwanzig-Stunden-Fernsehen sowieso!
00:34:38: Und begonnen hat es im Falle von Satz Eins Mitte der achtziger Jahre in einem kleinen Studio in Hamburg.
00:34:45: Also mich hat es geprägt, dass dann sehr großer Zusammenhalt war?
00:34:48: dass die Leute wirklich für ein Produkt gearbeitet haben, weniger für ihr Ego gearbeitet und das ist immer darum ging.
00:34:59: Wenn jemand eine gute Idee hatte dann war es völlig egal von wem sie kamen.
00:35:02: Hauptsache wir machen das!
00:35:04: Und die Leute haben sich gegenseitig auch geholfen.
00:35:05: da war also ein sehr großer Zusammenhalt und eine sehr große Identifikation mit dem was wir dort gemacht haben.
00:35:11: Also das würde ich sagen Das hat mich geprägt.
00:35:23: In der nächsten Folge von Zapping for Freedom Telefonf.
00:35:27: Ich spreche mit Mike Karl über den kleinen Sender aus München und über viertausend sechshundert Folgen.
00:35:32: Bitte lächeln!
00:35:58: Produziert von Tommy Krabweis, Nico Krabweiß und Tristan Lehmann.
00:36:02: Gesamtleitung Fajo, Luca Hirschfeldt und Tristan Lehmahn.
00:36:06: Zapping for Freedom ist ein Fajo Original von Bumpheln.
Neuer Kommentar