Inside 1860 #4 Der Absturz

Shownotes

Der TSV 1860 München zieht als Zweitligist in seine neue Arena ein, muss bald seine Anteile verkaufen und ist nur noch Mieter. Das ist nicht nur die Folge von Misserfolg und Misswirtschaft, sondern auch von merkwürdigen Verträgen und Abreden mit dem FC Bayern.

Windige Manager, interne Machtkämpfe und der Wirtschaftskrimi um die Allianz Arena: Zwei Sportjournalisten der SZ klären in diesem Doku-Podcast, wer schuld an der Misere des TSV 1860 München ist.

„Inside 1860 - die Löwen, die Arena und das Geld“ ist ein FYEO-Original produziert von der Süddeutschen Zeitung.

Moderation und Redaktion: Markus Schäflein und Philipp Schneider

Autoren: Justin Patchett und Laura Terberl

Mitarbeit: Moritz Eder

Produktion, Sounddesign und Regie: Carlo Sarsky und Justin Patchett

Teamleitung: Laura Terberl

Redaktion FYEO: Isabel Lübbert-Rein und Tristan Lehmann

Gesamtleitung FYEO: Luca Hirschfeld und Tristan Lehmann.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Letztes Mal bei INSIDE-Achzehnhundertsechzig.

00:00:07: Wir haben eine ganz bewusste Grundsteinlegung auf den Tag des Bürgerentscheids gelegt, also großartig zugunsten der Stadion verlaufen ist.

00:00:14: Dann nochmal meinen herzlichen Dank!

00:00:17: Ja aber nein, die darf nicht vergessen.

00:00:20: in dem Olympiastaden hatten wir dreihunderte Loschenplätze und jetzt haben wir zwei Tausend Einhundert für große Unterschiede.

00:00:26: Wenn irgendwann mal das Stadio insoweit ist

00:00:28: dass es

00:00:29: Ergebnis abpüft dann könnte er das wieder

00:00:31: zurückhaben.

00:00:32: Aber wir haben die Mitte gar

00:00:33: nicht.

00:00:34: Und dann sagte der Wildmose mit einem

00:00:36: wirklich unglaublich

00:00:38: frechen Gesicht zum Franz Beckenbauer, Sixt Franz?

00:00:42: Das ist unser Finanzbeitrag!

00:00:50: In unserer großen Achtzehntechzig-Saga befinden wir uns jetzt im Jahr zwei Tausend Vier und die Löwen stehen kurz vor dem Abstieg.

00:00:59: Ja aber eigentlich fängt diese Saison ganz okay an.

00:01:02: Die Löwen gewinnen sogar ein paar Spiele Aber das ist genau das Problem.

00:01:06: Vielleicht fällt es genau deshalb vielen im Verein auch lange Zeit nicht auf, dass der aktuelle Trainer Falco Götz mit der schwierigen sportlichen Situation etwas überfordert ist?

00:01:15: Er muss nämlich einen krassen Umbruch gestalten weil viele Spieler wie Weltmeister Thomas Hessler und Stürmer Martin Max als für zu alt und auch für zu teuer befunden werden!

00:01:25: Und so richtig gelingt es Götzt dann nicht aus den vielen neuen Spielern eine funktionierende Mannschaft zu formen – und so rutscht Sechzig vom Mittelfeld immer weiter runter in die Tabelle

00:01:35: Ja, und dann geht auch noch das ganze Drama mit der Korruptionsaffäre von Wildmosa los.

00:01:40: Da hat im Verein einfach keiner mehr einen klaren Blick auf das Sportliche – und es hat auch keiner mehr die Nerven wahrscheinlich den Trainer auszutauschen!

00:01:49: Erst im April gegen Saisonende wird Götztern gefeuert aber da ist es eigentlich schon zu spät.

00:01:56: Die Löwen stecken schon mitten im Abstiegskampf.

00:02:00: Und das entscheidende Spiel ist ja nicht etwa das letzte Spiel der Saison sondern das Vorletzte Am fünfzehnten Mai, zwei Tausendvier.

00:02:07: Zu Hause geht's da im Olympia-Stadion gegen Hertha BSC und die Löwen brauchen ganz dringend einen Sieg, weil sonst steigen sie ziemlich sicher ab!

00:02:18: Ja und das war tatsächlich das erste Spiel von Sechzig bei dem ich für die SC dabei war nicht um über den Sport zu berichten sondern damals für eine Fanreportage.

00:02:27: Ach krass du warst echt bei dem Spiel damals?

00:02:29: Ja war mein erstes Spiel.

00:02:30: ja

00:02:31: Das wusste ich überhaupt nicht.

00:02:34: Es ist wirklich so gewesen, ich bin da schon Stunden vorher ins Olympiadorf gefahren.

00:02:38: Bin da rumspaziert in den Kneipen und habe die Fans getroffen.

00:02:43: Und die Anspannung war überall zu spüren!

00:02:47: Manche Fans haben sich durchgerechnet auf einem Bierdeckel.

00:02:52: Manche haben schon ihre Reise für den letzten Spieltag geplant.

00:02:54: Da ging es nach Mönchengladbach.

00:02:57: Aber die meisten von den Fans haben eigentlich gesagt das wird heute sowieso nix.

00:03:01: Diese Mannschaft hat keinen Charakter.

00:03:02: Das sind Sauhaufen... Und viele Fans haben auch überhaupt nicht geredet.

00:03:07: Die haben gesagt, es tut mir leid ich bin jetzt nicht ansprechbar!

00:03:10: Sie standen Stunden vorher schon in der Fan-Kurve und haben einfach ins Leere geguckt.

00:03:15: Ich war dann auch während dem Spiel natürlich im Fan-Block und sozusagen mittendrin in dem ganzen Drama... ...und das hat dann gut angefangen für die Löwen.

00:03:23: sie haben früher ein Tor geschossen und die Hoffnung war jetzt groß dass sie diesen Sieg den sie ja unbedingt gebraucht haben auch wirklich schaffen können.

00:03:32: Aber dann, wie es halt so ist wenn's entscheidend ist haben sie in der zweinachtzigsten Minute noch den Ausgleich kassiert.

00:03:40: Aber tatsächlich war er noch nicht Schluss.

00:03:42: Sie haben eine Chance bekommen.

00:03:43: Es gab einen Elfmeter für sechzig In der neunund achtzigsten Minute.

00:03:48: Viele von den Fans konnten gar nicht mehr hinschauen.

00:03:50: die haben sich umgedreht oder sich die Augen zugehalten.

00:03:53: aber auch die Fans die nicht hingeschaut haben haben mitbekommen was passiert ist?

00:03:57: Sie merken es an der toten Stille.

00:04:00: Tiojo vergibt diesen elf Meter.

00:04:03: Er schießt in einen Meter neben das Tor.

00:04:10: Ich selber habe die legendäre Szene, wie er auf dem Rasen zusammenbricht und wie er da liegt als würde nie wieder aufstehen wollen.

00:04:17: Die hab ich erst zu Hause im Fernsehen gesehen hinterher in der Zusammenfassung denn ich war ja für die Fanreportage da.

00:04:22: also ich musste und wollte ja die Fans um mich herum beobachten.

00:04:26: In der Zusammenpassung da war der Kommentator Kai Dittmann damals noch bei Premiere total überrascht davon dass ausgerechnet Francis Chiojo diesen Elfmeter ausführen sollte

00:04:37: Und den wollte Kiyoyo ausführen, der war gerade auf dem Feld

00:04:39: und hat da noch gar keinen Ballkontakt.

00:04:44: Francis Kiyoyo!

00:04:48: Verschossen

00:04:49: Ende.

00:04:49: das bedeutete den Klassenerhalt für Hertha Ja, den Klassenerhalt für hertha aber natürlich auch fast in Abstieg für Sechzig.

00:04:59: Viele Fans haben geheult Manche sind jetzt schon vorzeitig nach Hause gegangen was mich überrascht hat.

00:05:06: die wenigsten haben geschimpft oder garantaliert Die haben es einfach so hingenommen

00:05:14: Was mich nicht überrascht, aber was ich doch erstaunlich finde.

00:05:16: Man kann sagen der sportliche Niedergang von eighteen Sechzig ist mit deinem ersten Stadionbesuch eigentlich erst so richtig losgegangen.

00:05:23: Ja das ist die traurige Wahrheit war wirklich keine Absicht.

00:05:28: Jedenfalls ist nach diesem Spiel die Sache für achtzehnundsechzig gelaufen.

00:05:31: in der nächsten Woche verliert sechzig zwar noch mal drei zu eins gegen Mönchengladbach Aber selbst ein Sieg hätte da keinen großen Unterschied mehr gemacht.

00:05:38: Nach zehn Jahren Erstklassigkeit fliegen die Löwen also wieder raus aus der Ersten Bundesliga.

00:05:44: Zehn Jahre, in denen sie unter Werner Lorand einmal fast in die Champions League gekommen wären.

00:05:49: Zweimal am UEFA-Kappteil genommen haben und in einer Saison zweimal die Bayern geschlagen

00:05:54: haben.".

00:05:55: Und es war zwar nicht der erste Abstieg aus der ersten Bundesliga aber es war garantiert der Schmerzhafteste!

00:06:01: Und außerdem fangen jetzt in der zweiten Liga die größten Probleme erst an... ...und um die geht es in dieser Folge von INSIDE-Achzehnhundertsechzig – Die Löwen, die Arena und das Geld Ein Fire-Original der Süddeutschen Zeitung mit mir Philipp Schneider

00:06:20: und mir Markus Schäflein.

00:06:22: Folge vier, Der Absturz.

00:06:34: In den Zeiten der Bundesliga endet nicht nur die Ära Wildmosa.

00:06:38: Der Patriarch musste wegen einer Korruptionsaffäre den Verein verlassen, was wir in der letzten Folge besprochen hatten.

00:06:44: Und mit seinem Abgang hatte natürlich keiner gerechnet!

00:06:47: Dass jetzt so plötzlich DIE Person fehlt, die bis dahin alle wichtigen Entscheidungen alleine getroffen hat?

00:06:53: und die in dem Verein quasi durchregiert hat, ist natürlich eine absolute Katastrophe.

00:06:59: Vor allem weil ja die Arena gerade noch gebaut

00:07:01: wird.".

00:07:02: Und wer dann zum Nachfolger gewählt wird?

00:07:05: Ist für alle doch recht überraschend!

00:07:06: Der neue Präsident von Achtzehnundsechzig wird Karl Auer Hauptberuflich Wurstfabrikant aus Holzkirchen

00:07:14: Ja ein Wurst-Fabrikanten aber das könnte auch ein gutes Ohmen sein.

00:07:18: Schließlich hatte erfolgreiche Bayernmanager Uli Höhne es ja auch ne Wurst Fabrik.

00:07:23: Auer ist jedenfalls ein erfolgreicher Geschäftsmann, seit über vierzig Jahren Mitglied bei den Löwen und schon seit vielen Jahren im Aufsichtsrat.

00:07:31: Er kennt sich also bestens bei Sechzig

00:07:33: aus.".

00:07:33: Aber so richtig viel Freude an seinem neuen Job hat Karl Auer dann nicht!

00:07:37: An Christian Wagershauser.

00:07:38: der langjährige Aufsichtsrad, dem wir in der letzten Folge schon gehört haben, hat es in unserem Interview ganz gut zusammengefasst….

00:07:49: Der war die ärmste Sau auf gut Deutsch, weil der musste die Scherben zusammenkehren und hat nach eigenen Aussagen vieles nicht gewusst was da finanziell extrem im Agen lag.

00:07:57: Also der Verein war ja viel mehr verschuldet als man gedacht hat.

00:08:00: Der Auer hatte damals das Problem zu sagen wenn ich die Zahlen nenne wie sie sind nachdem er einen Kassensturz gemacht hat dann wird uns womöglich die Konzession entzogen.

00:08:10: Wenn ich es nicht tue muss sich die Suppe auslöffeln.

00:08:14: Er ist verwundert natürlich, dass Karl Auer, wenn er doch schon so viele Jahre im Aufsichtsrat saß nicht genau weiß wie schlecht es um den Verein bestellt ist.

00:08:22: Aber zumindest merkt das jetzt als er Präsident ist und er erkennt, dass der Verein so schlecht dasteht wie noch nie vor allem weil noch ziemlich vieler Altlasten aus der Zeit von Wildmosa auch von Lorand drücken.

00:08:34: Weil

00:08:34: man halt gedacht hat, das ist eh ein Szenario, das nie eintreten wird, das sechzig absteigt.

00:08:39: Und dann war man in der zweiten Liga völlig überschuldet Weil dann wieder Aua die Kassen aufgemacht hat.

00:08:46: Obwohl sehr viele Verpflichtungen nach da waren, von denen man nicht wusste also ich glaub den Wichis der Chinesischau.

00:08:54: Also haben wir wahrscheinlich bis letzte Woche noch irgendwelche Raten bezahlt.

00:09:00: Waggas Hauser redet hier von Jai Xiaoh.

00:09:03: Der wechselte in das Jahr zwei tausendzwei für eins Komma drei Millionen Euro zu achtzehnhundertsechzig und er steht quasi sinnwildlich für ein beliebtes Geschäftsprinzip der Wildmusers.

00:09:12: Die haben einfach mal Spieler um Spieler auf Pump finanziert und diese dann erst jahrelang nach und nach abbezahlt.

00:09:42: wie in der zweiten Liga und da hat dann der Verein jedes Jahr drei, vier, fünf, sechs Millionen Minus gemacht.

00:09:50: Das wird halt immer

00:09:51: mehr.".

00:09:55: Neben den angesprochenen Altlasten der Wildmusers hat Karl Auer noch das altbekannte Problem dass die Löwen auch bei den letzten Abstiegen in die zweite Liga schon hatten.

00:10:03: Zweite Liga bedeutet ja zunächst einmal viel weniger Einnahmen aber der Verein war zu dem Zeitpunkt auf die erste Liga ausgelegt hatte in den letzten zehn Jahren ja ordentlich investiert in den Verein.

00:10:16: Und dieses Ungleichgewicht, das beschreibt uns auch ein anderer Löwenfan und späterer Vereinsfunktionär

00:10:23: Das Problem waren interne Kosten.

00:10:25: also wir hatten zum Beispiel was andere Vereine nicht haben einen sehr erfolgreiches Nachwuchsleistungszentrum Was auch Geld generiert hat durch Spielerverkäufe aber was zunehmend natürlich Geld gekostet hat genauso wie eine zweite Mannschaft.

00:10:41: Das leisten sich manche Zweitligavereine gar nicht.

00:10:46: Das ist Franz Margit, wer sich in der bayerischen Politik ein bisschen auskennt, der hat den Namen vielleicht schon mal gehört.

00:10:53: Margit ist SPD-Politiker und hat sich auch länger bei Achtzehnhundertsechzig im Verein engagiert.

00:10:58: Mit ihm haben wir über diese karotische Zeit nach dem Wildmusserabgang und dem Abstieg gesprochen – auch weil er viele Dinge ein bisschen anders einschätzt als

00:11:07: Wagershauser.

00:11:09: ist er schon seit Ewigkeiten Löwenfan.

00:11:12: Und der ist jemand, der von Anfang an gegen die Allianz Arena war und Wildmoser für Größen wahnsinnig gehalten hat.

00:11:19: Der wurde quasi durch die Arena und durch Wildmosa radikalisiert – so kann man es wirklich sagen!

00:11:25: Und Franz Margit ist ein bisschen das Gegenteil davon, denn er hat die Wildmoserszeit gar nicht so richtig mitbekommen.

00:11:31: Ich war nicht mein Vereinsmitglied.

00:11:35: Ich bin Mitglied von Sechzig erst geworden am Tag nach dem Abstieg aus der ersten Bundesliga.

00:11:41: Margit war damals so wie ich übrigens auch im Olympia-Stadion bei diesem Spiel mit dem tragischen Ende.

00:11:47: Ich war im Olympiastadion, als Francis Curio den elf Meter verschossen hat und damit den Abstieg aus einer Bundesliga besiegelt hat.

00:11:58: Und Margit wird durch dieses traumatische Erlebnis erst zu richtig zum Fan.

00:12:03: Aus Liebe zum Anderdoc sozusagen, deren jetzt noch mehr braucht als sonst

00:12:07: Aus Liebe zum Anderdorf wird man in Bayern vermutlich auch SPD-Mitglied.

00:12:10: Wahrscheinlich!

00:12:11: Eingetreten bin ich aus Zugehörigkeit, wenn es einem Freund schlecht geht dann rückt man näher zu ihm.

00:12:19: Manche gehen dann und sagen mit dem der ist erfolglos, dem geht's schlecht.

00:12:25: da gehe ich auf Distanz.

00:12:27: so bin ich nicht.

00:12:28: Also diese Geschichte kannten wir gar nicht.

00:12:31: Wir wollten eigentlich mit Margit über die Zeit danach sprechen also auch Vizepräsident bei Sechzig geworden ist.

00:12:36: Aber diese Geschichte, wie er überhaupt zum Verein gekommen ist, die war dann doch zu gut.

00:12:42: Als der Abstieg feststeht geht er nämlich einfach zur Bank und hebt Geld ab – ziemlich viel Geld!

00:12:48: Und mit dem Geld bin ich zur Geschäftsstelle gefahren.

00:12:52: Die waren natürlich völlig überrascht.

00:12:54: Ich habe den damaligen Präsidenten Karl Auer angetroffen Im sogenannten Präsidentenzimmer.

00:13:01: Der saß da wie ein Häufchen Elend hinter seinem Schreibtisch Und dann habe ich ihm die Eintausend Achthundertsechzig Euro hingelegt.

00:13:09: Das ist der Beitrag für eine Lebenszeitmitgliedschaft im Verein.

00:13:13: Ich hab das Beitrittsformular unterschrieben und Karl Auer war ehrlich gesagt gerührt, dass ihm so was passiert ist.

00:13:23: aber seine Sorgen haben überwogen eindeutig.

00:13:29: Also nett war diese Geste schon!

00:13:31: Aber Karl Aauer hat damals natürlich ganz andere Sorgen und bei denen werden ihm diese Eintausend Achthundertsechzig Euro von Franz Margit jetzt nicht so wirklich weitergeholfen haben.

00:13:40: Und so wird er vermutlich immer noch ein Häufchen Elend gewesen sein, als Margit wieder raus ist aus dem Präsidentenzimmer.

00:13:46: Aber das Problem lässt sich ja ziemlich banal zusammenfassen!

00:13:49: Es kommt weniger Geld rein, als der Spielbetrieb auffrisst – und so ist es ja klar, dass der Verein ständig Minus macht.

00:13:55: Ja klar aber die Lage ist tatsächlich so schlimm, daß sogar die Lizenz für die zweite Liga auf dem Spiel steht… Und der Verein muss mal wieder zwei gute Spieler verkaufen, um das Geld für die Lizenz irgendwie zusammen zu kratzen.

00:14:07: Damals geht Benni Laut zum Hamburger SV und Andy Görlitz geht zum FC Bayern.

00:14:13: Und zu den Kosten für den Spielbetrieb und für die Mannschaft kommen jetzt auch noch Kosten, um des alte Grünwalder Stadion zweitligertauglich zu machen!

00:14:21: Die Allianz Arena ist ja damals, im Jahr vier, noch nicht fertig... ...und deshalb gehen die Löwen für eine Saison zurück ins Grünenwalder.

00:14:32: Für Auer war das damals auch eine politische Geste.

00:14:35: Die neue Arena war ja extrem umstritten bei den Fans, für viele war die Arena ja das krasse Gegenteil von all dem, wofür der Achtzehn-Sechzig steht – für Bodenständigkeit, für echte Fans, Fußballromantik und auch für einen Zusammenhalt, dass Fans immer zu ihrem Verein halten kommen was wolle.

00:14:53: Ja diese Fans wollen eben am allerliebsten in diesem ein bisschen angegammelten Grünwalder Stadion im Giesingsspielen im Herzen von München.

00:15:02: Und dann fragt man sich schon, was sollen die denn auf einmal am Stadtrand in diesem sterilen Kommerztempel?

00:15:07: Ja und diese ganzen Arena-Gegner, die wollte Aua mit der Geste besänftigen.

00:15:11: Der Plan war wir spielen noch eine glorreiche Saison im Grünwalder Stadion... ...und dann steigen wieder auf!

00:15:17: In die erste Liga.

00:15:19: Und dann ziehen wir um in den Fußball-Tempel Allianz Arena und dort verdienen wir das große Geld.

00:15:25: Und alles wird gut.

00:15:26: Tja aber das hat so etwas von überhaupt nicht geklappt.

00:15:33: Nach dem Abstieg kommt erst mal ein neuer Trainer, Rudi Boma.

00:15:37: Und es kommen auch ziemlich viele neue Spieler, elf Neuzugänge gibt es und die sollen jetzt den direkten Wiederaufstieg schaffen.

00:15:44: Die Saison startet mit einem Unentschieden gegen Unterhaching und einer Niederlage gegen Erzgebirge Aue – und auch sonst schonmal nicht so toll!

00:15:52: Ja da überrascht es sich ja niemanden dass der neue Trainer im November zwei tausend vier direkt wieder gefeuert wird.

00:15:58: Drei Jahre nach dem Rauswurf von Lorand hat Eighthundertsechzig jetzt also schon vier Trainer verschliessen.

00:16:05: Ja, im Laufe der Saison fängt sich die Mannschaft sogar wieder ein bisschen aber es reicht eben nicht zum Wiederaufstieg.

00:16:10: Die Löwen werden diese Saison nämlich auf Platz Vier Also dem Platz direkt nach den Aufstiegsplätzen.

00:16:15: Es ist quasi maximal unglücklich!

00:16:19: Das passiert also genau das was nicht hätte passieren dürfen.

00:16:23: Eighthundertsechtzig zieht zwei Tausend Fünf als Zweitliga-Verein in die Allianz Arena ein.

00:16:29: Schon als Erstligist war das Stadion ja ein ziemliches Risiko für Sechzig, aber als Zweitligist hätte wahrscheinlich nicht mal Karl-Heinz Wildmozer den Bau der Arena zugestimmt.

00:16:38: Ja die Katastrophe ist also eingetreten?

00:16:40: Aber was machen die Löwen?

00:16:42: Sie feiern die Eröffnung natürlich trotzdem und es ist bemerkenswert weil selbst die Arena hasser damals alle kommen!

00:16:49: Die Löwen dürfen ja sogar noch vor dem FC Bayern die Arena einweihen – und zwar mit einem Freundschaftsspiel gegen den ersten FC Nürnberg.

00:16:57: Sportlich hat diese Partie nach der Saison logischerweise keinerlei Bedeutung.

00:17:01: Die Spieler wollen nur noch in den Urlaub und das am besten natürlich ohne sich vorher zu verletzen, aber das Stadion ist ausverkauft klar.

00:17:10: Sechsundsechzigtausend Zuschauer sind da und die sind vor allem begeistert von dieser Arena!

00:17:15: Naja, die Arena ist ja damals schon deutschlandweit berühmt für ihre außerirdisch anmutende Membranhöhle, die in den tollsten Farben blinken kann, die aber an diesem Abend natürlich schön blau leuchtet... Und im Stadion selbst formiert sich mit den Tausenden Fans jetzt dieser Hexenkessel, den sich so viele Menschen in der ganzen Stadt für so viele Jahre gewünscht hatten.

00:17:34: Und als dieses Spiel gegen Nürnberg angepfiffen wird, da testen die Löwen-Fans schon mal die neue Akustik, indem sie nämlich abwechselnd von der Nord und von der Südtribüne aus TSV brüllen!

00:17:45: Das Echo ist ohrenbetäubend laut – also das funktioniert schonmal!

00:17:50: Sorgen über den finanziellen Zustand der Löwen hat an diesem Gänsehautabend sowieso keiner….

00:17:54: Die Löwen gewinnen das Freundschaftsspiegel gegen Nürnberg sogar am Ende.

00:17:58: Und die Spielberichte am nächsten Tag lesen sich so, als ob Sechzig gerade erfolgreich in eine glorreiche Zukunft gestartet wäre – wie hier zum Beispiel bei Spiegel Online.

00:18:08: Als erster Torschütze trug sich dabei der Löwe Patrick Milcheraum in die Geschichtsbüche

00:18:13: ein…in

00:18:13: der neunten Minute.

00:18:14: Zuvor hatte sogar einen Priester den Rasen mit Weihwasser gesegnet.

00:18:18: Nach

00:18:18: dem Spiel scheint es so, dass Weine sogar der Himmel Freuden

00:18:21: treten,

00:18:22: ob der bewegenden Ereignisse.

00:18:24: Die Außenhülle der Arena erstrahlte beim abschließenden Feuerwerk in der Vereinsfarbe Blau, der Sechsgar.

00:18:42: Aber diese Euphorie verfliegt schnell!

00:18:45: Vor allem bei den Heimspielen im neuen Stadion läuft es nämlich furchtbar für eighteen Hundertsechzig.

00:18:50: Die Fans sprechen sogar schon vom Arena Fluch weil die Mannschaft zu Hause immer wieder Punkte liegen lässt.

00:18:56: Ja, dabei ist damals der Zuschauerschnitt von fast zweiundvierzigtausend für die zweite Liga echt erstaunlich.

00:19:03: Aber es kommen halt auch irre viele Fans der Gegner ins neue Zuhause der Löwen.

00:19:07: Auch dort gibt es ja Arena-Touristen unter den Fans, die sich die neue Schüssel einfach mal anschauen wollen.

00:19:12: und plötzlich fühlen sich diese Heimspiele im Norden Münchens eher wie Auswärtsspieler an.

00:19:18: Und für diese vielen Heimniederlagen für diesen sogenannten Arenafluch wird jetzt der Trainer verantwortlich gemacht, Rainer Maurer.

00:19:25: Der wird gefeuert, obwohl die Mannschaft nur einen einzigen Punkt Abstand zu den Aufstiegsplätzen hat.

00:19:31: Und Präsident Auer sagt zur Begründung – wir wollen nichts unversucht lassen das Ziel auf Stieg zu realisieren!

00:19:38: Tja und Nachfolger wird der Österreicher Schachner genannt Schoko-Schachna und unter Schachna wird alles noch viel schlimmer.

00:19:46: Sechzig gewinnt auswärts jetzt auch nicht mehr und wird vom Aufstieks zum Abstiegskandidaten.

00:19:52: Schachner lässt zumindest nichts unversucht, gerade noch so den Abstieg in die dritte Liga zu verhindern.

00:20:02: Jetzt ist also klar, Sechzig verbringt auch das Dritte Jahr hintereinander in der zweiten Liga und weil mit der Arena ja immer für den Betrieb in der ersten Liga geplant wurde werden die finanziellen Schwierigkeiten immer schlimmer.

00:20:17: Und die an die Bank zu zahlenden Raten für das neue Stadion, die Sechzig noch als Erstligist geplant hatte sind da sogar das kleinere Problem.

00:20:24: Viel schlimmer sind die laufenden Kosten Und ganz speziell die Kosten für den Catering-Bereich.

00:20:30: Wir müssen an dieser Stelle noch mal erwähnen, wie teuer dieses Stadion war – nämlich dreihundertvierzig Millionen Euro!

00:20:37: Die Bayern und Sechzig hatten von Anfang an damit gerechnet, dass sich die Baukosten mit dem Betrieb der Arena zurückholen lassen – und zwar vor allem im Cateringsbereich.

00:20:47: So…und an dieser stelle unsere Audio-Dokum kommen wir zu einem komplizierten aber völlig entscheidenden Punkt.

00:20:54: Es geht um die Kosten- und Einnahmestruktur der Arena.

00:20:57: In der Arena gibt es, dass es Punkt eins zunächst einmal die Logen.

00:21:00: Die muss man sich vorstellen wie kleine Mietwohnungen also dreißigvierzigfünfzig maximal sechzig Quadratmeter Platz.

00:21:07: beste Lage nur nicht mit Blick auf den Englischen Garten oder den Chiemsee sondern mit Blick Auf Den Rasen Der Arena.

00:21:13: Hier Kann Man Residieren Wie Ein Kleiner König und Gäste Empfang?

00:21:18: Die Jahresmiete beträgt bis zu dreihunderttausend Euro.

00:21:22: Eine Loge mietet man für das ganze Jahr Und Somit auch Für Die Heimspiele Beider Vereine.

00:21:27: Hundertsechs Logen gibt es insgesamt in der Arena und nur vier Stück davon haben die Löwen verkauft, einhundertzwei dafür der FC Bayern.

00:21:36: Und das ist jetzt auch wieder extrem wichtig!

00:21:37: Wir erinnern uns – Die Einnahmen aus den Logenverkäufen fließen zu hundert Prozent in die Stadion GmbH und diese GmbW gehört jeweils zu fünfzig Prozent dem FC Bayern um achtzehn sechzig.

00:21:50: Das bedeutet dass die Löwen also davon profitieren, dass ganz viele reiche Menschen und Firmen kommen und die Loge mieten, um den FC Bayern Spielen zu sehen obwohl sie ja eigentlich nur vier Stück verkauft hätten.

00:22:02: Und Punkt zwei sind dann die Business Seats.

00:22:05: Die muss man sich vorstellen wie ein Restaurant mit Terrasse Mit Platz für insgesamt über zweitausend Gäste.

00:22:12: Innen gibt es ein tolles Menü draußen kann man das Spiel schauen.

00:22:15: Wenn dieser Bereich voll ist kann man sechs Millionen Euro pro Jahr damit erwirtschaften.

00:22:22: Die Einnahmen der Business Seat gehen nicht komplett in die Stadion GmbH wie bei den Loschen, die der Philipp gerade angesprochen hat.

00:22:30: Aber immerhin zu fünfzig Prozent und zwar mit einer Garantiesumme von drei Millionen Euro pro Saison und

00:22:36: Club.".

00:22:38: Und damit kommen wir zur Punkt Drei – das ist das Catering für den Business-Bereich!

00:22:43: Mit diesem Caterin wird überhaupt kein Geld verdient denn die VIPs futtern wenn sie einmal bezahlt haben also Eintritt völlig umsonst….

00:22:51: So und jetzt haben Markus nicht mit furchtbar viel Zahlen um uns geworfen, aber jetzt kommt wirklich der entscheidende Punkt.

00:22:56: Denn der neue Caterer der Allianz Arena hatte nämlich nicht nur Essen geliefert pro Spiel sondern er hatte schon den Bau des Catering Areals in der Arena mitfinanziert!

00:23:05: Und diese Kosten mussten jetzt langsam an den Caterers zurückgezahlt werden indem ihm garantiert wurde dass eine bestimmte Menge an Essen pro Heimspiel abgekauft wird.

00:23:16: Insgesamt musste jeder Club, also der FC Bayern und Achtzehnundsechzig pro Saison zwei Millionen Euro dafür bezahlen.

00:23:22: Und zwar völlig egal und völlig unabhängig davon wie viel Essen überhaupt verspeist wurde!

00:23:31: Wir haben also zwei Zahlen die man sich schon mal merken muss drei Millionen Euro aus den Business Seats und zwei Millionen für das Catering.

00:23:39: Diese Zahlen kommen ja noch aus der Bauphase als Sechzig als Erstlig ist geplant hat und deswegen haben wir darüber mit dem Sohn von Karl-Heinz Wildmosa Heinziewild Moser aus der letzten Folge gesprochen.

00:23:51: Wir haben natürlich eine Grundkalkulation

00:23:54: gehabt, die hat vorgesehen wir machen ...

00:23:59: Ich weiß jetzt nicht, seit tausend

00:24:01: Business Seats.

00:24:02: von diesen seittausenden

00:24:03: Business Seat verkaufen wir ca.

00:24:04: zweitausend Fünfhundert und diese zweitausend fünfhundert

00:24:09: Essen müssen

00:24:11: dann halt bei der Firma gebucht

00:24:12: werden!

00:24:13: Ja aber jetzt ist achtzehnundsechzig nun mal leider Zweitligist und hat jetzt so ein Riesenproblem.

00:24:19: Es haben nicht genügend Leute diese Businessseats gekauft, um die ganzen bestellten Speisen überhaupt zu essen.

00:24:25: Und wenn es Sechzig nicht schafft zumindest die Hälfte davon zu verkaufen macht der Verein mit diesem eigentlich zahlungskräftigsten Teil der Kundschaft sogar Minus.

00:24:34: So das war die Grundkalkulation

00:24:36: abgestimmt auf die erste

00:24:37: Liga und abgestimmt auf ein mögliches

00:24:39: internationales Geschäft.

00:24:41: Natürlich ist auch ein Zweitligers-Szenario besprochen worden.

00:24:44: Es

00:24:45: steht ja immer im Raum als Freien wie Sechzig,

00:24:48: dass du mal absteigen

00:24:49: kannst

00:24:50: und natürlich ist da über verringerte Zahlen gesprochen

00:24:52: worden.".

00:24:53: Ja schön, das darüber gesprochen wurde bei dieses Zweitliga-Scenario aber ein bisschen schade, dass man das dann nicht im Vertrag geändert hat oder angepasst hat!

00:25:00: Denn diese fünf Millionen an Fixkosten die die achtzehnhundertsechzige jetzt als zweitligist hatte, die drückten den Verein – und das waren fünf Millionen, die für den FC Bayern natürlich locker zu stemmen waren Aber für Sechzig?

00:25:12: Na ja und so stellt sich schon auch heute noch die Frage, warum sich die Wildmosas damals auf diesen Deal eingelassen haben.

00:25:18: War es jetzt Größenwahn?

00:25:20: oder sahen sie sich irgendwie in der Hektik des Vertragsabstoßes dazu gezwungen weil es eben keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten gab als welche mit solchen Klauseln?

00:25:30: So oder so, Sechzig hatte sich sozusagen vertraglich zu sportlichen Erfolg verpflichtet.

00:25:36: Jetzt ist man aber in die zweite Liga abgestiegen und wer soll da noch diese vielen teuren Businessseats kaufen?

00:25:43: Überraschung, Sechszig erreicht diese Auslastung natürlich bei weitem nicht.

00:25:48: Zwei-tausendfünf verkaufen sie gerade mal vierhundertzehn von den insgesamt über zweitausend Businessseates.

00:25:56: Die Stimmung im Verein ist also richtig mies.

00:25:59: Und dann kommt einen Monat später der nächste Schock Karl Auer wird wegen Kreislaufproblemen in eine Klinik eingeliefert und er entschliesst sich aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufzugeben.

00:26:11: Der sportliche Misserfolg und die finanziellen Probleme der Löwen haben ihn fertig gemacht.

00:26:16: Und die Abwärtsspirale konnte er nicht

00:26:18: aufhalten.".

00:26:22: Es gibt also schon wieder eine neue Führung, aber diesmal kommt konsequenterweise einer, der gleich zu Beginn erzählt, dass er nur für ein Jahr bleiben will – Alfred Lehner ehemaliges Vorstandsmitglied der Bayerischen Landesbank.

00:26:35: Ja, der weiß ganz genau worauf es sich einlässt….

00:26:38: …und als erstes installiert Lehner einen neuen Geschäftsführer!

00:26:41: Und zwar Stefan Ziftzer.

00:26:44: Der soll jetzt den Marodenverein so schnell wie möglich sanieren.

00:26:48: Ziftser hatte zuvor dreizehn Jahre lang bei der Kirchgruppe gearbeitet, eine Medienkonzern und Vermarkter für Sportrechte und auch den Sportssender DSF saniert.

00:26:57: In der Sports-Szene, insbesondere der Münchner war er also bestens vernetzt.

00:27:02: Später würde er sagen dass er den Job gar nicht angenommen hätte wenn er gewusst hätte wie pleite der Laden ist.

00:27:08: aber damals sagt er zu Und Zivza fackelt nicht lange.

00:27:14: Er entschließt sich den wertvollsten Besitz, den die Löwen noch haben zu verkaufen.

00:27:19: Und dieser Besitz ist das Stadion!

00:27:22: Denn seiner Meinung nach ist der TSV-Achzehnhundertsechzig überhaupt nicht mehr zu retten.

00:27:27: und zu dieser krassen Erkenntnis kommt Zivsa nach gerade einmal drei Wochen Einarbeitungszeit.

00:27:34: Unter seiner Führung verkauft Achzehnhunterzechzig München die fünfzig Prozent Anteile an der StadionsgmbH für elf Komma drei Millionen Euro.

00:27:43: Und zwar an den FC Bayern München, damit schafft es Sechzig die Lizenz für die nächste Saison zu bekommen.

00:27:50: und das sind auf den ersten Blick natürlich gute Nachrichten.

00:27:53: Ja und die schlechten Nachrichten?

00:27:55: Achtzehnhundertsechzig ist nach dem Verkauf immer noch in dieser riesigen Arena nur eben als Mieter!

00:28:02: Weil Achtzenthundertsächsig jetzt eben nur noch Mietern ist, schließt Ziffer mit dem FC Bayern auch einen Mietvertrag ab Und die Kosten sind ganz schön hoch, sechs Millionen Euro pro Jahr.

00:28:14: Das liegt daran, dass Sächsig zwar nur noch Meter ist aber die Löwen weiter auf den Fixkosten sitzen, die sie als Miteigentümer hatten.

00:28:21: Wir erinnern uns ja an die Stichwörter Business Seats und Catering.

00:28:26: Überhaupt die Kosten dieses Stadions zu bespielen, überhaupt das Stadion aufzumachen usw.

00:28:33: Das war für Sächzig nicht darstellbar.

00:28:37: Die VIP-Arenen, die Launches.

00:28:39: Das war alles irre und das war eigentlich das Hauptproblem.

00:28:43: dann... ...die Einnahmen der Launges gingen an die Stadion Betriebsgmbh... ...und Sechzig hat den Null davon wenn in der Loge von MAN oder was weiß ich?

00:28:56: Fünfzig Leute saßen, die haben sich das Spiel quasi kostenlos angeschaut als Gäste von MAN Und MRN hat an die Stadion Betriebs GmbH gezahlt und Sächsich hatte Null.

00:29:08: Der hätte Sächssich schon genauso gut ohne Lohse im Grün, weil da Stadionen spielen können?

00:29:11: Genau!

00:29:12: Diese Lohsen – wie Franz Margit Launges nennt – waren ja genau, wir erinnern uns das Bombengeschäft, dass der Stadio überhaupt abgeschlossen hatte.

00:29:21: So hatt es uns doch zumindest Wildmosa Junior erzählt in einer früheren Folge.

00:29:25: Genau diese Lohchen war noch der Vorteil den Sächßig jetzt plötzlich hatte mit Eigentümer der Stadeon-GmbH zu sein….

00:29:32: Viele Kunden haben sich eine Loge für den FC Bayern gemietet und dabei die Sechzig-Spiele dazubekommen.

00:29:37: Und mit diesen Einnahmen haben beide Vereine gemeinschaftlich die Schulden ihrer Arena geteckt, aber jetzt haben die Löwen ja gar keinen Anteil mehr an der Gesellschaft – sie profitieren also null Komma Null davon dass die Logen vermietet werden!

00:29:51: Und so kommt es das Achtzehnsechzig plötzlich in der wohl historisch einmaligen Situation war, die Nachteile von Eigentümer und Mieter Dasein zu vereinen….

00:30:01: denn Hätten sich die Löwen nie am Arena-Bau beteiligt und wären von Anfang an nur Mieter einer Arena gewesen, dann hätten sie ihre Logen ja zumindest selbst vermarkten können.

00:30:10: Und wären damit reicher geworden?

00:30:12: Fassen wir es also nochmal zusammen!

00:30:14: Sechzig hatte also einmalig ein bisschen Geld bekommen – elf Komma drei Millionen Euro.

00:30:19: Aber dieses Geld deckt gerade mal die Arena-Kosten für die nächsten zwei Jahre.

00:30:25: Denn weiterhin zahlt Sechszig seine drei Millionen aus seinem fast leeren Businessbereich und seine zwei Millionen für die nie gegessenen Menüs.

00:30:33: Tja, man muss leider so bitter eingestehen aber... ...Achzehnundsechzig steht sehr schnell wieder genauso schlecht da wie vorher nur besitzt der Club jetzt keine Arena mehr.

00:30:44: Warum ist Zivza also damals diesen Deal eingegangen?

00:30:48: Diese Frage beschäftigt auch noch viele Achtzehnhundertsechsig Funktionäre und vor allem viele Fans.

00:30:54: Wir haben Stefan Zivsa für diese Audio-Doku natürlich angefragt Mehrfach Und er hat uns abgesagt Ebenfalls mehrfach.

00:31:01: Er sagt, er hat mit dieser Geschichte mittlerweile einfach abgeschlossen.

00:31:05: Aber wir haben natürlich auch in den Jahren vorher schon gesprochen und ihn mehrfach interviewt.

00:31:10: Insofern kennen wir seine Argumentation!

00:31:13: Und diese Argumentations geht so... ...in dem Fall Allianz Arena kommt es nicht auf den Substanzwert von dem Objekt an sondern auf seinen Ertragswert.

00:31:22: Die Substanz ist ja die Arena, die dreihundertvierzig Millionen Euro gekostet hat aber diese Arena macht momentan eben noch keine Gewinne.

00:31:31: Es ist also kein Ertrag vorhanden, im Gegenteil sie muss ja noch abbezahlt werden und zwar richtig viel ab bezahlt.

00:31:38: Und deswegen sind aus Zifters sich die Arena-Anteile nichts wert.

00:31:42: eigentlich haben Sie sogar einen Minuswert.

00:31:44: Er sagt also wenn der FC Bayern uns dafür überhaupt Geld gibt es eine reine Freundlichkeit.

00:31:51: dazu muss man noch sagen dass das Zifter auch geschafft hat die Fix kosten dann ab zwei tausend acht also für zwei Jahre später von fünf auf drei Millionen zu senken.

00:32:02: Ziffer, und das hat er uns gegenüber mehrfach zugegeben verhandelt damals überhaupt nicht mit dem FC Bayern sondern errechnet aus gemeinsam mit den FC Bayern.

00:32:10: Es wird ausgerechnet wie viel Geld Wenn man so will, passt das sogar in seine Argumentation.

00:32:19: Denn wenn man sich einmal mit dem Gedanken angefreundet hat, dass diese Arena-Anteile von Achtzehnundsechzig überhaupt nichts wert sind gibt sie auch keinen Grund zu verhandeln.

00:32:27: Demzufolge wäre es also eine reine Nettigkeit des FC Bayern gewesen, dass die überhaupt Geld bezahlt haben für diese Anteile, die ja nicht wert sind.

00:32:34: und so kam dann letztlich weil die zwei Nichtverhandelten sondern rechteten der extrem niedrige Kaufpreis von elf Komma drei Millionen Euro zustande.

00:32:44: viele Löwenfans wie zum Beispiel Christian Wagershauser überzeugt diese Argumentation nicht.

00:32:50: Wagershauser sagt, naja so lange hat der Ziffer auch gar nicht gesucht nach einem Käufer?

00:32:55: Aber was nun mal Fakt ist dass der Herr Ziffer die Anteile an den Errehener dem FC Bayern quasi geschenkt hat und auf dem Markt gar nicht sondiert hat ob es da nicht doch andere Interessenten und Käufe gibt.

00:33:06: Und das ist schon ein Vorwurf den ich nach wie vor aufrecht erhalte Dass er da nicht die Interessen von.

00:33:13: Er

00:33:18: sagt ja selber immer, er hätte keinen Käufer suchen müssen.

00:33:21: Weil die Anteile nicht zwerd waren zu der damaligen Zeit?

00:33:24: Ja

00:33:24: also wenn man sich jetzt anschaut die Zahlen der Arena GmbH sind die natürlich selbstverständlich was wert und natürlich gibt es für sowas auch einen Markt- und Käufern.

00:33:35: aber der Herr Ziffer hat gemacht was er persönlich viel richtig gefunden

00:33:42: hat.

00:33:46: Aber auch diese Option verkauft Zivza an den FC Bayern.

00:33:50: Und zwar nur zwei Jahre später.

00:33:52: Er hat ja dann die Rückkaufoption sozusagen dem FC Bayern noch für eine Million verkauft, womit klar war wir sind dafür immer draußen.

00:34:00: und das ist natürlich schon was wo man sich fragen kann wer hat da participiert?

00:34:08: Wer hatte denn Vorteile?

00:34:09: Ja wer davon profitiert es eigentlich?

00:34:11: glasklar der FC Bayern Erdersstadion ja inzwischen abbezahlt und das sechzehn Jahre früher als geplant.

00:34:19: Und die Stadion GmbH, die streicht inzwischen jedes Jahr satte Gewinne ein!

00:34:24: Und diese Gmbh, die früher mal zur Hälfte Eighthundertsechzig gehörte, die gehört ja in Zwischen komplett dem FC Bayern.

00:34:32: Das heißt Sechzig profitiert überhaupt kein bisschen davon dass die Stadeon Gmbha Gewinner einstreicht.

00:34:38: Also Fakt ist dieser Deal war alles andere als vorteilhaft für Sechszig Und so ist es kein Wunder, dass noch heute viele Fans auf Ziftser sauer sind.

00:34:48: Aber Franz Margit nimmt ihn fast ein bisschen in Schutz.

00:34:52: Ständig wussten die Leute was man hätte machen müssen und warum man das nicht gemacht hat – das hilft doch alles nix!

00:35:01: Man konnte die Stadionanteile nur zu dem aufgerufenen Preis verkaufen.

00:35:06: Man konnte für den Verzicht auf den Rückkauf nur den angebotenen Preis erlösen.

00:35:11: Wenn ein anderer Geschäftsführer da gewesen wäre, weiß ich nicht ob es einen anderen Preis gegeben hätte.

00:35:19: Ich weiß es nicht!

00:35:20: Wir waren immer in einer Notsituation wo man schwer das Optimale heraushandeln

00:35:26: kann.".

00:35:28: Was im Nachhinein jedenfalls schon sprachlos macht – dass sich auch innerhalb der Aufsichtsgremien bei Sechzig keinerlei Widerstand geregt hat gegen die Verkaufspläne von Zivzer.

00:35:41: Der hat gesagt, wir sind auf gut Deutsch total am Arsch.

00:35:46: Aber ich rette euch!

00:35:47: Ich hab's

00:35:47: drauf.".

00:35:49: Und dann haben die einfach alles gemacht, was der Zivzer gesagt

00:35:51: hat.

00:35:52: Ja und dieses Gefühl haben damals ziemlich viele Fans.

00:35:54: Sie haben den Eindruck dass die Geschäftsführung und das Präsidium ziemlich planlos agieren.

00:36:00: Sie verstehen viel Entscheidungen nicht... ...und das teilweise auch zurecht?

00:36:04: Ja und deswegen entschließen sich damals viele Fans sich stärker im Verein einzumischen.

00:36:09: eben auch Christian Wagershauser.

00:36:10: und Franz Margit Waggashauser wird im Herbst, in den Aufsichtsrat gewählt als Mitglied einer neuen Fangruppierung die sehr kritisch gegenüber dem Geschäftsführer Zivza eingestellt ist.

00:36:21: Das Stadenthema war für mich immer das Schlüsselthema und das war auch der Grund warum ich dann gesagt habe okay diese Arena ist unser Grab jetzt muss in die Verantwortung gehen und da hab' ich mir halt aufstellen lassen.

00:36:36: Und sieben wird Franz Margit Vizepräsident bei.

00:36:40: Und Herr Ziftzer hat mir dringend abgeraten zu kandidieren.

00:36:45: Er hat gesagt, machen Sie es nicht!

00:36:47: Sie gehen unter.

00:36:49: Das ist nichts zu händeln.

00:36:54: Weil jede Saison mit einem Millionenverlust abgeschlossen hat.

00:36:59: Jede Saison.

00:37:01: Franz Margit wird dann natürlich trotzdem Vizepräsident auch wenn Stefan Ziftzern recht hat?

00:37:06: Denn das er die Arena-Anteile der Löwen verkauft hat, hat er eben leider überhaupt nichts daran geändert.

00:37:12: Das Sechzig immer noch Kosten hat wie ein hochverschuldeter Stadionbesitzer und das liegt natürlich auch an Zivzer selbst.

00:37:19: Er war ja schließlich derjenige, der entsprechend verhandelt hat.

00:37:23: Und schon im Jahr zwei Tausend Sieben war die Sachlage so dass der Verein wenn nicht irgendetwas großartig Positives passiert Irgendwann auf die Insolvenz zu steuern wird, weil die einzige Möglichkeit, die bestanden hat damals um die Verluste auszugleichen waren ständige Spielerverkäufe.

00:37:47: Ja und so hat es uns auch Christian Wagershauser geschildert wie groß die Geldprobleme damals waren als er Aufsichtsrat bei Achtzehntsechzig geworden ist.

00:37:55: Mir war schon klar dass man da ein dickes Brett bohren muss aber oft hast du das Kühl gehabt du stehst von der Betonwand.

00:38:02: wenn du gedacht hast Jetzt hast du einen Überblick, dann ist immer noch ein neues Loch aufgetaucht oder wieder ein neues Problem.

00:38:09: Oder wieder irgendwo ein Prozess... Also das war wie Loch Ness, also es ging immer irgendwie

00:38:15: weiter.".

00:38:16: Ja und dann wird im Jahr seven Albrecht von Linde Präsident bei Sechzig Und damit beginnt bei den Löwen eine neue Ära Eine Ära in der sie eigentlich nur noch streiten.

00:38:27: Ja jetzt als der Karren komplett im Dreck steckt schieben sich nämlich alle gegenseitig die Schuld zu Wer ist für was verantwortlich?

00:38:35: Und selber wusste natürlich jeder von Anfang an, dass das alles nichts werden konnte.

00:38:40: Diese Lagerbildung macht Margit auch dafür verantwortliche, dass es danach immer schlechter

00:38:44: lief.".

00:38:45: Ich war ja von der SPD einiges gewohnt aber so etwas was ich da erlebt habe nicht vorstellbar und das war auch einer der Gründe warum's nicht besser geworden ist.

00:38:57: die Fanlager waren verfeindet Im Aussichtsrat gab es gespaltene Mehrheiten.

00:39:04: Bis zu einem gewissen Grad kann man das ja auch verstehen, viele Vertreter aus den Fanlagern wollen eben antworten – auch Waggershauser!

00:39:11: Er und viele andere Fans wollen verstehen warum die Arena so ein derartiges Debakel wurde?

00:39:16: Und warum Zivza für so wenig Geld die Anteile verkauft

00:39:19: hat?!

00:39:20: Der neue Präsident Albrecht von Linde wird genau deshalb gewählt, weil er ein Zivsa-Kritiker ist….

00:39:25: …und eine Aufarbeitung ist natürlich eigentlich wichtig, aber sie läuft überhaupt nicht konstruktiv.

00:39:31: Es gibt stattdessen nur zahlreiche ewig lange Präsidium-Sitzungen mit immer neuen Streitereien und wir die Münchner Sportjournalisten interessieren sich natürlich auch brennend für diese

00:39:41: Sitzung.".

00:39:42: Es gab viel öffentlichen Streit, wo du dich nur fremdgeschehen und gesagt hast.

00:40:00: Das schadet einfach, das hat mich immer wahnsinnig geärgert, dass dann auch irgendwelche Protagonisten sich persönlich über den Verein gestellt haben.

00:40:10: Das kann man sich nicht vorstellen!

00:40:12: Und wenn du dir eine Wurstsämmel zwischendurch im Löwenstüber geholt hast war einer von euch da und wollte unbedingt einen Statement haben.

00:40:19: Da musst du mal schnell mit der Wurstsemmel durch die Hintertür wieder rein, damit man kein Statement abgeben

00:40:27: kann.

00:40:27: Natürlich haben wir Franz Margit schon ein paar Mal mit der Wurstsämmel in der Hand erwischt aber so richtig dabei oben im Besprechungsraum waren wir dann ja doch nie und deshalb war mir dann sehr froh dass uns Franz Margitt jetzt halt mal eine typische Sitzung geschildert hat wie das damals ablief als sich der Geschäftsführer Zivzer und der Präsident von Linde fast täglich duillierten

00:40:46: müssen sich das so ungefähr vorstellen.

00:40:51: Linde stellt Fragen und schreibt immer mit seinem Tagebuch oder macht Aufzeichnungen.

00:41:00: Ziftzer sagt, jetzt hören Sie halt auf alles mitzuschreiben!

00:41:03: Wenn dann machen wir ein Protokoll?

00:41:06: Nein ich will genau notieren was sie gesagt haben weil sie nie zudem stehen was sie gesagt haben.

00:41:11: Dann schrieb er weiter.

00:41:13: Bevor man überhaupt den ersten Punkt einigermaßen abschließen konnte war die Atmosphäre derartig aufgeladen dass Einer von beiden, den Raum verlassen hat.

00:41:25: Immer!

00:41:26: Regelmäßig.

00:41:27: Entweder Ziftzer gingen oder Linde gingen.

00:41:32: Ja woran das wirklich lag ist schwer zu sagen aber was man festhalten kann es Albrecht von Linde wirkt manchmal wirklich ein bisschen überfordert und auch fast ein bisschen zu intellektuell für Sechzig.

00:41:43: Und auf der anderen Seite gibt's viele Fans die sich von Ziftser endlich mal ein zukunftsfähiges Konzept versprechen.

00:41:48: Professionalität und Verlässlichkeit

00:41:51: Ja, das stimmt.

00:41:51: Auf der anderen Seite gab es sehr viele Löwentradizionalisten und damit auch Christian Wagershauser – für den ist Zivza damals absolut untragbar!

00:42:00: Er ist der Großkapitalist, der beim Stadionverkauf mit dem bösen FC Bayern zusammengearbeitet hat.

00:42:05: Ein krummiger Zahlenschieber, der auch gerne mal herumbrüllt oder Leute vor den Kopf stößt.

00:42:10: Stefan Zivsa war meiner Meinung nach gut in den Zahlen aber er war schlecht im Sozial.

00:42:19: Seine Sozialkompetenz war ausbaufähig.

00:42:23: Und die Streitereien steigern sich entsprechend auch immer weiter, bis zum Höhepunkt!

00:42:28: Im Mai-Mai-Karrieren-Jahre hat Stefan Ziftzer am Fingstsonntag nach einem Spiel gegen Osnabrück eine denkwürdige Rede in der Arena und Christian Wagershauser, der ist damals auch in der arena ersetzt oben im Businessbereich direkt neben dem Präsidenten von Linde.

00:42:43: Und dann schauen sie sich auf so kleinen Monitoren an, was der Stefan Zivzer im Erdgeschoss auf der Pressekonferenz so erzählt.

00:42:51: Also ich saß damit im Albrecht.

00:42:52: die anderen waren schon alle weg.

00:42:53: wir haben noch die Presse Konferenz nach einem Spiel angeschaut.

00:42:56: Ich kann mich auch sehr gut an den Tage erinnern.

00:42:58: Saßen da in der Arena das wird er dann übertragen oben auf die Bildschirme und wie der Zivser da losgelädert hat haben der Albrech die ich uns angeschauen habe gesagt es ist die Chance jetzt schmeiß man raus.

00:43:08: Ziffer ist mal wieder sauer auf den Präsidenten von Linde, weil der nämlich einen Gerücht über Personalveränderungen im Verein nicht dementiert hat.

00:43:16: Und deshalb legt Ziffer jetzt so richtig los!

00:43:18: Das zeigt von mangelndem Rückgrat und von mangeltem Charakter alle Ankündigungen die dieses Präsidium bisher gemacht hat.

00:43:25: Alle sind nicht ansatzweise eingetreten aber immer dann wenn man das Gefühl hat es läuft nicht dreht man sich um und sucht irgendwelche Schuldige.

00:43:35: Der Fisch stinkt immer vom Kopf und ich sage ihnen Unser Kopf ist der Präsident.

00:43:39: Wir brauchen dringend einen Präsident, wo wir alle stolz drauf sein können, wo München sagen kann super das ist eine Kraft mit der gehen wir nach vorne und wenn der kommt und nochmal wenn er meine Haarfarbe nicht mag oder mein Dialekt dann gehe ich gerne nach Hause im Sinne von sechzig.

00:43:59: aber dieser Präsident is ne Schande.

00:44:01: vielen Dank Tja.

00:44:05: und nach dieser Brandrede verlässt Ziffer die Bühne im Presseraum im Erdgeschoss der Arena und geht hoch in den Business-Bereich.

00:44:13: Dann kam der Ziftser hoch nach der Pressekonferenz Business Bereich, einige haben geklatscht und dann ist aber der Linde zu ihm hin und hat gesagt ich stand daneben Herr Zifter sie sind fristlos gefeuert und da ist dem Zifter die Kinnlade runtergefallen.

00:44:28: damit hatte er

00:44:28: überhaupt

00:44:29: nicht gerechnet.

00:44:30: er hat sich für unangreifbar gehalten und so hat er ja auch agiert.

00:44:33: ihr könnt mich alle mal das hatte auch jedes Gremium spüren und wissen lassen permanent

00:44:40: Er auch.

00:44:40: Franz Margit sagt damals, dass Zifzers Äußerung absolut inakzeptabel gewesen sind.

00:44:45: Da musste ich in der Nacht mit einem Arbeitsrechtsanwalt ein Kündigungsschreiben verfassen, das ich ihm dann persönlich zugestellt habe am nächsten Morgen.

00:44:56: So!

00:44:57: Das war das Ende der Ehrer Zifza – die scheiterte auch an derartig großen Unverträglichkeiten zwischen den Personen nicht nur an der finanziellen Lage.

00:45:09: Ja und die Reaktionen auf das Ende dieser Ära sind genauso gespalten wie der Verein selbst.

00:45:15: Viele Fans sind erleichtert, dass Ziffer endlich weg ist, andere wiederum stehen einen Tag später vor der Vereinszentrale und bohenden Präsidenten von Linde aus, der Ziffer ja entlassen hat – und manche vertreten sogar die Meinung, dass ziffer seinen Rauswurf absichtlich provoziert hat um einfach wegzukommen vom Sechzig!

00:45:33: Aber Rückblicken muss man sagen, dieser Moment der es natürlich völlig bezeichnend weil er für diesen unglaublich zerstrittenen Verein steht.

00:45:40: Aber an der Lage von Eighthundertsechzig ändert sich auch nach dem Abgang von Zivzern überhaupt nichts.

00:45:45: Zivzer ist weg die Anteile an der Stadion GmbH sind weg aber die Probleme sind noch da Die Schulden Der zu teure Nutzugsvertrag in der Arena Die fehlende Strategie Die schlechte Stimmung.

00:45:56: Wenn man Wagershause und Margit nach dieser Zeit fragt Nach zwei Tausend Acht Da klingen sie vor allem unglaublich frustriert.

00:46:03: Die Kämpfe im Verein kosten damals extrem viel Kraft.

00:46:07: Das hat mir zehnmal mehr schlaflose Nächte bereitet als meine politische Tätigkeit, das je gewesen ist vor allem die von Anfang an unsagbaren menschlichen Differenzen und oft auch schon der Ton der Auseinandersetzung wo man sich gegenseitig abgesprochen hat, das Wohl des Vereins im Auge zu haben.

00:46:41: Ich bin Löwe und du nicht – wir sind Löwen und ihr nicht!

00:46:46: Diese Ansprüche und Selbstüberhöhung einzelner Gruppierungen und Herabwürdigung andersdenkender im Verein, also das hat mir gelegentlich den Glauben an Eighteenhundertsechzig

00:47:02: genommen.".

00:47:06: Und Margit und Waggershauser erzählen auch, dass sie das größte Problem zwar erkannt hatten aber eben auch nicht lösen konnten.

00:47:15: Wir kamen aus der Arena nicht raus.

00:47:18: Wir kommen aus der zweiten Liga nicht raus die Verschuldung ist gestiegen.

00:47:23: Die große Überraschungen, die große positive Überraschen sprich Aufstieg in die erste Bundesliga die der einzige Rettungsanker gewesen wäre ist nicht eingetreten

00:47:35: Und jeder Geschäftsführer, jedes Präsidium hat gesagt naja wenn man die erste Liga aufsteigen ist alles gut.

00:47:40: Man hat immer weitere Schulden gemacht.

00:47:42: es wurde panischer und hat einen Trainer rausgeschmissen und Spieler geholt in der Hoffnung Augen zu und durch.

00:47:49: wir schaffen den Aufstieg und wenn wir in der ersten Liga sind dann sind wir unsere finanziellen Probleme los.

00:47:53: Wir waren während meiner ganzen Amtszeit in der zweiten Liga gefangen so habe ich das empfunden diese Situation

00:48:08: Und seit Ziffer auch gefangen im Mietvertrag.

00:48:12: In einer Saison nach der anderen scheitert Eighteenhundertsechzig in der Folge am Aufstieg und verschleißt dabei Spieler, Trainer, Manager und Präsidenten bis es irgendwann doch nicht mehr

00:48:24: weitergeht.".

00:48:25: Ganz genau!

00:48:26: Das ist schon drei Jahre nach dem Rauswurf von Stefan Ziffer nämlich im Jahr zwei Tausend Elf.

00:48:31: da steht Eighteen Hundertsechsig endgültig vor der Insolvenz.

00:48:35: Nur hat diesmal der Verein keine Stadionanteile mehr, die er verkaufen könnte.

00:48:38: Eightzehundertsechzig hat nur noch eine einzige Chance sich selbst zu verkaufen und einen Investor zu

00:48:45: finden.".

00:48:46: Aber wie soll das klappen?

00:48:48: Welcher Investor investiert Geld in einen kaputten Verein wie Eightzehnhundertsächzig mit einem Vertrag für ein Stadions, dem die Luft abschnürt zum Atmen?

00:49:01: Darum geht es in den nächsten Folge!

00:49:10: bekannten Industriellen gesprochen, die wenn ich den Fall erläutert habe

00:49:13: gesagt hat

00:49:14: einer gesagt junger Mann dann wünsche ihn viel Glück.

00:49:16: Ich hätte es nicht übernommen.

00:49:30: Inseit-Achzehnhundertsechzig Die Löwen, die Arena und das Geld ist ein Fire Original produziert von der Süddeutschen Zeitung.

00:49:37: Moderationen und Redaktionen Markus Schäfflein und Philipp Schneider.

00:49:41: Autoren Justin Patschet und Laura Terbal.

00:49:44: Produktion Sound Design & Regie Carlo Sarski und Justin Pachett mit Unterstützung von Moritz Eder.

00:49:51: Redaktion FAIO, Isabel Lübertrein und Tristan Lehmann.

00:49:55: Gesamtleitung FAIO Luca Hirschfeldt und Tristan Lehmahn.

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