Inside 1860 #3 Das Ende des Monarchen
Shownotes
Mit dem Wiesngastronom Karl-Heinz Wildmoser geht es für 1860 aufwärts. Als die WM in Deutschland vor der Tür steht, will er gemeinsam mit den Bayern eine Arena für München bauen. Wir sprechen mit Wildmosers Sohn, der für die großen Pläne einen hohen Preis bezahlt hat.
Windige Manager, interne Machtkämpfe und der Wirtschaftskrimi um die Allianz Arena: Zwei Sportjournalisten der SZ klären in diesem Doku-Podcast, wer schuld an der Misere des TSV 1860 München ist.
„Inside 1860 - die Löwen, die Arena und das Geld“ ist ein FYEO-Original produziert von der Süddeutschen Zeitung.
Moderation und Redaktion: Markus Schäflein und Philipp Schneider
Autoren: Justin Patchett und Laura Terberl
Mitarbeit: Moritz Eder
Produktion, Sounddesign und Regie: Carlo Sarsky und Justin Patchett
Teamleitung: Laura Terberl
Redaktion FYEO: Isabel Lübbert-Rein und Tristan Lehmann
Gesamtleitung FYEO: Luca Hirschfeld und Tristan Lehmann.
Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio!
Transkript anzeigen
00:00:03: Bisher bei InSight-Achzenhundertsechzig.
00:00:07: Hat sie das Thema gereizt oder war es ...
00:00:10: Ich wollte sie mal kennenlernen?
00:00:11: Ehrlich, ja!
00:00:14: And the winner
00:00:15: is
00:00:16: Deutschland.
00:00:19: Das Olympia-Stadion wäre in der Form wie's damals stand nicht wemgerecht
00:00:24: gewesen.
00:00:25: Aber es war noch Teil der Bewerbung
00:00:26: Teil der Bewerbung, aber mit einer klaren Auflage, dass es ingebaut
00:00:29: worden ist.
00:00:30: Finden Sie nicht, Herr Kollege?
00:00:32: Dass das einfach nix ganzes und nix halbes ist, nix fisch und nichts Fleisch?
00:00:37: Dann sagt er grad natürlich, Herr Kulige, wie das natürlich.
00:00:41: Ja, natürlich sind ich das auch!
00:00:45: Und dann hat er zu mir gesagt so jetzt können sie ja Stadion bauen.
00:00:51: So Folge drei – und jetzt kommen wir endlich auf mein Lieblingsthema zu sprechen Das StadioN.
00:00:57: Ja, man hat es ja in den ersten zwei Folgen schon gemerkt.
00:01:00: Wenn's drum geht rauszufinden wieso achtzendhundertsechzig München dermaßen abgestürzt ist kommt mal irgendwie früher oder später immer auf diese Allianz Arena zu sprechen Auf diesen riesen Fußball-Tempel im Norden von München
00:01:11: Genau eben jene Arena die schon in der Planungsphase für dermaßens viel Stress in München sorgt das sogar ein Bürgerentscheid damals läuft mit der Frage ob man wirklich dieses neue riesige Stadion für die WM überhaupt bauen soll.
00:01:23: Die Bürger entscheiden sich aber für das Stadio Und deswegen geht es bei der Grundsteinlegung im Oktober zwei Tausendzwei ausnahmsweise mal harmonisch zu.
00:01:32: Am Autobahnkreuz, direkt neben dem Fröttmanninger Müllberg und der Kläranlage ist an diesem Tag eine riesige Baugrube zu sehen – und nebenan steht ein großes weißes Zelt!
00:01:43: Der damalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude ist da….
00:01:46: …und natürlich auch Franz Beckenbauer.
00:01:48: Genau, Franz Bekenbauer in seiner Doppelfunktion.
00:01:51: Er ist Zweitausendzeiger Präsident des FC Bayern und gleichzeitig aber auch Mitglied im Organisationskomitee der WM.
00:01:59: Und wer natürlich auch dabei sein möchte, das ist der Löwenpräsident Karl-Heinz Wildmosa.
00:02:08: Ja, jede Menge Reporter sind natürlich zusätzlich auch da.
00:02:12: Und ein Reporter, den wir gerade gehört haben des Bayerischen Rundfunks, der stellt Wildmosa hier die Frage ob er froh ist dass die Bauarbeiten jetzt endlich losgehen?
00:02:21: Natürlich!
00:02:21: Wir haben eine ganz bewusste Grundsteinlegung auf den Tag des Bürgerentscheids gelegt, der so großartig zugunsten der Stadion verlaufen ist.
00:02:28: Dann nochmal meinen herzlichen Dank an alle Bürgerinnen und Bürger, die sich für diese Stadien entschieden haben.
00:02:35: Heute denke ich es ist ein sehr guter Tag für
00:02:42: dich.
00:02:44: Ob er gut schlafen kann, will der Reporter von Wildmosa wissen.
00:02:47: Damit spielt er natürlich auf die Frage an ob dem Präsident nicht ein bisschen mulmig ist angesichts dieses Riesenprojekts.
00:02:53: Schließlich soll Jarena schon drei Jahre später fertig sein also erst ein Jahr vor der WM-Sechs und insgesamt wird das Stadion dreihundertvierzig Millionen Euro kosten.
00:03:03: da kann man schon mal eine schlaflose Nacht haben oder?
00:03:07: Aber Wildmoser gibt sich selbstbewusst Genauso wie der Oberbürgermeister Christian Ude.
00:03:12: Wir sehen uns bei der Eröffnung,
00:03:18: oder?
00:03:18: Aber selbstverständlich!
00:03:23: Ude, Wildmosa und Beckenbauer – ein Oberbürgermeister und zwei Vereinspräsidenten.
00:03:29: Das sind die Gesichter des Stadionbaus.
00:03:31: Auf der Baustelle auf der sie gerade stehen findet dann knapp vier Jahre später das erste Spiel der WM statt Deutschland gegen Costa Rica Und als VIPs werden sie natürlich auf den besten Plätzen im Stadion sitzen.
00:03:43: Nur Karl-Heinz Wildmoser nicht!
00:03:46: Karl Heins Wildmosa wird die fertige Arena in Fröttmaning, nicht ein einziges Mal betreten...
00:03:53: ...und warum er sie nie betreten hat?
00:03:55: Darum geht es in dieser Folge von INSIDE-Achzehnhundertsechzig Die Löwen, die Arena und das Geld Ein Fire Original der Süddeutschen Zeitung Mit mir Markus Schäflein
00:04:07: Und mir Philipp Schneider.
00:04:09: Folge drei das Ende des Monarchen.
00:04:22: Das neue Stadion, die Allianz Arena wird damals, also im Jahr zwei-tausend-zwei, zwar extra für die WM gebaut aber es ist ja klar auch danach soll das Stadio noch weiter genutzt werden
00:04:33: Ja und zwar vom FC Bayern und achtzehnundsechzig zusammen obwohl sich die Fans ja nicht wirklich mögen besser gesagt teilweise sogar hassen.
00:04:41: Also hört sich erst mal völlig absurd an Die Zwei Stadtrivalen teilen sich ein Stadión Aber in Mailand klappt es ja auch mit Milan und Inter Und Mailand ist ja, das haben wir schon bei seinem Antritt als Präsident von ihm gehört.
00:04:54: Das Riesenvorbild von Löwenpräsident Wildmosa.
00:04:57: Um den Bau und den Betrieb zu finanzieren gründen beide Vereine zusammen die München Stadion GmbH.
00:05:02: Daran sind die Clubs jeweils zu fünfzig Prozent beteiligt und diese Gmb H finanziert in teuren Stadionsbau fast ausschließlich über Bankkredite.
00:05:10: Die beiden Vereine hoffen aber natürlich dass sie mit diesem neuen Stadionen richtig viel Geld erwirtschaften werden so da Sie dann diese Kredite auch wieder zurück zahlen können ohne Probleme.
00:05:19: Das hat uns auch Hönes im Interview ja so erzählt, der für den FC Bayern mitverhandelt hat.
00:05:25: Die neue Arena war für ihn eine super Sache weil es ihm mehr Möglichkeiten gibt für zahlungskräftige Fans.
00:05:31: Sie darf nicht vergessen in der Olympia-Stadt hatten wir drei hunderte Loschenplätze und jetzt haben wir zwei tausend einhundert große Unterschiede.
00:05:39: Ein großer Unterschied?
00:05:40: Der natürlich super ist wenn man genügend zahlungskräftige fans hat!
00:05:44: Und der FC Bayern hatte er aber auch.
00:05:46: Aber die hat er halt nicht.
00:05:49: Die Frage ist jetzt also, was will man überhaupt mit dem halbleeren Stadion?
00:05:54: Dazu kommt ja das Sechzig in der Saison-Zweitausend-Zwei-Tausend-Eins gerade mal umgerechnet einen Gewinn von rund zwei Millionen Euro gemacht hat.
00:06:02: Also da war natürlich noch ein D-Mark aber umgerechnet und dann will man jetzt den Stadionen für dreihundertvierzig Millionen Euro bauen.
00:06:10: Ja Markus die Frage, die du dir jetzt stellst, die stellen sich damals auch schon viele achtzehnsechzig Fans Und sie wollen halt wissen, was zur Hölle will dieser Präsident Karl-Heinz Wildmoser mit einer riesigen Luxusschüssel?
00:06:23: Mit einem dieser Fans haben wir für diese Doku auch gesprochen.
00:06:26: Mein Name ist Christian Wagershauser und ich bin in den Sechzig geboren, wie sich das gehört für ein Sechsger Fan.
00:06:32: Ich betreibe seit siebenundzwanzig Jahren die Muffertalle als Geschäftsführer.
00:06:37: Ja,
00:06:40: man kann also schon behaupten dass Christian Wagershauser sich durchaus mit Zahlen auskennt.
00:06:44: Er betreibt eben diese Konzerteile hier in München.
00:06:47: aber er ist auch politisch aktiv.
00:06:49: Er engagiert sich bei den Grünen und für die hat er übrigens auch schon mal für den Stadtrat kandidiert.
00:06:54: Übrigens auch wie es für einen Sechziger-Fan gehört auf Listenplatz Sechzig.
00:07:00: Und für viele Jahre ist Wagers Hauser eigentlich nur klassischer Sechsig-Fans Also ein Stadiongänger.
00:07:05: Aber für ihn ändert sich dann alles in der Zeit unter Wildmose.
00:07:10: Diese Zeit, die hat ihn erst wütend gemacht und dann muss man sagen ja ... Politisch radikalisiert fast.
00:07:16: Denn für ihn ist das neue Stadion von Anfang an eine komplette Schnapsidee.
00:07:20: Auf Augenhöhe mit Bayern kann du das alte Beispiel bringen, wenn ein Milliardär nach dem Empfänger sagt, wir ziehen zusammen und der Milliardäre sagt ich hab da was!
00:07:29: Das war vom Anfang an zum Scheitern verurteilt weil jeder, der rechnen kann, konnte sich das selber ausrechnen.
00:07:37: Ja, das ist ein interessantes Bild.
00:07:39: Ein Milliardär und ein Hartz-IV-Empfänger ziehen zusammen!
00:07:42: Für Waggashauser ist damals ganz klar wie die Rollen verteilt sind – und für ihn ist auch klar wer derjenige war, der damals als erster diese Idee hatte?
00:07:49: Das war der Löwenpräsident Wildmoser.
00:07:51: Für ihn ist Wildmosa nämlich ein Blender einer der Achtzehnsechzig also den ganzen Klub vor allem für seinen eigenen Vorteil genutzt hat.
00:07:59: Ich weiß nur dass Wildmosers eigentlich bevor er bei Achtzentzechzig Präsident war ein in der Stadt unbekannter Gastronom war.
00:08:07: Und natürlich hat er auch seine Popularität als Präsident genutzt, um seine Geschäfte zu vergrößern.
00:08:13: Also seine Gastronomieobjekte zu erweitern, Hotels zu bauen
00:08:17: etc.,
00:08:18: also er hat natürlich diese Kontakte was ja legitim ist aber er hat das auch genutst, um davon persönlich zu profitieren.
00:08:24: und es ist natürlich wenn man bekannt ist, wenn man ständig in den Medien ist, weil man mit vielen mächtigen und wichtigen Leuten zu tun hat, dass für manche Leute sehr wichtig.
00:08:34: Und da kann es dann sein, dass das den ein oder anderen natürlich auch eine Bodenständigkeit verlieren lässt.
00:08:42: Wildmosa war auf Wolke Siebens gab keine Grenzen.
00:08:45: Also man war der Meinung und man schafft das
00:08:47: alles.".
00:08:48: Wagershauser beschreibt Wildmose hier so als eine Art Münchner Donald Trump – also einen Tycoon, der nicht im Hochhaus-Business tätig ist sondern im Wirtshausbusiness.
00:08:58: Aber da hat er vielleicht schon recht!
00:09:00: Auch damit, dass es Wildmoser sehr wichtig besonders im Vordergrund zu stehen und von den anderen Fußballmanagern auch ernst genommen zu werden.
00:09:08: Das war, glaube ich, auch sein persönlicher Ehrgeiz bei der WM-Eröffnung neben Beckenbauer und Blatter – bei der Öffnung der WMs auf der Haupttribüne am Mittelkreis sitzen und in jede Kamera lächeln.
00:09:18: Also da hat natürlich ganz viel Gelddungsbedürfnis und Eitelkeit noch alle
00:09:22: gespielt.".
00:09:23: Und was den Löwen-Fan Wagershauser damals am meisten stört?
00:09:26: Das ist das es für ihn schon damals danach aussieht als ob niemand im Verein dagegen hält!
00:09:32: Wildmosa klar, der gibt ja immer gerne in Patriarchen.
00:09:35: Aber zumindest theoretisch gibt es bei den Stellvertretern eine Geschäftsführung und Wagershauser fragt sich heute noch, wieso hat da niemand etwas gesagt damals?
00:09:46: Es gab unter dem damals verantwortlichen Vizepräsidenten Aufsichtsrat niemandem, der die eingebremst hatte.
00:09:54: also wenn das eine Diskussion gegeben hätte Wenn man gesagt hat, jetzt schauen wir uns mal die Zahlen in Ruhe an.
00:09:58: Jetzt vergleichen wir das und machen ein Worst-Case-Szenario.
00:10:01: Jeder kauft einen Machtjahr, wenn er eine größere Investition tätigt.
00:10:04: Ein Bestfall- und Worstcase-Scenario.
00:10:08: Und dann schaut man, wie realistisch ist es?
00:10:10: Wo standen wir die letzten Jahre gleich ab?
00:10:13: Beim
00:10:14: Wildmusser war das einfach ein Augenzuhund durch!
00:10:18: Ja so ist zumindest der Eindruck von Waggershauser damals gewesen als Fan, als Außenstehender sozusagen Aber diesen Eindruck vom bestimmten Macher, vom Alleinherrscher sozusagen.
00:10:30: Den hat uns auch Christian Ude bestätigt als wir mit ihm gesprochen haben und Ude war zu der Zeit ja nicht nur der Oberbürgermeister der Stadt sondern er saß auch im Aufsichtsrat bei den Löwen.
00:10:40: Es war ja auch so dass zum Beispiel der Bildmuser als Präsident de facto die Sitzungen leitet kenne ich halt auch völlig anders, dass man die Geschäftsführung sogar zeitweise hinausbittet.
00:10:56: Weil man jetzt über sie diskutieren will.
00:11:00: aber wenn der Bild unseren Kopf schüttelte hieß es den rufen wir jetzt nicht auf.
00:11:04: also er war ein ganz machtbewusster patriarchalischer Mann der halt auch Erfolge herbeigeführt hat das vorher und leider auch hinterher nicht mehr gab.
00:11:14: Also ich will ihn gar nicht negativ zeichnen Ich sag nur die Machtverhältnisse waren so.
00:11:21: schon die Gel-Vertreter hatten nichts zu sagen, sondern Wildmosa hat gemacht was er wollte und die Geschäftsführung hatte wenig zu sagen.
00:11:33: Und die Aufsichtsratsmitglieder, wenn ihr das waren auch frühere Fußballer dabei haben sich dann nur für oder gegen bestimmte Spieler ausgesprochen aber mit den Wirtschaftsunternehmen da nicht näher beschäftigt.
00:11:50: Also das stellt man sich natürlich sehr lustig vor, dass die Aufsichtsräte über die Mannschaftsaufstellung diskutieren.
00:11:56: Aber es fehlt im Verein auf jeden Fall ein Gegengewicht zu Wildmosa – so wild muss als ambitionierten Plänen!
00:12:02: Da es niemanden der im Kontra gibt auch nicht die Geschäftsführung.
00:12:07: Ja, nicht nur auch noch nicht die Geschäftsführungen sondern die Geschäftsführer schon mal gar nicht, denn die Geschäftswührung sowohl bei den Löwen in der Fußballfirma und auch in der Stadion GmbH liegt bei Karl-Heinz Wildmosa Junior!
00:12:22: Genau, Wildmosa Senior steht zwar mehr im Mittelpunkt und ist in der Öffentlichkeit viel präsenter als der Junior.
00:12:28: Aber eigentlich macht er alles gemeinsam mit seinem Sohn, der den gleichen Namen trägt.
00:12:33: Ich hatte mir mein Vater immer ein sehr enges Verhältnis, sehr gutes Verhältniss, weil ich mit meinem Vater jeden Tag zusammen war.
00:12:40: Und das war der Wildmoser Junior.
00:12:42: Den haben wir im November zum Interview getroffen, und zwar am Marienplatz.
00:12:48: Da hat er ja sein Restaurant das Wildmosaus.
00:12:51: Und direkt drüber waren wir in seinem Büro, coronamäßig gut belüftet natürlich und deswegen ziemlich kalt auch.
00:12:57: Wir haben an einem Schreibtisch gearbeitet, wir haben alle Sachen zusammen entschieden.
00:13:02: Alle Themen waren überall beide gleich an Firmen beteiligt.
00:13:08: Und so insofern haben wir alles zusammen gemacht.
00:13:12: Also Sie waren quasi Geschäftspartner?
00:13:15: Wir waren Familie- und Geschäftspartner.
00:13:18: Und
00:13:18: Freunde?
00:13:19: Ja, sehe ich auch.
00:13:20: Wenn man sich so eng zusammenarbeitet und so eng sammeliebt wie wir das gemacht haben, sehe Ich auch
00:13:26: Freunde.".
00:13:29: Damit die beiden Karl-Heinz Wildmosers damals übrigens nicht permanent verwechselt werden wird der Junior einfach Heinz sie genannt – und wenn vom Karl-Hainz die Rede ist dann ist immer sein Vater gemeint!
00:13:41: Und während wir seinen Vater in der ersten Folge noch als ein Bär von einem Mann beschrieben haben, ist Heinz sie deutlich kleiner als sein Vater und auch sonst eher ein ja stiller introvertierter Typ.
00:13:52: Als er mit ihm sprechen lächelt er sehr freundlich.
00:13:54: Er ist sehr höflich.
00:13:55: Markus und ich haben so das Gefühl dass er ja so ein bisschen vorsichtig ist weil er nicht weiß in welche Richtung das Gespräch laufen wird.
00:14:02: Hat sich das manchmal gehergert?
00:14:03: Das ist trotzdem immer so viel über ihrem Vater.
00:14:05: Der stand immer so im Rampenlicht und Sie haben gearbeitet.
00:14:09: Im Schatten von Ihnen.
00:14:10: hat sie das gestört?
00:14:12: Ich habe mich das gestörrt, ich bin nur mit groß geworden.
00:14:16: Ich bin noch mit so einer Situation aufgewachsen.
00:14:19: Ich hab in Nuwinsinn meine Ausbildung fertig gemacht damals in vier Jahreszeiten aber ab dem Moment, wie wir jetzt hier am Tisch sitzen an einem Tisch mit meinem Vater gesessen, wir haben alles zusammengemacht.
00:14:32: also ich bin mit der Situation auf gewachsen.
00:14:34: mein Vater war Jemand, der wohl in der Öffentlichkeit wahnsinnig gut representieren konnte.
00:14:38: Der ist in den Saum reingegangen und er hat halt einfach durch seine Ausstellung – ich weiß jetzt nicht wie ich es erklären soll!
00:14:45: Er hat die Situation auf sich gezogen und er konnte unheimlich gut reden.
00:14:52: Man hat ihm zugehört und er war schon ein Vorbild für mich das muss ich schon
00:14:57: sagen.".
00:14:58: Ehrlich gesagt waren wir ziemlich überrascht dass Wildmosa Junior sich überhaupt bereit erklärt hat bei unserer Audio-Dokument zum Machen aus zwei Gründen Weder Markus, noch ich hatten jemals vorher mit ihm wirklich engen Kontakt.
00:15:10: Weil er diese ganze Stadiongeschichte ja auch in der Zeit gespielt hat bevor wir über den Sitz von den Sechzehnten geschrieben haben.
00:15:15: Aber noch viel entscheidender war was anderes Der Junior hat sich seit dieser Bauphase um die Arena und die ganzen Entwicklungen die dann folgten hatte sich eigentlich aus der Öffentlichkeit komplett zurückgezogen.
00:15:25: Es gibt keine Interviews mehr hat keine Termine wahrgenommen.
00:15:29: Er ist so ein bisschen zu einer Art Phantom geworden Und umso gespannter waren wir natürlich vor diesem Hintergrund auf das Gespräch.
00:15:35: Als Allererstes wollten Markus und ich natürlich wissen, wie es damals überhaupt dazu kommen konnte, dass ihm der Job eines doppelten Geschäftsführers angeboten wurde?
00:15:44: Ich hatte vorher keine Funktionen im Verein.
00:15:47: Ich habe meinen Vater unterstützt in seiner Funktion als Präsident.
00:15:50: Und ich war nur deshalb Geschäftsförder im Verein, weil ich Geschäftsfühler war bei der Stadion GmbH und zu dem Zeitpunkt es vernünftig war Gremien im speziellen Aussichtsrat, das es dann eine Verbindung gibt zwischen Verein und Stadion.
00:16:07: Und deshalb Geschäftsführer in beiden Bereichen.
00:16:13: oder
00:16:14: hat der Vater sie überredet?
00:16:15: Nein nicht meinen Vater.
00:16:17: Unsere Gremian haben mich dazu überreden.
00:16:18: Nicht mein Vater.
00:16:19: Mein Vater habe mich nicht überredert.
00:16:21: Unser Aufsichtsrat hat mir überredete.
00:16:22: Der FC Bayern hat mich überrede.
00:16:27: Du bist der einzige da, wo die Akzeptanz da ist und wo auch vielleicht die Erfahrung da ist.
00:16:31: Auch im
00:16:31: Immobilienbereich.".
00:16:33: Ergutsohn Stadion ist ja dann doch eher eine Spezialimmobilie – aber zweifelsfrei hatte er Erfahrungen gesammelt in dem Immobilianbereich!
00:16:39: Der Junior spielt halt darauf an, dass die ganze Familie Wildmosa damals nach der Wende sehr großzügig in Ostimmobilien investiert hat — und dafür haben Vater und Sohn sogar eine eigene Firma gegründet, die trug den wunderbaren Namen Weißer Hörisch.
00:16:52: Ja, das finde ich wirklich sensationell für die Gastronomenfamilie Wildmosa.
00:16:57: Weißer Hirsch klingt ja wirklich wie eine Gastwirtschaft!
00:17:00: Ja gut so sind sie wahrscheinlich darauf gekommen irgendwie abends beim Schweinsbraten wer weiß?
00:17:04: Na aber jedenfalls so richtig viel haben Ostimmobilien nicht zu tun mit einem neuen Stadion in München Das steht ja außer Frage.
00:17:11: Aber so wie es der Junior uns erzählt hat War es damals trotzdem keine taktische Entscheidung etwa von seinem Vater, dass er ihm die Doppelgeschäftsführung deshalb überlassen hat um seinen eigenen Einfluss oder den Einfluß der Familie Wildmosa bei Aachzensechzig zu stärken?
00:17:25: Und es war auch angeblich keine Fetter- und Wirtschaftssondern.
00:17:27: So erzählt er's!
00:17:28: Es war halt einfach eine sehr praktische
00:17:30: Entscheidung.".
00:17:31: Ja, und der Job war ja auch zeitlich begrenzt, sagt der Wildmoser.
00:17:34: also sei von Anfang an klar gewesen das er die beiden Ämtern nur sozusagen in der heißen Bauphase dieses Stadions ausüben sollte und danach wieder abgeben.
00:17:43: Ja und auch wenn es angeblich einfach nur praktisch war, natürlich hätte Wildmoser den Job nie bekommen, wenn sein Vater nicht Präsident bei Sechzig gewesen wäre.
00:17:52: Aber damals sehen es eben alle einfach so – die Wildmosers bekommt man nur im Doppelpark!
00:17:57: Wildmosa Junior ist also fest beim Stadion dabei….
00:18:00: …und dann legt er los und merkt ziemlich schnell dass zwischen Sechzig und Bayern nicht nur sportliche Welten liegen sondern auch finanziell.
00:18:09: Also ich war tief beeindruckend für mich die Verträge des FC Bayern gelesen durfte Wo es um die Finanzierung ging, da habe ich vielleicht die Herzbekämmung bekommen.
00:18:17: Weil man denkt, uuh, sechzig ist echt klein!
00:18:19: Und
00:18:20: wo drin steht was, die auf Ihrem Festgeldkonto liegen
00:18:22: haben?
00:18:22: Nein, wo drin stand, was so die Sponsorleistungen und so weiter waren.
00:18:29: Ja und gerade weil der Junior so erstaunt reagiert hat wollten wir jetzt natürlich von dem Wissen Hallo wieso zur Hölle ist man an diesen Deal überhaupt eingegangen?
00:18:38: Ging es dem Vater damals nur um die eigene Eitelkeit?
00:18:40: Und hat er deshalb mich so genau hingeschaut?
00:18:44: Stimmt es denn, dass ihr Vater tatsächlich diesen Traum hatte beim Eröffnungsspiel einfach da auf der großen Bühne zu erscheinen?
00:18:53: Definitiv nicht.
00:18:54: Das war keine Eitelkeit zugeschrieben.
00:18:55: Nein, gar nicht
00:18:56: überhaupt nicht!
00:18:57: Mein Vater hatte den sozusagen logischerweise in die Öffentlichkeit, sonst mache ich nicht Präsident eines solchen Vereins.
00:19:04: aber er war auch nicht der, wo er jetzt gesagt hat, er ist der zampanote Stadiums.
00:19:09: Nein nein das war definitiv nicht der Fall.
00:19:12: Herr Wildmoser kennt seinen Vater natürlich wie kein anderer.
00:19:15: Aber das ist alleine der größten Wahnsinn des Vaters war, der die ganze Stadiongeschichte und den ganzen Vereinen in Abgrund gezogen hat?
00:19:22: Das verneint der Junior im Gespräch dann doch sehr vehement!
00:19:25: Es ist von der Sache her verkehrt, nein er ist nicht Größenwahn, sondern ich geworden.
00:19:29: Sechzig hat erste Liga gespielt, sechszig hat international mitgespielt.
00:19:33: Es war eine Situation da, dass es darum ging wo kann man sich weiterentwickeln.
00:19:38: Die Randbedingungen waren sehr positiv Und es war keine Entscheidung von meinem Vater.
00:19:45: Es war eine Entscheidung von allen Gremien, dann müsste man behaupten alle die wo in vorenwortlichen Gremiens saßen.
00:19:51: Waren Grüße wahnsinnig?
00:19:52: das glaube ich nicht!
00:19:55: Es war keine einsame Entscheidung von meinen Vaters.
00:19:59: Der Wildmosa Junior sagt also... Die Gremian der ganze Verein haben doch alle Division von meinem Vater mitgetragen und zwar nicht weil sie sich nicht getraut haben ihm zu widersprechen sondern weil sie wirklich auch davon überzeugt waren.
00:20:12: Also auch die Gremien hätten die Chance gesehen, den Verein dadurch weiterzuentwickeln.
00:20:17: Die Argumentation lautet also – Auch die Gremlin waren der Überzeugung, dass die Kredite für diese riesige Arena problemlos zurückbezahlt werden können?
00:20:27: Ich muss sagen, die Zusammenarbeit mit dem FC Bayern war letztendlich immer gut geworden!
00:20:33: auch sehr erfolgreich zusammengearbeitet, weil wenn man nicht erfolgreich zusammen arbeitet und da große Diskussionspunkte hat.
00:20:40: Und das Ganze in einem Steidmünder, dann hätten wir das zeitlich nie
00:20:43: geschafft.".
00:20:45: Na dass er jetzt sagt – Sie hätten sehr erfolgreich zusammengearbeitet!
00:20:49: Das hatten sie doch erst mal gewundert im Gespräch.
00:20:51: Man hört ja immer wieder und man weiß ja auch die Arena war vermutlich viel zu teuer und Sechzig hat sich damit völlig übernommen.
00:20:58: Aber Wildmosa Junior sagt jetzt im Gesprächen das Gegenteil….
00:21:01: Und er sagt vor allem der krasse Zeitdruck, dass die Arena sehr schnell fertig werden musste hat Sechzig völlig in die Karten gespielt.
00:21:08: Vielleicht war dieser Zeitzug unser Vorteil dabei weil der FC Bayern zugestimmt hat das in diese Stadiongesellschaft Einnahmen einfließen, die wir sonst nie bekommen hätten.
00:21:25: zum Beispiel die Einnahmen aller Loschen Also der Verkauf der gesamten Luschen, diese Einnahmen sind zu hundert Prozent in die Stadiongesellschaft eingeflossen.
00:21:38: Das Namensrecht hätte er sechzig so in der Form nie verkaufen können.
00:21:42: Und das in die Allianz gegangen ist?
00:21:43: Das ist dann auch komplett in die Finanzierung der Stadions eingefliessen.
00:21:49: Na ja, dass was uns Wildmose hier gerade erzählt, das ist tatsächlich ein spektakuläres Detail!
00:21:53: Man muss sich das vorstellen... Da kommen Leute, die wollen eine Loge mieten in dem Stadion eigentlich nur um die Heimspiele des FC Bayern zu sehen.
00:22:02: Dann mieten sie eine Loje und haben damit Anspruch auf jedes Heimespiel das dort ausgetragen wird – also auch die Heimspiele der Löwen!
00:22:09: Bloß die großen Firmen, die so eine Loja mieten, die wollen in der Regel keine Spiele der Löwen sehen sondern die kommen wirklich für den FC Bayern.
00:22:16: Und diese Einnahmen wiederum, da reden wir von viel Geld, das fließt zu hundert Prozent in die StadionsgmbH.
00:22:22: Und diese Stadion GmbH, die gehört den Löwen allerdings zum gleichen Teil wie dem FC Bayern.
00:22:27: Das heißt also und deswegen kann Wildmosa diesen Deal-Alt auch so als toll bezeichnen – Die Löwen profitieren tatsächlich davon dass der FC Bayern seine teuren Logen an Großfirmen vermietet bekommt!
00:22:39: Und dazu kommt noch ein weiterer Deal, den ausschließlich der FC Bayern eingefädelt hat und der trotzdem zu hundert Prozent der Stadion GmbH zugute kam.
00:22:47: Das war nämlich der Deal mit der Allianz die gesagt hat okay wir wollen jetzt die Namensrechte an der Arena erwerben.
00:22:53: Die treibenden Kräfte dahinter waren Beckenbauer und Hönes.
00:22:56: Es sind einfach vorteilig gewesen, die wo sechzig hatte dabei weil letztendlich hat uns das FC Bayern oder hätte uns das Stadium bezahlt unseren Anteil Das Eigenkapital, damit überhaupt so eine Financierung möglich ist, hat die FC Bayern gestellt.
00:23:13: Wir hatten ja gar keine Mittel, wir haben die Mittel gebraucht für den Sport und der FC Bayern hat dann dank einer Beteiligung von Dames Adidas ca.
00:23:23: seventy Millionen zur Verfügung, die sie eingebracht haben.
00:23:26: Naja und dieses Eigenkapitel das kann der FC Bayern damals deshalb so gut einbringen weil er zehn Prozent an seinem eigenen Club an Adidas verkauft hat und dadurch haben jetzt plötzlich sehr viel Geld zur Verfügung.
00:23:37: Diese seventy-Millionen hat der FC Bayern eingebracht als Eigenkapital.
00:23:42: Was sollen wir als Sechzig sagen?
00:23:44: Wir haben kein Geld, tut uns leid!
00:23:46: Wir haben diese Mittel nicht.
00:23:48: Übrigens sein wenn irgendwann mal die Stadion soweit ist dass es Ergebenes abgibt dann könnte das wieder zurückhaben.
00:23:54: aber wir haben den Mittel gar nicht.
00:23:56: Das Startkapital kommt damals also fast zu hundert Prozent vom FC Bayern Und das wird trotzdem den Löwen nicht geschenkt, sondern es wird einfach nur gesagt, achtzendsechzig soll dann diesen Anteil erst dann zurück bezahlen wenn sie irgendwann mal flüssig sind.
00:24:09: Aber das heißt dass ist eine spannende Sichtweise die Sie jetzt da legen weil es gibt ja das viel verbreitete Argument das immer gesagt wird wie konnte sechzig damals auf Augenhöhe als gleichwertiger Partner mit dem Sie jetzt sagen wir haben dadurch was geschenk bekommen
00:24:22: sehr viel.
00:24:24: der ganze kredit basiert auf dem vermögensfz Bayern
00:24:26: aber
00:24:27: damals zu hundert prozent.
00:24:31: Was der Wildmusser damit also sagen will, die Löwen und die Bayern haben zwar genau dieselben Anteile an dieser Stadion GmbH.
00:24:39: Aber das gesamte Eigenkapital der Gmbh kommt so gut wie ausschließlich von den Bayern – und der weitaus größere Teil vom Cashflow übrigens auch!
00:24:48: Und die Verhandlungen der Kredite mit der Bank?
00:24:51: Auch die haben die Bayern übernommen.
00:24:53: Die Sechziger glauben also in dem Moment dass sie enorm profitieren von ihren geschäftstüchtigen finanzstarken Nachbarn.
00:25:01: Und Uli Hoeneß, der ist natürlich nicht ganz so begeistert von dieser ganzen Konstruktion.
00:25:06: Denn der FC Bayern muss ja jetzt erst mal mit viel mehr Geld in Vorleistung gehen als die Sechziger.
00:25:11: Aber Uli Hönes hat da keine Wahl?
00:25:14: Er muss mitmachen!
00:25:16: Und warum?
00:25:17: Das hat uns der ehemalige Oberbürgermeister Ude in unserem Interview auch erzählt.
00:25:22: Höness wollte immer mehr Geld sehen vom Löwen, dass sie sich beim Stadion stärker finanziell engagieren und dann hatte er Wildmosa ein Prinzip verstanden, dass ich ihnen beiden erklärt habe.
00:25:38: Weil die solche Kategorien überhaupt nicht
00:25:40: kannten.
00:25:41: Die beiden, den Ude jetzt tatsächlich was erklären muss das sind Karl-Heinz Wildmoser also der Senior in dem Fall und Franz Beckenbauer damals der Bayernpräsident Und die drei sitzen während der Stadion Bau- und Planungsphase sehr häufig zusammen Denn sie haben tatsächlich einiges zu besprechen.
00:25:57: Ich hatte dem Beckenbauern und dem Wildmosa die Regeln des Europarechts erklärt, dass eine öffentliche Ausgabe, die nur einem Wirtschaftsunternehmen zugutekommt, eine unzulässige Förderung ist und gegen europäisches Recht verstößt.
00:26:22: das ja verbietet, dass ein bestimmtes Unternehmen öffentliches Geld erhält.
00:26:28: Das ist Wettbewerbsverzerrung anderen
00:26:30: gegenüber.".
00:26:32: Also zusammengefasst die Arena selbst zahlen ja die beiden Vereine da muss die Stadt nichts dafür hergeben.
00:26:38: aber es fließen eben auch öffentliche Gelder von der Stadt dann auch vom Land und vom Bund in die Infrastruktur rund um dieses Stadion also zum Beispiel für die neue Autobahnausfahrt für die Neue U-Bahn Station und das sind insgesamt, wenn man alles zusammenrechnet immerhin gut zweihundertzehn Millionen Euro.
00:26:57: Und dann sagt er, der Pilb muss er mich gebeten, das nochmal deutlicher auszuführen.
00:27:03: Er sagt da ist es also so, wenn nur die Roden in dem Stadion spielen würden, dann dürftet ihr die Verkehrserschließung nicht kaufen.
00:27:13: aber wenn es allen Fußballvereinen ersten Ligarspielen zugutekommt, dann dürft ihr die Straßenerschließung schon finanzieren.
00:27:26: Wie gesagt ja genau so ist es!
00:27:28: Es muss einer Branche insgesamt zugute kommen auch wenn's nur zwei Unternehmen gibt die in der Liga spielen oder diese Sportart betreiben.
00:27:41: aber es geht nicht dass es ein Einzelunternehmen das im Wettbewerb steht durch öffentliche Engagements wie günstigt wird.
00:27:50: So, und das was Ude gerade so eloquent und in so vielen schönen Worten skizziert hat, das müssen wir jetzt noch mal knapp und kompakt greifen weil es von enormer Bedeutung ist!
00:28:00: Und dieser Punkt lautet der FC Bayern muss damals achtzendsechzig beim Stadionbau mit im Boot haben.
00:28:06: Wenn der FC Bayern das Stadion alleine gebaut hätte, dann hätte die Stadt nämlich keine U-Bahn verlängern dürfen, keine Autobahnausfahrt hinsetzen können.
00:28:13: Sondern all das ging nur – und Uda hat es ja gerade gesagt – diese Bezuschussung der öffentlichen Hand musste einer gesamten Branche zugutekommen.
00:28:21: Und in diesem Fall die Branche der hochklassikfußballspielenden Münchner
00:28:25: Clubs.".
00:28:26: Das ist unser Finanzbeitrag.
00:28:41: Das ist einerseits ziemlich frech, das ist lustig aber auch klug!
00:28:45: Weil, wenn man jetzt Udess Ausführungen folgt dann ist es damals so dass sich Wildmose überhaupt nicht einbildet.
00:28:51: Er würde hier irgendetwas auf Augenhöhe mit dem FC Bayern gestalten sowie viele Fans und Kritiker heute noch wahrnehmen sondern das ist einfach sehr schlau und er nutzt eine Situation aus.
00:29:00: Und jetzt kommen wir bitte nochmal zurück zu unserem Bild Markus Das.
00:29:02: wir hatten ja also das Waggashause aufgemacht hat der mehr der den mit dem Hartz-IV Empfänger zusammenzieht.
00:29:08: was jetzt da abgelaufen ist ist dann in Wahrheit so Der Vermieter checkt die Finanzen vom FC Bayern, sagt super lieber mir der.
00:29:14: Ich sehe du kannst dir das leisten!
00:29:16: Du kannst gerne einziehen.
00:29:17: es gibt nur einen klitzekleinen Haken.
00:29:19: ich brauche bitte noch ein Wohnenberechtigungsschein von dir.
00:29:22: also ein dieser Nachweise dass man Anspruch auf eine Sozialwohnung hat eben weil man nicht so viel Geld hat und zwar weil diese Wohnung ja vom Staat mit finanziert wird Genau wie die Infrastruktur jetzt bei dem Stadion.
00:29:33: Und diesen Wohnberechtigungsschein und damit es unser Bild jetzt vollständig, den bringt damals eben achtzendsechzig mit.
00:29:39: Das ist auch das was Wildmosa Senior hier so pointiert im Franz Beckenbauer entgegengeschleudert hat.
00:29:46: So lässt sich also der Wildmoser jetzt quasi genüsslich vom großen FC Bayern durchfüttern.
00:29:52: Dass es am Ende natürlich trotzdem eine Zeche geben wird, die sechzig zahlen muss.
00:29:56: Darüber denkt er nicht nach, das macht ihm jetzt erstmal keine Sorgen!
00:29:59: Ja, beziehungsweise es hält ihn zumindest nicht davon ab letztlich den Daumen zu heben und zu sagen alles klar.
00:30:05: Sechzig baut jetzt gemeinsam mit dem FC Bayern die Arena Und irgendwie scheint er doch überzeugt gewesen zu sein dass auf lange Sicht diese Arena eine tolle Einnahmequelle auch für die Löwen sein wird Auch wenn man sich erst mal auf kurze Sicht höllisch verschulden muss.
00:30:22: Die beiden Wildmosers haben also mit der Allianz Arena einen Plan Der tatsächlich aufgehen könnte Aber dieser Plan gerät schon in Gefahr während die Arena noch gebaut wird.
00:30:32: Ja, seit dem Abgang von Trainer Werner Lorand läuft es bei den Löwen nämlich auch sportlich nicht mehr so richtig und in der Saison zwei-tausend drei, zwei-tausend vier steuert die Mannschaft deswegen auf den Abstieg zu.
00:30:44: Man kann sogar sagen je weiter der Bau dieser Allianz Arena vorangeht desto schlechter läuft's bei Sechzig Sportlich.
00:30:51: Es sind schon die Tribünen der Arena gebaut als die Löwen gegen Hansa Rostock regelrecht untergehen im Olympiastadion Nur ein paar Kilometer entfernt übrigens von der Baustelle der Arena.
00:31:01: Da verlieren die Löwen an einen bitterkalten Abend im Dezember, mit Eins zu Vier.
00:31:09: Und fast noch bitterer war in diesem Abend das ausgerechnet Martin Max zwei Tore für Rostock schießt!
00:31:15: Der war ja bis dahin einer der Erfolgsgaranten der Löwen gewesen – auch unter dem ehemaligen Trainer Werner Lorand noch -, aber Sechzig hat ihn vor der Saison, dann an Rostcock abgegeben.
00:31:26: und da blüht Max, der mittlerweile thirty-fünf schon ist, dann nochmal richtig auf.
00:31:31: Am Ende von der Saison ist er der beste deutsche Stürmer in der Bundesliga.
00:31:42: Und der hat ihn gefragt, sagen Sie mal wenn Sie gewusst hätten dass der Max so viele Tore schießt.
00:31:46: Hätten sie den dann wirklich gehen lassen oder hättens er nicht tief in die Schatulle gegriffen um mit ihm zu verlängern?
00:31:51: Dann hat der Wildmoser geantwortet ja Schatulle schön und gut ich habe überhaupt keine Schatule wo ich tief reingreifen kann.
00:31:57: Sechzig war er schon zu diesem Zeitpunkt als die Arena nicht einmal fertig war.
00:32:01: War sechzig ja nicht wirklich finanziell gut aufgestellt.
00:32:03: das vergisst man manchmal.
00:32:05: Er wäre es aber nicht vergisst Das ist der Oberbürgermeister Christian Ude Der sich noch ganz genau an die Sitzung im Aufsichtsrat bei erinnert, die damals stattgefunden haben.
00:32:14: Denn da gab es ja zwei Probleme – Max war weg und der ganze Club steuerte auf den Abstieg zu!
00:32:20: Es gab sogar Aufsichtsratssitzungen, wo ich gewarnt habe.
00:32:42: Übernehmt euch nicht finanziell!
00:32:45: Aber das galt als die
00:32:46: Fetismus.".
00:32:49: Ja da läuten die Glocken zu Udes düsteren Prognosen, geben dem Ganzen natürlich eine gewisse Dramatik und wir haben sie jetzt nicht etwa eingespielt sondern die waren live.
00:32:59: Wir waren ja bei ihm in der Wohnung Und mussten das Fenster Corona technisch wieder offen lassen und dann kamen von draußen die Glocken und haben hier diese Dramaturgie unterstrichen.
00:33:08: Ja, Markus das ist recht!
00:33:09: Das passt natürlich ganz wunderbar wenn er schon über den Sündenfall spricht.
00:33:12: Defertismus hat Ude gerade gesagt – das werfen ihm die Aufsichtsrats-Kollegen vor bei der USA.
00:33:18: Das bedeutet ja so viel wie Schwarzseerei also wenn jemand nicht mehr dazu eine Lage ist positive Aspekte in der Zukunft zu erkennen.
00:33:25: dabei hatte Uda aber eigentlich völlig Recht sogar mehr als dass es wurde alles noch sehr viel schlimmer Im März, da sind die Löwen gerade auf Tabellenplatz zwölf und drei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.
00:33:38: Da werden plötzlich beide Wildmosers verhaftet – und zwar direkt in der Geschäftsstelle des TSV-Achzensechzig also quasi in aller Öffentlichkeit!
00:33:47: Und der Vorwurf der erhoben wird lautet Korruption.
00:33:51: Die WildMosers sollen Anfang Zwei-Tausendzwei dem österreichischen Baukonzern Alpine geheime Insider-Infos über das Stadionprojekt gegeben haben und sollen dafür im Gegenzug zwei Komma sechs Millionen Euro an Schmiergeld kassiert haben, nachdem nämlich Alpine auch den Zuschlag für den Arena-Bau bekommen hatte.
00:34:08: Dem Finanzamt sind die verdächtigen Kontobewegungen allerdings aufgefallen.
00:34:15: Und dieser Bestechungskandal schlägt natürlich ein wie eine Bombe!
00:34:19: Der Allianz Arena haftet jetzt ne richtige Schmirgelderfähre an noch bevor man sie überhaupt eröffnet hat.
00:34:25: Und vor allem diejenigen Löwenfans, die das neue Stadion immer besonders kritisch gesehen haben sind jetzt natürlich richtig sauer, hat der Ude uns
00:34:32: erzählt.".
00:34:33: Es hat die Fans deprimiert – es gab ja sowieso eigentlich keine Fangruppe Wildmosa sondern es gab nur eine Anerkennung für die Erfolgsgeschichte unter Wildmoser und Lorrandt und dass der Name Wildmoser dermaßen hinuntergestoßen wurde.
00:34:55: Das war schon ein Schlag ins Eingemachte, dass man ausgerechnet nicht die reichen Bayern sondern der angebliche Arbeiterverein, Eighthsinnhundertsechzig plötzlich unsaubere Geschichten an den Hacken hatte, die um Geld und Geldgier sich drehen.
00:35:18: das war schon schlimm.
00:35:19: Das hat den Nerv getroffen.
00:35:26: Ja und dann kommt ziemlich schnell die nächste Bombe, wenige Tage später schon.
00:35:31: da legt der Junior nämlich plötzlich ein Geständnis ab.
00:35:34: Und er sagt mein Vater hat von dem Schmiergeld gar nichts gewusst und nach drei Tagen in U-Haft kommt deswegen das Senior frei und das Ermittlungsverfahren gegen ihn wird sogar eingestellt.
00:35:45: Der Junior muss aber in Haft bleiben und verliert natürlich seine zwei Geschäftsführerposten.
00:35:51: Das Senior ist also frei Aber klar sein Image ist vollkommen kaputt.
00:35:55: Franz Beckenbauer sagt zum Beispiel den gemeinsamen Fernsehauftritt ab und Uli Hoeneß kündigt sogar an, dass er sich mit Wildmosa nicht mehr an einen Tisch setzen wird, solange diese Geschichte noch in Raum steht.
00:36:09: Ja die Fans sehen das sowieso so – Die hat Wildmose noch viel mehr gegen sich!
00:36:14: Das merkt er dann nur zwei Tage nach seiner Entlassung aus Stadelheimen.
00:36:18: Da nämlich fährt Wildmoser mit der Mannschaft zum Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart.
00:36:21: Die Löwen verlieren dort mit Null zwei, ist natürlich ärgerlich genug.
00:36:25: Und sie haben am fähnzwanzigsten Spieltag nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz.
00:36:29: aber so richtig ärgerlig ist für Wildmosa dass die Löwen-Anhänger nach dem Spiel auch noch mit einer Sitzblockade ihm den Weg versperren.
00:36:37: Genau also die Sitz Blockade richtet sich sozusagen nicht nur gegen die Mannschaft die schon wieder verloren hat.
00:36:42: vor allen Dingen richtet es sich natürlich gegen wild Mosa und am nächsten Tag entscheidet sich dann sein Schicksal als Präsident von Sechzig.
00:36:50: In Giesing wird nämlich am Vereinsgelände über seine Zukunft diskutiert in der Aufsichtsratssitzung.
00:36:57: Ja, was heißt diskutiert?
00:36:59: So viele Optionen blieben daher gar nicht mehr.
00:37:01: Der Aufsichtsrat hatte letztlich überhaupt keine andere Wahl als den Daumen zu senken und Wildmosa ist dann zurückgetreten.
00:37:07: Also der Aufssichtsrat tut ihm noch den Gefallen zu sagen dass es eine einvernehmliche Entscheidung war damit er dann nach zwölf Jahren als Löwenpräsident sozusagen erhobenen Hauptes das Vereins Gelände verlassen kann.
00:37:21: Ganz so freundlich ist der Abschied von den Löwen-Fans natürlich nicht.
00:37:24: Rund hundert sind gekommen aufs Vereinsgelände und warten dort bis spät in die Nacht, nur um ihn dann mit bitteren Schmähgesängen sozusagen vom Hof zu jagen.
00:37:33: Das ist eine legendäre Szene wie Karl-Heinz Wildmoser da kommentalos in sein Auto einsteigt und davon fährt oder eben gejagt wird in die Giesinger Nacht.
00:37:44: Tja, und genau mit diesen beschämenden Szenen die du gerade geschildert hast geht dann die sportlich doch recht erfolgreiche Ära des Präsidenten Wildmoser doch recht bitter zu Ende.
00:37:53: Er kann zwar als freier Mann gehen Sein Sohn aber der sitzt während das alles passiert immer noch in Untersuchungsaft
00:38:02: Und der alte Wildmosa zieht sich dann komplett aus der Öffentlichkeit zurück.
00:38:07: Später hat er dann mal erzählt dass er zu dem Zeitpunkt den Kontakt zu seinem Sohn schon komplett abgebrochen hatte weil er ihn angeblich belogen hat weil der Korruptionskandal, den er nur seinen Sohn zu verantworten hat in seine Karriere bei Sechzig gekostet hat und all das nachdem er ihn zu seinem Geschäftspartner gemacht hatte.
00:38:26: Ja aber ganz ehrlich diese Version der Geschichte die hat uns schon immer etwas stutzig gemacht also auch schon bevor wir den Karl-Heinz Wildmosa Junior dann noch getroffen haben.
00:38:35: schließlich haben die beiden so ein enges Verhältnis gehabt also Vater und Sohn.
00:38:38: sie haben alles gemeinsam entschieden Und da soll es möglich gewesen sein dass der Vater Gar nichts, also wirklich nichts davon mitbekommt, dass fast drei Millionen Euro Schmiergeld auf das gemeinsame Familienkonto gewandert sind?
00:38:52: Ja, das ist komisch.
00:38:54: Also das ist wirklich sehr, sehr komisch.
00:38:56: und auch Christian Ude der ja wie gesagt nicht nur Oberbürgermeister sondern auch Aufsichtsrat bei Sechzig war zu der Zeit.
00:39:02: Auch Christian Uude hat definitiv seine Zweifel, dass hier nur der Junior der Schuldige war.
00:39:07: Wie sehen Sie das denn?
00:39:08: Ist es denkbar, dass der Vater davon nichts mitbekommen hat?
00:39:11: Nein!
00:39:11: Nach meinem Gefühl nicht.
00:39:14: Sie haben mir noch selber mal bei einer Einladung gezeigt, dass sie sogar am selben Schreibtisch arbeiten.
00:39:22: Das war ein Doppelschreibtisch und der Vater sitzt auf der einen und der Sohn auf der anderen Seite und sie besprechen alles miteinander und jeder liest die Post vom Anderen und jeder hört die Telefonate mit vom andern.
00:39:37: Nur ist das kein Beweis!
00:39:38: Aber ich sage die Lebenserfahrung spricht dafür, dass man bei einer derart engen, extrem engen völlig ungewöhnlich im Geschäftsleben wie beim Fußball.
00:39:51: Ungewöhnlichen Konstellation nichts mitkriegt ist doch sehr gering.
00:39:57: Und das der Junior?
00:39:58: Der Junior hat mir gegenüber auch Andeutungen gemacht.
00:40:02: Er habe etwas auf sich genommen oder er habe den Kopf hingehalten Wollt dann immer mehr wissen, was er nicht mehr sagen wollte.
00:40:13: Aber es spricht dafür, dass da einer nicht unschuldig ist aber die Schuld des anderen auch auf sich genommen
00:40:22: hat.".
00:40:23: Und der ihn dann im Gegenzug in der Öffentlichkeit wirklich nicht mehr nett behandelt hat?
00:40:29: Um die Geschichte durchzuhalten musste das ja so sein!
00:40:32: Es gibt also bis heute zwei Versionen, was damals passiert seien könnte... Die erste Version ist quasi die offizielle.
00:40:39: Und das ist die Version, die erklärt, weshalb der Junior ins Gefängnis gehen musste und der Senior freigesprochen wurde.
00:40:45: Diese Version sagt, der alte Wildmusser wusste überhaupt nichts von all den kriminellen Absprachen mit der Baufirma.
00:40:51: Der Junior hat völlig alleine und autark gehandelt und für diese Tat wurde er dann angeklagt und zu Recht verurteilt.
00:40:58: Genau!
00:40:59: Vielleicht hatte es ja tatsächlich so gemacht weil er mit dem Geld vertuschen wollte, dass er seine Immobiliengeschäfte letzten Endes an die Wand gefahren hatte.
00:41:07: Die Familie hat ja viel Geld verloren bei den Investitionen im Osten.
00:41:11: also der weiße Hirsch war schon schwer angeschossen sozusagen und vielleicht wollte der Junior einfach nicht zugeben also seinem Vater nicht eingestehen das er sich da verkalkuliert hatte und hat sich deshalb das Geld mit kriminellen Mitteln geholt.
00:41:24: Also soweit geht zumindest diese Theorie.
00:41:29: Und die zweite Version, das ist die, die uns Christian Uder auch näher gebracht hat und an die viele Achtzehnsechzig-Fans bis heute glauben.
00:41:36: Diese Version sagt beide Wustenbescheid Vater UND Sohn.
00:41:40: Aber der Sohn nimmt – warum auch immer?
00:41:42: – die gesamte Schuld auf sich!
00:41:44: Und so erspart er dem Vater, der damals schon sixty fünf Jahre alt ist zwar nicht die gesellschaftliche Echtung aber zumindest doch die Haftstrafe.
00:41:52: Aber dann wäre es schon echt sehr heftig, wie der Vater über seinen Sohn redet.
00:41:56: Er hat sich dermaßen abfällig und despektierlich über ihn geäußert.
00:42:00: Dazu hatte er den Kontakt abgebrochen und alles...
00:42:03: Ja!
00:42:04: Weil das so heftig ist, wollten wir natürlich auch gerne von Karl-Heinz Wildmosa Junior wissen welche dieser zwei skizzierten Versionen denn jetzt überhaupt stimmen?
00:42:11: Aber für ihn ist das kein einfaches Thema, das konnte man deutlich heraushören.
00:42:15: Ist ja auch verständlich, er wurde im Jahr zweitausend fünf zu fast fünf Jahren Gefängnis verurteilt Und die Strafe mag er zwar längst abgesessen haben, aber die Erinnerungen daran werden noch sehr präsent sein.
00:42:27: Ja, Die Erinnerung bleiben und der ist natürlich bis heute in München und weit darüber hinaus immer noch das Gesicht dieser Schmiergelderfähre.
00:42:35: Lange haben wir dann gar nicht über seine Verhaftung geredet.
00:42:38: erst ziemlich spät im Gespräch kommen wir drauf als es um die Beziehung zu seinem Vater geht wie so die nämlich in die Brüche gegangen ist und was das mit der Korruptionsauffäre zu tun
00:42:48: hat.
00:42:49: Uns ist dann im Gespräch aufgefallen, dass der Karl-Heinz Wildmosa Junior irgendwie das Wort Gefängnis komplett vermieden hat in seinen Ausführungen.
00:42:57: Er hat immer gesagt es hätte in seinem Leben diese Phase gegeben, in der er plötzlich verschwunden wäre also von der Bühne, von der Bildfläche was auch immer und weil wir halt gemerkt haben okay der umschifft jetzt dieses Wortgefängnis so der.
00:43:08: dann haben wir aus Höflichkeit auch dieses Wort verbieten und haben dann gesagt ok dann sprechen sie doch mal.
00:43:14: erzählen Sie uns doch mal wie das war als sie verspunten waren.
00:43:17: Kann das sein, dass das gar nicht so viel zu tun hatte mit dem ganzen Vorgängen?
00:43:21: Wo Sie mal sagen, sie waren dann ja woanders und sind verschwunden.
00:43:23: Sondern dass es mit anderen Dingen zu tun hat, weshalb Sie keinen Kontakt
00:43:26: mehr hatten?
00:43:27: Das hängt natürlich alles zusammen!
00:43:30: Da hängt diese ganze Allianz Arena Skandalgeschichte zusammen Mit der Situation.
00:43:37: wie hat er sich in der Zeit In der Familie geführt Und was gab es denn in der Familie dort für Entscheidungen?
00:43:46: Er war natürlich zum Typ, ja.
00:43:50: Ergo Manning hat an sich gedacht und hat geschaut dass er sich selber schützt.
00:43:56: Hat aber dabei vielleicht auch alle anderen vergessen oder sogar möglicherweise auch geschadet.
00:44:04: In dem Gespräch ist uns klar geworden das jetzt unabhängig von der konkreten Schuldfrage wer wusste was?
00:44:10: Dass die beiden ein super schwieriges Verhältnis miteinander hatten.
00:44:13: also Der Sohn bezeichnet seinen Vater als Igomanen Das ist schon sehr krasses Wort Und dass sich nicht nur der Vater betrogen gefühlt hat, sondern auch der Sohn seinen Vater sehr kritisch sieht.
00:44:24: Das wurde halt klar in dem Gespräch und das ist halt sehr schwierig für ihn, darüber zu sprechen – auch heute noch!
00:44:29: Ich meine es ist das unglaublich persönlich aber dann ist es doch eher so, dass Sie den Kontakt abgebrochen haben?
00:44:36: Ja
00:44:36: ich habe den Kontakt abgebrochen Sie mir.
00:44:38: Und Ihr Vater hätte schon gerne nochmal mit Ihnen gesprochen?
00:44:44: Natürlich hätten wir beide vielleicht ganz gern miteinander gesprochen.
00:44:51: Das hat jeder vielleicht schon mal erlebt in der Familie, dass es Probleme gab.
00:44:57: Es geht halt einfach nicht mehr aus welchen Gründen auch immer.
00:45:00: bei uns gab's ganz klare Gründe.
00:45:03: Das Verhältnis war kaputt und das war beglündet kaputt.
00:45:08: Und deshalb nicht an dem, dass ich eingesperrt
00:45:13: war.".
00:45:14: Aber was jetzt genau vorgefallen ist?
00:45:16: Bei dieser Frage laufen wir weiterhin gegen eine Wand.
00:45:19: Aber wenn Sie sagen, das hat eine ganz andere Gründe als es bekannt ist.
00:45:22: Warum sagen Sie das nicht einfach einmal?
00:45:24: Das interessiert heute keine Menschen mehr.
00:45:28: Es ist vorbei.
00:45:29: Ich
00:45:29: würde es interessieren.
00:45:30: Ja, das erzähle ich vielleicht über meine Birte.
00:45:34: Aber es ging ja schon um die Familie eigentlich, um das Familienunternehmen eigentlich.
00:45:39: Es ging ja nicht um Ihr Unternehmen.
00:45:41: Klar.
00:45:44: Sie haben gesagt alle Firmen haben Ihnen gleichermaßen gehört.
00:45:50: Und damit nähern wir uns eigentlich dem Kern der ganzen Sache.
00:45:53: Ich muss das jetzt nicht mehr intensivieren, ich muss dieses Gespräch nicht mehr führen.
00:45:57: Das ist vorbei!
00:45:58: Es ist fünfzehn Jahre her und es ist auch nicht mehr wichtig.
00:46:00: Es ist abgeschlossen – ich habe es abgeschlossen.
00:46:03: Ich hab's für mich abgeschlossen... ...und ich tue das auch nicht weiter vertiefen.
00:46:10: Ich denke auch nicht mal zu übernach.
00:46:15: Es bleibt also bei diesen Andeutungen.
00:46:17: Sagen will er nichts zumindest nicht auf Band.
00:46:21: Jedenfalls hat es nach dieser Schmiergelderfähre einen krassen Bruch gegeben zwischen den beiden.
00:46:26: Sechs Jahre lang haben die Beinen danach keinen Kontakt mit zueinander, der Junior sitzt seine Haftstrafe ab und der Senior zieht sich zurück und kümmert sich eigentlich nur noch um seine
00:46:35: Restaurants.".
00:46:40: Und das letzte Wiedersehen der beiden Wildmosers ist im Krankenhaus.
00:46:44: Wildmoser-Senior wird operiert und stirbt wenig später an einem Herzstillstand.
00:46:49: Richtig versöhnen können sich die beiden dort nicht mehr.
00:46:52: Wie war das denn für Ihre Mutter eigentlich?
00:46:54: Für die muss ja eigentlich am schlimmsten gewesen sein, ne der Phase.
00:46:58: Ja
00:46:58: es war für alle ist problematisch klar aber ich sage ich musste damit ja lang umgehen ist jetzt auch schon lange her.
00:47:11: wir sehen hier von einem Zeitpunkt das ist ja wir reden ja von fünfzehn Jahren jetzt zwischenseitig wo dies hier ist.
00:47:19: Das ist jetzt fast zehn Jahre tot Und ich hab mich mit dem Thema schon sehr sensiv auseinandergesetzt.
00:47:25: Sie war schon bei ihm abgesetzt und hat mich mit ihm unterhalten.
00:47:29: Was natürlich jetzt relativ ist, für mich habe da eine ganz gute Lösung gefunden damit
00:47:41: umzugehen.".
00:47:47: Trotzdem bereut er natürlich vieles was passiert ist – ein Fußballspiel in der Allianz Arena, deren Bau er ja mit ermöglicht hat, hat er sich jedenfalls noch nie angeschaut….
00:47:58: …und er meidet das Stadion sogar!
00:48:02: Wahrscheinlich würde ich hier in das Gumball der Stadion gehen.
00:48:09: Weil nicht so viele böse Erinnerungen damit verbunden sind?
00:48:12: Ich glaube, die Allianz hat mich trotzdem sehr viel von meinem Leben gekostet.
00:48:23: Wo ich selber schuld bin!
00:48:27: Was sagt denn Ihr Herz wenn Sie heute an der Arena vorbeifahren?
00:48:31: was empfinden Sie?
00:48:34: Also ich bin ja zehn Jahre lang sehr weit zum Rum gefahren.
00:48:37: Ich war erst einmal so in der Arena, nicht zu einem Fußballspiel sondern zu einer Wirtschaftsveranstaltung.
00:48:46: Und dann bin ich an den Leuten von der Arena die ich damals zum Großteil noch eingestellt habe umgeführt worden und da hat mir das fertige Stadion mal in Ruhe angeschaut.
00:49:00: Wie fanden Sie es denn wo sich dieses eine Mal
00:49:03: schon wie einsorten?
00:49:04: Ich finde die Stadien schon wie Einsortend!
00:49:07: Ja Markus, das ist doch eine total krasse Geschichte die er uns da erzählt hat.
00:49:10: Er sagt, er wird zehn Jahre lang nicht mehr an dieser Arena vorbeigefahren.
00:49:14: und wenn man in München wohnt und in nördlicher Richtung die Stadt verlassen möchte dann muss man davor beifahren.
00:49:19: Da führt der Weg nur über die A-neuen vorbei an der Arena Richtung Nürnberg.
00:49:23: Und jetzt kann man natürlich sagen okay warum soll ich jetzt Mitleid haben mit dem?
00:49:27: Der ist verurteilt worden für eine Schmiergeldaffäre, der hat gestanden aber irgendwie... Ich glaube dir ging es auch so aus irgendeinem unerfindlichen Grund.
00:49:35: dann schon so ein bisschen Mitleid auch mit ihm, wie er das geschildert hat.
00:49:38: Ja klar wenn du da so sitzt und ihn siehst und hörst wie er erzählt von damals Dann spürst du einfach diese unheimlich starke Bindung die er zu seinem Vater ja immer hatte Und dass die kaputt gegangen ist.
00:49:50: warum auch immer?
00:49:51: Das hat ihm schon sehr schwer zugesetzt und daran ist er zerbrochen.
00:49:55: und letzten Endes kann man ja sagen an diesen ganzen Vorfällen Ist die ganze Familie Wildmosa also noch andere Unbeteiligte Familienmitglieder zerbrochen.
00:50:03: Ja und für mich hängt tatsächlich ganz viel an der Frage, die wir jetzt leider nicht abschließend beantworten konnten nämlich was wusste der Vater?
00:50:11: Da hängt aber sehr viel dran weil sollte der Vater tatsächlich alles davon gewusst haben und diese Schmiergeldaffäre genauso mit orchestriert haben Dann habe ich wirklich Mitleid mit dem Sohn Weil er hätte dann die ganze Schuld auf sich genommen Und der Vater hätte sich einfach aus dem Staub gemacht.
00:50:25: Man kriegt irgendwie so den Eindruck als ob er den Vater immer noch schützen muss Obwohl er ja schon längst tot ist.
00:50:32: Ja, also sicher ist für die Familie war das alles eine Katastrophe.
00:50:36: Also die Schmiergeldaffäre war ne Katastrofe und die hätte es ja nicht gegeben, hätt's den Arena-Bau nicht gegeben.
00:50:41: Und die Frage jetzt allerdings War der Stadionbau auch von Anfang an eine Katostrophe oder hätte sich diese Katastrophen noch abwenden lassen?
00:50:51: Viele Löwenfans sagen ja heute dass es eben von Anfang An ne Katostrofe war Auch Christian Wagershauser, denen wir zu Beginn der Folge gehört haben.
00:50:59: Aber in unseren Gesprächen mit dem damaligen Oberbürgermeister Ude, mit dem Bayern-Manager Hönes und jetzt dann mit dem Wildmosaussohn hört sich das alles danach an als ob der bloße Stadionbau an sich erst mal nicht das Problem gewesen wäre.
00:51:14: Ja allerdings nur wenn man ausblendet dass von Anbeginn beim Stadienbau ein Geburtsfehler eingebaut wurde und über den werden wir noch ausführlich sprechen.
00:51:22: und dieser Geburzfehler oder die Auswirkungen dieses Fehlers die treten halt erst Jahre später zu Tage.
00:51:31: Wildmosa ist also aus dem Jahr hier weg.
00:51:33: Und man kann es schon auch so sehen, dass das für Sächsig erst mal nicht nur schlimm war sondern auch eine Chance war weil jetzt kamen neue Präsidenten und die haben erstmal entdeckt was im Hintergrund alles los war.
00:51:45: Die haben erstmal in die Zahlen geguckt und haben die Konstruktionsfehler bei dieser ganzen Arena Geschichte aufgedeckt.
00:51:52: Das Blöde war nur Es war eigentlich schon zu spät um irgendwas noch zu retten.
00:51:57: Oder man kann es natürlich auch völlig anders hin als Markus das gerade getan hat.
00:52:00: Man könnte genauso gut argumentieren, dass es bei Sechzig einen riesen Schaden angerechnet hat, dass der Präsident Karl-Heinz Wildmosa jetzt ausgerechtet in dieser heißen Planungs- und Umsetzungsphase der Arena das Schiff verlässt!
00:52:13: Denn Karl-Heinz Wildmosa hat Jahre später in einem TZ-Interview zumindest mal behauptet, dass er noch mit der Allianz vereinbart hatte, dass das Unternehmen zweitausend Business Seats jährlich von den Löwen abkauft und über ihre Versicherungsvertreter an die Leute bringt.
00:52:28: Diese zwei tausend business seats, die hätte sechzig sicher verkauft – und dass sie eben jetzt nicht sicher verkaufen waren, war ja genau das Problem!
00:52:35: Ob die Geschichte überhaupt stimmt, lässt sich jetzt natürlich nachträglich gar nicht mehr überprüfen.
00:52:40: Aber Fakt ist in jedem Fall, sollte Karl-Heinz Wildmosa diese Übereinkunft getroffen haben mit der Allianz?
00:52:45: Dann hat er sie nicht wasserdichtvertraglich verankert für seinen Nachfolger!
00:52:50: Diese zweitausend Businessseats fehlen dem Verein auf jeden Fall und wenn man so will, ist Sechzig eigentlich auch schon nicht mehr zu retten.
00:52:59: Doch was passiert in diesem bunten Club, wenn er nicht mehr zur retten?
00:53:02: Es tritt irgendjemand auf die Bühne, mit dem man vorhin nicht gerechnet hat und der spielt sich dann als der ganz große Retter auf.
00:53:10: Na und wer derjenige ist?
00:53:12: Der sich da jetzt als der große Retta von Eighteenhundertsechzig aufspielt – das klären wir in der nächsten Folge!
00:53:45: Produziert von der Süddeutschen Zeitung.
00:53:47: Moderation und Redaktion, Markus Schäflein und Philipp Schneider.
00:53:51: Autoren Justin Patschett und Laura Terball.
00:53:54: Produktion Sound Design & Regie, Carlo Sarski und Justin Pachett mit Unterstützung von Moritz Eder.
00:54:01: Redaktionen Fajo, Isabel Lübertrein und Tristan Lehmann.
00:54:05: Gesamtleitung Fajo Luca Hirschfeldt und Tristan Lehmmann.
Neuer Kommentar