Inside 1860 #2 Der Aufstieg der Erzrivalen

Shownotes

Zwischen Atletico und Ampfing: Während der FC Bayern in den 70er und 80er Jahren immer höher steigt, fällt der TSV 1860 immer tiefer. Bayern-Manager Uli Hoeneß erzählt, wie er fast alles richtig gemacht hat - und Sechzig fast alles falsch. Und wie aus dem Lokalrivalen doch noch ein ernstzunehmender Konkurrent wurde.

Windige Manager, interne Machtkämpfe und der Wirtschaftskrimi um die Allianz Arena: Zwei Sportjournalisten der SZ klären in diesem Doku-Podcast, wer schuld an der Misere des TSV 1860 München ist.

„Inside 1860 - die Löwen, die Arena und das Geld“ ist ein FYEO-Original produziert von der Süddeutschen Zeitung.

Moderation und Redaktion: Markus Schäflein und Philipp Schneider

Autoren: Justin Patchett und Laura Terberl

Mitarbeit: Moritz Eder

Produktion, Sounddesign und Regie: Carlo Sarsky und Justin Patchett

Teamleitung: Laura Terberl

Redaktion FYEO: Isabel Lübbert-Rein und Tristan Lehmann

Gesamtleitung FYEO: Luca Hirschfeld und Tristan Lehmann.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Letztes Mal bei INSIDE-Achzenhundertsechzig.

00:00:11: Hm, sieht schlecht aus!

00:00:12: Herr Lohan, Grüß Sie, der Philipp Schneider hier von den Süddeutschen.

00:00:17: Ja,

00:00:18: ich bin noch kein Weicheal.

00:00:21: Jetzt geht's los!

00:00:26: Das habe ich schon erwartet, weil ich vor zwei Jahren die Feiglinge PAP ausgemistet hab.

00:00:32: und der Trainer hat es auch richtig gesagt, wir hatten keine Angst zu haben gewonnen.

00:00:37: Kannst du nicht überholen?

00:00:38: Dafür sind die Viehzucht schlau.

00:00:43: Was denkst du denn, Uli?

00:00:45: Der ist

00:00:46: schlau.

00:00:51: In der letzten Folge haben wir lange über die Löwen in den Neunzigerjahren gesprochen und über Lorand und Wildmosa das damalige Duo.

00:00:59: Und um diese beiden Typen wird es auch heute wieder gehen aber erst zum Schluss.

00:01:03: Zuerst müssen wir nämlich eine ganz andere Geschichte erzählen.

00:01:06: Für diese Geschichte geht es erstmal ganz schön weit in die Vergangenheit von Eighteensechzig – nämlich in die Sechziger Jahre!

00:01:14: Die sechziger Jahre sind für die Löwen sowas wie die goldene Zeit.

00:01:18: Damals läuft sogar noch besser als dann später in den neunzigern und an die Sechzigjahre erinnern sich viele Fans natürlich immer noch gerne, wie zum Beispiel Hubert Pöllmann der über seinen Lieblingsverein sogar schon mehrere Filme gedreht hat.

00:01:32: Ich habe im Leben noch nie eine Mannschaft zu Fußballspielen gesehen wie die Meistermannschaft das war,

00:01:37: wie die Holländer

00:01:39: vierund siebzig gesagt haben, Football total!

00:01:42: Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man diese Mannschaft spielen gesehen hat.

00:01:50: Das kann sich kein Mensch vorstellen!

00:01:52: Was da auf dem Platz los war?

00:01:55: Der TSV-Achzehnhundertsechzig München ist neunzehnhundertsechsig Gründungsmitglied der Bundesliga.

00:02:01: Fünfundsechzlich schafft es die Mannschaft ins Finale vom Europa Pokal.

00:02:05: Sechsundsechszig werden sie Deutscher Meister und die Spieler von damals kennt ganz Deutschland vor allem einen den Torwart

00:02:13: Dieser Torwart, das ist Petar Radenkovic.

00:02:16: Ein serbischer Spieler der Anfang der Sechziger nach Deutschland kommt und der ganz schnell zum Liebling der Fans wird – nicht nur weil er so toll hält sondern weil er gerne mal auf dem ganzen Spielfeld herumrennt!

00:02:28: Das hat uns auch ein langjähriger Löwen-Funktionär erzählt mit dem wir eigentlich über etwas ganz anderes reden wollten.

00:02:33: Aber der gerade hier bei Denkovic war einfach wahnsinnig komisch.

00:02:50: Das ist Christian Ude, der damals natürlich noch nicht Oberbürgermeister von München isst.

00:02:54: Sondern der als kleiner Junge den großen Peter Radenkovic im Grünwalder Stadion hat spielen sehen.

00:03:08: durchtribbelt, bis er den Ball endlich angibt und ganz schnell in seinen Kasten zurückläuft.

00:03:13: Also das war fussballerisch originell aber es war fast eine Slapstick Szene wenn man weiß der Torwart muss eigentlich im Tor bleiben.

00:03:24: Der Löwentorwart Radenkovic ist also in etwa so flexibel wie man das heute von Manuel Neuer kennt Und er hat damals sogar etwas dass Manuel Neuhr heute nicht hat.

00:03:33: Mitte der Sechziger Jahre schafft es Der Radi, wie er sich nennt sogar in die Deutsche Hitparade.

00:03:38: Mit seinem Song Bini-Raddi, Bini König und er verkauft vierhunderttausend Platten davon.

00:03:44: Also

00:03:44: das war ein richtiger Sympathieträger mit hohem Unterhaltungswert und deswegen haben wir dann schon mitgegrült wenn der nächste Song kam Bini Raddi, Binni König.

00:03:56: Also fassen wir mal zusammen.

00:03:57: Achtzehnsechzig hat damals die größten Stars spielt großartigen Fußball Ganz klar einer der besten Vereine Deutschlands und auf jeden Fall der beste Fußballverein in München.

00:04:09: In der Meistersaison der Löwen, neunzehntsechsen- sechzig wird der lokal rivale FC Bayern nämlich nur dritter.

00:04:15: Was ist also passiert?

00:04:17: Warum gibt es dreißig Jahre später diesen Gap den auch Laurent uns beschrieben hat – also diesen großen Unterschied zwischen dem FC Bayern und den Löwen der sich gar nicht mehr aufholen lässt?

00:04:28: Warum wurde der FC Bayern der beste Footballclub Deutschlands?

00:04:31: Tja

00:04:34: Markus, das hat zweifelsfrei vor allem mit einem anzutun.

00:04:37: Der war zwar nie bei sechzig aber er hat dafür die Bayern auf Vordermann gebracht.

00:04:43: Ich habe mich noch in Zittern.

00:04:44: Als ich anfing neuerundsiebzig als Manager hatte mir zwölf Millionen Mark Umsatz.

00:04:49: heute haben wir mehr als siebenhundert Millionen.

00:04:53: Diese Stimme ist so markant, die kennt wohl zumindest jeder Fußball-Fan in Deutschland.

00:04:58: Uli Hoeneß ein Mann der beim FC Bayern so viele Funktionen ausgeübt hat dass er eigentlich jeden Bereich maßgeblich geprägt hat.

00:05:05: Mit ihm wollten wir darüber sprechen, wie der FC Bayern zu einem der besten, wenn nicht sogar dem besten Fußballclub der Welt geworden ist.

00:05:13: Ja Philipp, wir machen natürlich eine Audio-Docke über sechzig.

00:05:17: Deswegen ist es so ein bisschen schwierig jetzt mit Uli Hoeneß zu sprechen bzw.

00:05:20: eigentlich ist das ja sogar ein Tabu Denn die meisten Sechzigfans sind überhaupt nicht gut auf Uli Hönes zu sprechen.

00:05:26: Die hassen ihn ja richtig und zwar deswegen weil er sozusagen die Symbolfigur für diesen reichen Erfolgsverwöhnten Club ist.

00:05:33: Ja andererseits ist es aber auch wieder nicht komisch, dass wir mit Uli Hoeneß reden.

00:05:37: Wir müssen nämlich sogar eigentlich mit Ueli Hoeneiß reden weil der Aufstieg des einen Vereins gar nicht anders zu erklären ist ohne den Abstieg des anderen.

00:05:48: und darum geht's in dieser Folge von INSIDE-Achzehnsechzig Die Löwen die Arena und das Geld.

00:05:56: Ein Fire Original von der Süddeutschen Zeitung Mit mir Markus Schäflein

00:06:01: Und mir Philipp Schneider.

00:06:03: Folge zwei Der Aufstieck des Erzriwalen.

00:06:13: Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, Uli Hönes überhaupt zu erreichen.

00:06:17: Man erreicht ihn nämlich heute noch so wie man ihn vermutlich schon in den Achtzigern erreicht hat – ausschließlich per Fax!

00:06:24: Die Legende geht nämlich so dass in diesem großen Haus wo er wohnt am Tegandsee da steht irgendwo ein Faxgerät und zwei drei Mal am Tag kommt dann seine Frau dazufällig vorbei und schaut ob irgendetwas angekommen ist.

00:06:35: und wenn sie was findet nimmt sie das raus und bringt's bei Uli hönes vorbei und sagt du uli da will jemand etwas von dir.

00:06:42: Und genau so ist das jetzt auch gelaufen.

00:06:44: Wir haben ihn in einen Fax geschickt, ich weiß noch es war an einem Freitagmorgen.

00:06:48: Da stand nur die Handynummer drauf und eine freundliche Anfrage.

00:06:51: Und schon am Samstagmorgen hat dann aber das Telefon geklingelt mit unterdrückter Nummer.

00:06:56: Dann bin ich dran gegangen und da hat er gesagt Oli Höhn ist hier.

00:06:59: Ich wollte nur kurz sagen, da mache ich gerne mit!

00:07:02: Und dann wollte er noch wissen wie viel Zeit wir dafür brauchen und wie aufwendig das ist.

00:07:06: und hab' ich gesagt ne Hauptsache is Wir haben alle Zeit der Welt.

00:07:09: Wichtig ist, wir setzen uns zusammen und dass wir dann ausreichend Zeit haben um wirklich über alles zu sprechen.

00:07:15: Tja und so ging das dann los!

00:07:17: Guten Morgen!

00:07:17: Guten Morgens Herr Hoeneß!

00:07:18: Hallo!

00:07:19: Händ geben wir uns heute keine?

00:07:20: Alles

00:07:21: Gute!

00:07:21: Winken wir uns nur zu oder?

00:07:23: Ja gehen wir.

00:07:24: Also wer ist der Herr Schneider?

00:07:25: Ich bin der Herr

00:07:26: Schneider.

00:07:27: Ich mag das Schäflein.

00:07:28: Schäflern.

00:07:28: Gut!

00:07:31: Erstmal schön, dass Sie die Zeit gefunden haben.

00:07:33: Wir wissen ja trotzdem direkt auf das Fax reagiert.

00:07:34: ich wusste ja gar nicht wie schnell das geht.

00:07:36: da haben sie mich ja richtig überrascht an dem nächsten Morgen schon.

00:07:39: Das war ganz gut.

00:07:40: Hat sie das Thema gereizt oder ...?

00:07:43: Ich wollte sie mal kennenlernen.

00:07:44: Ehrlich?

00:07:44: Ja, sehr viel über mich geschrieben und ohne dass wir uns kennengelernt sind.

00:07:49: Einfach die Gelegenheit beim Job fürpacken!

00:07:55: Es ist ganz lustig, dass er das so sagt... Dass er mich treffen wollte weil ich viel über ihn geschrieben hätte.

00:08:00: Aber das habe ich eigentlich gar nicht.

00:08:01: Ich hab nur viel über die Arena geschrieben Die Allianz Arena also das Stadion, das der FC Bayern gemeinsam mit Achtzehnsechzig errichtet hat.

00:08:09: Und da habe ich dann hin und wieder auch mal geschrieben, dass die Arena viel zu teuer ist für Sechzig.

00:08:14: Und da hat Uli Hoeneß mich sogar einmal im Büro angerufen und hat gesagt also das wollte er mal ausräumen und klarstellen die Arena sei nämlich gar nicht so teuer für Sechszig und das wollte mir mal ganz in Ruhe erklären.

00:08:25: So und das möchte jetzt in Ruher klären.

00:08:27: und deswegen sitzen wir an dem Tag also gegenüber von Hoenis in den Konferenzraum an derselbener Straße auf einem Vereinsgelände vom FC Bayern.

00:08:35: Überall stehen Trophäen und Pokale.

00:08:38: Hier werden wohl wahrscheinlich normalerweise die Achtzig-Millionen-Transfers abgeschlossen, aber jetzt sitzen halt wir da.

00:08:44: Und die Stimmung ist sofort ziemlich locker was uns echt überrascht hat und am Ende reden wir dann auch viel länger als es mit dem Pressesprecher eigentlich ausgemacht

00:08:52: war.".

00:08:53: Wir haben dann ganz am Anfang angefangen also mit Uli Hoeneß und seiner Karriere als Profifußballer – und diese Karrierei beginnt neunzehntsiebzig!

00:09:01: Uli Hoeneß ist achtzehn Jahre alt, er spielt gerade für Ulm.

00:09:05: Aber es versuchen ihn auch alle möglichen anderen Clubs

00:09:07: abzuwerben.".

00:09:09: Ich war ja Jugendnationalspieler und Kapitän der Schüler-Nationalmannschaft dann auch Kapitain der Jugendnationalmannschaft.

00:09:15: Und damit war ich ja auf dem Markt.

00:09:17: wie's so schön heißt – fast jeder Bundesligaverein hatte sich bei mir und meinen Eltern gemeldet.

00:09:25: Ich hatte keinen Berater.

00:09:28: Und der einzige Verein eigentlich von den Größeren, der sich nicht gemaltet hat war Bayern München.

00:09:34: Okay wir haben in unserem Gespräch also wirklich ganz am Anfang angefangen aber die Geschichte ist ja auch wirklich super!

00:09:40: Den Hönes wäre um ein Haar nicht beim FC Bayern gelandet sondern bei eighteenhundertsechzig.

00:09:47: und

00:09:48: der frühere Geschäftsführer Mayerböck von achtzehnhundertsechsig da war so schätzungsweise in dem Jahr vor bevor ich mich entscheiden musste.

00:09:58: Na ja, so alle vier sechs Wochen bei mir zu Hause.

00:10:01: Sonntags hat es bei uns Kaffee getrunken, ging ich so wie ein guter Freund des Hauses ein und aus, weil er immer gesagt hat, ich bin gerade in der Nähe!

00:10:10: Hätten sie nicht mal Lust mit mir Kaffees zu trinken?

00:10:12: Das same war offensichtlich beim Paul Breitner.

00:10:15: also deswegen wir waren ja beide innerhalb der Jugendnationalmannschaft und haben auch denke ich mal schon damals Zimmer geteilt.

00:10:23: Also waren wir beide voneinander informiert, dass Meierböck immer wieder mal sowohl in Freilassing oder Kolbermoor.

00:10:29: Er weiß nicht mehr wo er jetzt genau gewohnt hat.

00:10:32: Vorbeigeschaut hat es so wie bei mir und damit war ziemlich klar, wir beide gehen eigentlich zu Sechzig.

00:10:37: Ja

00:10:39: also das war wirklich kurz davor, daß so ein Kaffeegrenzchen dazu geführt hätte, dass Uli Hönes bei Sechzi unterschreibt.

00:10:45: aber dann hat Udo Latik eine entscheidende Rolle gespielt.

00:10:48: Udo Latek ist der Trainer von Hönis bei der Nachwuchsnationalmannschaft Und der wurde dann Trainer bei Bayern München.

00:10:54: Und das hat die Situation natürlich völlig verändert, weil ein junger Spieler natürlich immer gerne mit einem Trainer zusammenarbeitet.

00:11:01: Den er kennt und der ihn schätzt und wo er weiß dass er das seine Einsatzzeiten kriegt.

00:11:06: Diese Gelegenheit hat dann der Bayern-Manager Robert Schwahn genutzt.

00:11:09: Er hat die Familie Hönes angerufen und gesagt ich würde auch mal zum Kaffee vorbeikommen.

00:11:16: Kaum war Udo Lattig bei Bayern Münchner hat auch Herr Robert Schwann schon bei mir zu Hause angerufen Und ich kann mich nur entsinnen, meine Eltern und ich.

00:11:29: Wir hatten fest... Der kam dann eines Abends irgendwann um sieben oder so.

00:11:34: Und wir hatten fest uns vorgenommen auf gar keinen Fall am ersten Abend da so eine Zusage zu machen.

00:11:40: Und er war dann da und nach zwei Stunden hat er zu meiner Mutter gesagt, haben Sie eine Schreibmaschine hier?

00:11:47: Ja, eine Schrebmaschine haben wir schon!

00:11:50: Dann hat er mal so eine Vereinbarung diktiert Bis der Teufel will, ich habe die mit den Eltern zusammen.

00:11:56: damals noch nicht achtzehn.

00:11:58: Da hab' ich die

00:11:59: unterschrieben.".

00:12:00: Tja und genau deshalb kommt es so dass sich Hönes halt spontan nochmal umentscheidet... ...und er wechselt eben zum FC Bayern und nicht zu achtzehnt sechzig!

00:12:08: Ja das war mit Sicherheit keine schlechte Entscheidung denn bei den Löwen läuft's dann obwohl die deutsche Meisterschaft erst zwei Jahre her ist oder so überhaupt nicht mehr.

00:12:17: so gut Die verschleißen allen Trainer nach dem anderen, ihre Schulden steigen.

00:12:21: Sie müssen gutes Spieler abgeben vor allem gute Stürmer die auch mal Tore schießen.

00:12:25: und neunzehntelsebzig steigt sechzig dann auch Ab in die zweite Liga.

00:12:29: Ja und Hönes kann sich so richtig freuen dass er die Schreibmaschine zuhause hatte.

00:12:33: Er ist jetzt bei den Bayern Und die Mannschaft ist so richtig erfolgreich!

00:12:37: Neunzentvierundsiebtig gewinnen sie den Europapokal der Landesmeister also was heutzutage Champions League heißt Das Finale gegen Atlético Madrid gewinnt sie sogar vier zu null und Hönes schießt dabei zwei der Tore.

00:12:48: Und ein Jahr später stehen die Bayern wieder im Finale, diesmal gegen Liz United.

00:12:52: Aber bei diesem Spiel passiert es dann das sich Hönis am rechten Knie verletzt.

00:12:57: Diagnose Außenminiskurs riss – und das hat zur Folge dass er mehrmals operiert werden muss!

00:13:10: Also war klar, meine Karriere geht nicht bis zu fünfunddreißig.

00:13:14: Das war richtig Raubbau eigentlich den Sie betrieben haben an Ihrem Körper oder?

00:13:19: Das war einfach ... Damals waren die Medizin nicht ... Wenn ich dieselbe Verletzung heute hatte würden die alle lachen.

00:13:24: Der damals lacht keiner dafür wird behandelt und behandelt aber eben nicht optimal.

00:13:30: Hönes kann ein halbes Jahr nicht spielen und sein Knie ist nie wieder so richtig fit wie vorher.

00:13:35: also wechselt er nochmal in den Verein und geht zum ersten FC Nürnberg.

00:13:39: Aber auch da ist er immer noch nicht fit.

00:13:40: Er hat kaum Einsatzzeiten, er kann nicht spielen und irgendwann fragt er sich wie soll es jetzt weitergehen mit meiner Karriere?

00:13:47: Und genau in diesem Moment klingelt das Telefon bei ihm.

00:13:50: Am Apparat ist Wilhelm Neudecker der damalige Präsident des FC Bayern.

00:13:54: Und Neudeckern fragt Hoeneß ob er sich nicht vorstellen könnte Manager zu werden.

00:13:59: Dann habe ich gesagt dann muss ich mir bis morgen überlegen.

00:14:01: hab ich den diesen Tasnati angerufen der mich vor der Operation gewarnt hat?

00:14:06: Ich habe gesagt, was meinst du?

00:14:07: Wie lange hält man einen Kniener und sagt ja.

00:14:09: Wenn sie später spazieren gehen wollen, chocken wollen oder so weiter, dann nehmen wir lang!

00:14:14: Und danach habe ich den nächsten Tag

00:14:15: zugesagt.".

00:14:20: Und so wird Hoeneß also neunzehnneunzebzig Manager beim FC Bayern München.

00:14:25: Er ist gerade mal siebenundzwanzig – und damit der jüngste Manager in der Geschichte der Fußball-Bundesliga.

00:14:30: Und die Löwen…was machen die?

00:14:32: Die sind für Hoeneiß damals unendlich weit weg.

00:14:36: Ich habe ja einen ganz großen Büroungspunkt mit der ersten Phase, und dann hat das eigentlich nicht mehr stattgefunden.

00:14:47: In dem Maße, wie der FC Bayern nach oben gegangen ist ... Wir waren ja dann auf den Siebzehnten Europapokasien, auf dem Siebzig-Sächs- und derzeit hatte er in der Zeit nicht mehr Stadt gefunden aus meiner

00:14:58: Wahrnehmung.".

00:14:59: Hönes hat schon recht – in den siebziger Jahren läuft es bei den Löwen äußerst mäßig!

00:15:04: Und sie schaffen es tatsächlich erst in die erste Liga aufzusteigen.

00:15:09: Ja,

00:15:09: ganz genau!

00:15:10: Das ist natürlich super.

00:15:11: aber der Präsident des Vereins das war damals Erich Riedl und er macht einen Fehler.

00:15:16: Er kauft nämlich fast keine neuen Spieler dazu und hat damit ein Kader mit dem die Löwen in der ersten Liga nicht viel ausrichten können.

00:15:23: Deshalb steigen Sie auch prompt sofort wieder ab.

00:15:27: Stimmt, aber dieses eine Jahr in der Bundesliga war ja trotzdem total wichtig für Sechzig Weil man in der ersten Liga als Verein halt einfach viel mehr Geld verdient, was dazu führt dass sie auf einen Schlag alle ihre Schulden wieder zurückzahlen können.

00:15:40: Und die meisten Fans glauben zu der Zeit auch noch dran das diese paar Jahre in der zweiten Liga nur eine Durststrecke sind und das sechzig früher oder später wieder ganz oben sein wird – in der deutschen Spitze

00:15:51: Wie man sich täuschen kann.

00:15:56: Aber zurück zur Hönis.

00:15:57: Der ist ja jetzt beim FC Bayern im Management Und Hönes findet sich sehr schnell in diese neue Rolle rein Auch oder gerade weil er ja mit neun Jahren Berufserfahrung als Profifußballer das ganze Geschäft eigentlich schon kennt.

00:16:10: Ja, und was er aber auch vorfindet sind Schulden.

00:16:13: Da kann man sich heutzutage nicht mehr vorstellen dass der FC Bayern Schulden hat... ...aber damals hatte er welche?

00:16:19: Sieben Millionen Mark!

00:16:20: Und es war ziemlich viel damals für den Fußballverein.

00:16:24: Und Geld verdienen die Bayern eigentlich vor allem mit dem Ticketverkauf für ihre Spiele im Olympiastadion.

00:16:29: Also das ist so die Einnahmestruktur wie heutzutage bei einem Kreisligisten.

00:16:33: Da gab es keine Telekom auf den Trikot, da gab's keine zig Millionen vom Fernsehen sondern da waren die Zuschauereinnahmen irre wichtig und in Zoffern war es natürlich wichtig dass du da möglichst viel einnimmst.

00:16:48: Die Zuschauernamen sind irre wichtig, aber Hönes fällt etwas auf.

00:16:51: Nämlich wenn das Wetter nicht gut ist, wenn es regnet oder schneit dann bleiben die Fans zu Hause und der Verein macht kein Geld.

00:16:59: Und da habe ich gesagt, dass musst du ändern!

00:17:02: Das kann nicht sein, dass der Verein immer davon abhängt.

00:17:04: Wenn's regt, wenn's steckt.

00:17:05: wir haben wir vor siebentausend Zuschauern gegen Mainz Pokal gespielt Kurz vor Weihnachten bei zwölf Gramm.

00:17:11: Also wirklich aus dem Motiv heraus den Verein Wetterfest zu machen eigentlich?

00:17:15: Ja, ja oder Pecki vom Wetter und von Capriol dieses Leben eben so bringt.

00:17:19: Hönes sucht also nach anderen Geldquellen!

00:17:21: Und wo findet er sie?

00:17:23: Im Merchandising.

00:17:24: damals werden beim FC Bayern nur ein paar Schalswimpel und vielleicht ein paar Postkarten verkauft aber alles nur in der Poststelle beim Verein.

00:17:31: es gibt noch kein Fanshop oder so wie man's heute kennt.

00:17:34: Aber Hönes schaut sich die Konkurrenz an, und zwar eigentlich international.

00:17:39: Dann bin ich dann als ... dann mal nach San Francisco geflogen zu den Forty Niners.

00:17:44: Ich hab mir das Merchandising und Marketing angeschaut.

00:17:49: Da bin ich nach New York geflogen, Fancy Verhandlungen mitgehört.

00:17:53: Mein Lieblingsverein damals war Manchester United.

00:17:56: Die waren ja ganz stark im Merchandaising und so.

00:17:58: Die hatten ja damals schon Riesenladen da, da bin ich hingeflogen.

00:18:03: Ja, und da habe ich überall Learning by Doing.

00:18:06: Habe ich alles abgeguckt?

00:18:09: Also das eine ist dass sich Höhenes Merchandising-mäßig unheimlich viel abschaut bei der Konkurrenz... ...bei der internationalen Konkurrence.

00:18:17: Das andere ist aber auch, dass er selbst auf neue Vermarktungsideen kommt Auf Ideen die heute selbstverständlich sind Die aber damals völlig ja visionär waren.

00:18:28: Wir sind mit dem Bus doch Deutschland gefahren.

00:18:31: Heute fährt jeder Verein mit seinem Bus durch Deutschland.

00:18:33: Haben die gesagt, das ist verrückt was es kostet?

00:18:35: Dann krieg ich sie beste Werbung wenn unser Bus irgendwo steht an der Tankstelle und so weiter.

00:18:41: Und die Spiele in Lederhosen aussteigen?

00:18:43: Das

00:18:44: war auch selbst... In Düsseldorf war das mal.

00:18:47: Alle im Lederhaus.

00:18:49: Ich mit meinen Aktenkopf auf dem Leder-Hos.

00:18:51: Es war natürlich lustig.

00:18:52: oder in Kaisersland haben wir mal mit den brasilianischen Trikots gespielt.

00:18:58: Hellblaue Hosen und gelbes Trikot!

00:19:02: Du musst Gag machen, auf deine Marke.

00:19:07: Die Marke Bayern München musst du immer im Vordergrund

00:19:11: stehen.".

00:19:11: Hönes macht nicht nur Gags, er konzentriert sich auch darauf, lukrative Sponsorenverträge an Land zu ziehen – auch für die Trikots!

00:19:31: Und dann Opel.

00:19:33: Das hat sich dann immer gesteigert, ja?

00:19:35: Adidas war zuerst auf drehunderttausend, dann Magiro sevenhundfünfzigtausenden, dann Opels viererhalb Millionen und dann ging es los, dann viererhalte ein weiter später zehn und dann die Telekom fünfzehnzwanzig und so.

00:19:51: Man fragt sich ja warum Hönes diese Zahlen alle noch so detailliert kennt nach all den Jahren.

00:19:55: aber zusätzlich kommt damals noch weiteres Geld über die rechte Vermarktung rein.

00:20:00: Dazu muss man wissen, dass damals als höhnes Ende der Siebziger als Manager angefangen hat.

00:20:04: Da gab es noch eine Zentralvermarktung in der Bundesliga.

00:20:07: Das bedeutet, eine Firma hat Bandenwerbung gebucht aber jetzt nicht explizit beim FC Bayern sondern für alle Stadien gleichzeitig.

00:20:15: Dieses Geld wurde gleichmäßig auf alle Vereine aufgeteilt.

00:20:19: Das kann man jetzt entweder solidarisch finden oder auch unfair.

00:20:22: Und Uli Hoeneß fand es definitiv unfair, der hat gesagt das macht doch überhaupt keinen Sinn für uns.

00:20:26: Das werden wir in Zukunft anders machen.

00:20:31: Die habe ich als erstes abgeschafft!

00:20:32: Das war die Bantereklamme, DSR?

00:20:36: Ja, die haben wir ja.

00:20:38: Die hab' ich sofort gekündigt.

00:20:39: Uli Hönes sorgt also dafür dass der FC Bayern Eighty-Sieg aus dieser Zentralvermarktung aussteigt.

00:20:45: Aus seiner Sicht ist das ja auch völlig verständlich Denn wenn vor allem die Bayern gut sind und wenn vor einem die Bayern beliebt sind, wieso sollten davon andere Vereine auch was haben?

00:20:55: Egoistisch möglicherweise.

00:20:57: Aber es sind natürlich genau solche Entscheidungen, die dann letztlich und Jahrzehnte später dazu führen dass der FC Bayern in seiner ganz eigenen Liga spielt

00:21:06: Ja und das die Bayern heutzutage als abgehoben gelten Als Geldsackverein den es immer v.a.

00:21:11: um die Kohle geht.

00:21:12: Also was sich zweifelsfrei sagen lässt, ist der FC Bayern erfindet unter Hönes die Fresskette im deutschen Fußball und setzt sich so gleich an die Spitze.

00:21:21: Aber Hönes nervt das natürlich auch und deswegen hat er im Interview immer wieder gesagt, dass der Klub sehr hart für sein Geld gearbeitet hat.

00:21:29: Ich wehr mich immer, wenn es einmal heißt, der reiche FC Bayern.

00:21:32: Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal in Lotto gewonnen haben oder eine Erbtante aus Amerika gehabt haben.

00:21:40: Eine Erbtantie hat's nicht gegeben aber ein bisschen Glück!

00:21:43: haben die Bayern schon gehabt.

00:21:46: Ja, wobei da muss man fair sein – weil dieses Glück hatte auch den Stadion, das anlässig der olympischen Spiele von hierher errichtet wird.

00:21:56: Das bekommen die Bayern und sechzig quasi geschenkt, weil die Stadt München dreihundert Millionen Mark investiert um ein top modernes Leichtathletikstadion hochzuziehen.

00:22:05: Und das wurde nach den Spielen die neue Heimat vom FC Bayern.

00:22:09: Jetzt ist allerdings das Problem.

00:22:10: Sechzig konnte das gar nicht so wirklich nutzen, es war viel zu groß die konnten es gar nicht mit Zuschauern füllen wie's der FC Bayern konnte.

00:22:16: und so hat sich dann wegen des Stadions das eigentlich beide geschenkt bekommen haben der Abstand zwischen den Clubs noch mal zusätzlich vergrößert.

00:22:24: Naja und dieses Stadion das war State of the Art muss man echt sagen.

00:22:28: also es hatte knapp achtzigtausend Sitz- und Stehplätze dazu eine Rasenheizung dies zu diesem Zeitpunkt in Deutschland nirgendwo sonst gab und ein VIP Bereich Alles teil überdacht.

00:22:39: Also das Wetterproblem hatte sich zumindest teilweise auch erledigt, dass Ueli Hoeneß mal umgetrieben hat und so konnte der FC Bayern halt mit Eintrittskarten ganz gutes Geld verdienen.

00:22:50: Und dieses Geld – auch das kam damals als neue Strategie auf beim FC Bayern – hat den FC Bayern dann sehr gerne in die besten Spieler der anderen Clubs investiert!

00:23:00: Also das ist ja eine Strategie, die sieht man auch heutzutage noch.

00:23:02: Macht der FC Bayern sehr gerne sobald er merkt, da gibt es einen neuen Gegner in der Liga, der könnte gefährlich werden dann kaufe ich ihm einfach den besten Abwehrspieler dem Besten Stürmer ab.

00:23:12: Naja und dafür wird der FC Bayern schon damals heftig kritisiert?

00:23:15: Ja zum Beispiel holen sie Andreas Brehme für zwei Millionen Mark aus Kaiserslautern, Lothar Matthäus für zweieinhalb Millionen Mark Olaf Thun von Schalke für dreieinhalte Millionen Mark Und das alles zahlt sich aus!

00:23:27: Die Bayern werden Deutscher Meister Und damit sind sie natürlich nicht nur der erfolgreichste Club in Deutschland, sondern auch die unumstrittene sportliche Nummer eins in München.

00:23:47: Genau und in dieser Zeit schafft Hönes eben Strukturen im Verein, die eigentlich nur auf eine einzige Person zugeschnitten sind – nämlich auf ihn selbst!

00:23:55: Alles wirklich alles läuft über seinen Tisch.

00:23:58: Er selbst sieht sich natürlich eher als liebevollen Patriarchen Als einen, der sich um alle seine Mitarbeiter und Spieler kümmert als wären sie Teil seiner Familie.

00:24:05: Das hat ja mit meinem Charakter zu tun.

00:24:07: Ich bin ein total familiärer Mensch.

00:24:09: das gilt für die Familie, das gilt auch für meine Firma, die ich jetzt an die Kinder übergeben habe.

00:24:14: aber da wird es genauso gelebt.

00:24:17: und so sehe ich Bayern München.

00:24:20: Ich glaube dass Sie Spieler erkannt haben und oft ist es auch so wenn Sie mal verletzt waren wie der Freund sich dann verhalten

00:24:27: hat.

00:24:28: Was jedenfalls auffällt beim FC Bayern ist, dass er sehr langfristig plant und das ja immer wieder auch ehemalige Topspieler ins Management oder in die Clubführung integriert.

00:24:38: Die prominentesten Beispiele sind sicher Hönes, Beckenbauer und Rummenigge aber auch in der Gegenwart wird Oliver Kahn gerade herangeführt.

00:24:44: Ja und bei Achtzehnundsechzig ist es ganz anders!

00:24:47: Die Meistermannschaft von Sechsundsechszig wird nach ihren Erfolgen zum Beispiel null im Verein einbezogen, die übernehmen alle keine Jobs im Vorstand oder in der Geschäftsführung kann natürlich sein, dass sie einfach auch nicht so geeignet waren für diese Position wie zum Beispiel ein Uli Hoeneß.

00:25:04: Letztlich erfindet Hoeniss das heute legendäre Mia San Mia der Bayern.

00:25:08: Familiere Strukturen?

00:25:09: Aber knallhartes Geschäft!

00:25:11: Und genau so baut Hoenis ein funktionierendes Imperium auf mit ihm im Zentrum und letztlich hat er den Verein so gestaltet, wie er heute noch vorzufinden ist.

00:25:21: Genau und zwar in neun Jahren als Spieler, in über dreißig Jahren als Manager Dann einige Jahre lang als Präsident, unterbrochen natürlich von seinem Gefängnisaufenthalt wegen Steuerhinterziehung.

00:25:34: Heute ist er noch Mitglied im Aufsichtsrat und

00:25:36: Ehrenpräsident.".

00:25:39: Und genau deshalb hat er halt auch diese Aura eines Patriarchen – auch heute noch!

00:25:43: Das haben wir auch beim Interview gemerkt.

00:25:54: Wobei man einzig vergessen darf… nicht alleine beim FC Bayern.

00:25:59: Er stößt die Dinge nicht alleine an, treibt sie voran aber nach außen wirkt es halt oft so dass er die zentrale Person ist die hinter dem ganzen wirtschaftlichen und sportlichen Erfolg steht.

00:26:08: Aber auch das ist kein Zufall sondern völlig bewusst weil Hönes damals maßgeblich auch die sogenannte Abteilung Attacke gründet, was ja letztlich nichts anderes bedeutete als dass er sich samstags ins aktuelle Sportstudio gesetzt hat und dann gegen die Fußballkonkurrenz und ganz besonders gerne gegen Christoph Daum gewettert hat.

00:26:25: Und so dann halt auch viel Hass auf sich gezogen hat von ganz Fußball Deutschland.

00:26:29: und letztlich hat das dazu geführt, dass er diesen Hass eben weggeleitet hat von der Mannschaft, den Spielern und vom Trainer.

00:26:37: So, jetzt haben wir dafür dass wir eigentlich eine Audio-Doku über eighteenhundertsechzig machen irgendwie ziemlich lange über die Bayern geredet.

00:26:43: Ja das stimmt!

00:26:44: Wir haben ja ehrlich gesagt ziemlich lang überall die Heldentaten von Uli Hoeneß gerede.

00:26:49: Aber gut diese Sachen ihr damals angeschoben hat sie sind halt wirklich wichtig um zu verstehen wieso die beiden Vereine heute so unterschiedlich dastehen?

00:26:57: Genau den.

00:26:57: Fußball ist heute natürlich einfach ein riesen Geschäft und Uli Hönes hat damals schon die finanziellen Grundlagen dafür geschaffen und die Strukturen geschaffen, dass die Bayern heutzutage genug Geld haben damit sie in diesem Weltfußball mithalten können.

00:27:10: Ja und was vielleicht noch wichtiger ist man merkt halt wenn man sich mit dieser Zeit beschäftigt sehr deutlich das Hünnes also einen gewissen sehr sehr gut ausgeprägten Geschäftsinn hat und den er dann halt später erst perfektioniert.

00:27:23: Und beim Thema Geschäftssinn sieht es bei sechzig auch zur damaligen zeit schon sehr viel anders aus.

00:27:29: Überhaupt keine Professionalisierung, sie haben auch keinen Patriarchen wie Hönes.

00:27:33: Der irgendwie in der Lage wäre diesen Verein moderner oder erfolgreicher zu machen.

00:27:38: Kleine Präzisierung, Patriarche gibt es schon?

00:27:40: Nur sind die halt Barzen-Sechtsig nicht so wirklich erfolgreich!

00:27:43: Gut das stimmt natürlich.

00:27:45: also zum Beispiel Erich Riedl, der war ja in den Siebzigern lange Präsident bei Sechzig aber der ist natürlich kein ehemaliger Fußballprofi wie Hönes sondern ein Politiker von der CSU.

00:27:56: Der stellvertretende CSU-Vorsitzende von München war das, um genau zu sein.

00:28:00: Damit bringt er jetzt nicht so wirklich die relevanten Skills mit, um ein Fußballverein zu führen und Uli Hoeneß sieht es selbstverständlich genauso.

00:28:08: Ich hatte auch als ich Präsident war immer Kontakt zu dem einen oder anderen Präsidentem.

00:28:14: bei Sechzig haben wir uns zwar heimlich getroffen wenn unsere Fans das nicht so gerne gesehen hätten.

00:28:19: Ich muss ehrlich sagen, ich habe mit Riedl immer immer Respektvolles miteinander gehabt.

00:28:26: Aber ich bin immer skeptisch, wenn Politiker solche Ämter ausführen.

00:28:32: Weil die nicht unbedingt das machen, sondern weil sie wiedergewählt werden wollen und es

00:28:39: halblich... Mit höheren Antrittspreisen wird mich unbedingt gewählt!

00:28:42: Und ich bin eher einer der, dafür ist das in der Führungsposition Fußball liebhaber sind.

00:28:50: Denn die machen dann bei den schwierigsten Situationen auch die richtigen Entscheidungen.

00:28:55: Okay, jetzt muss man natürlich sagen Uli Hoeneß ist wenn es um sechzig Präsidenten geht sicherlich nicht der objektivste Gesprächspartner den man sich aussuchen kann.

00:29:03: Aber diese Einschätzung über Erich Riedl die teilen auf jeden Fall auch viele andere sogar Christian Ude der ja später als Oberbürgermeister auch bei Sechzig mit gemischt hat also auch als Politiker im Fußballgeschäft war aber halt im Aufsichtsrat im kontrollierenden Organ und nicht als Präsident

00:29:21: wird das halt immer schlecht.

00:29:22: Da bin ich vielleicht auch ein Beispiel dafür.

00:29:25: Wenn sich Politiker, die sehr viel Sachverstand haben aber nicht auf Fußballerbischen Gebiet zu sehr ins Fußballerische Planendenken entscheidend hineinmischen der war der Aufgabe nicht gewachsen und so hat das auch akzeptieren können dass es eine unzulängliche Geschäftspolitik war und auch eine fehlende Zeit, um sich richtig so professionell wie die anderen Vereine mit glücklicherer Entscheidungsgewalt in den Gremien

00:30:00: an den Tag legen.

00:30:02: Wie die anderen vereine sagt Ule?

00:30:05: Damit meint er natürlich insbesondere den FC Bayern.

00:30:09: Bestimmt ja!

00:30:10: Und bei Sechzig läuft's mit Riedel ja auch wirklich sehr bescheiden.

00:30:13: Na ja, also so ein paar Erfolge hatte Erich Riedl dann doch.

00:30:17: Wie gesagt, in den Sieben siebzig steigt der Verein mit ihm auf!

00:30:20: Gut aber halt leider einen Jahr später auch wieder ab?

00:30:23: Neun zwartneuen siebzig steigt erverein wieder an die erste Liga auf und das ist ein Riesentriumf.

00:30:28: Und diesmal will Riedel alles richtig machen und investiert kräftig in den Kader.

00:30:33: Aber dabei hat der Verein das Geld dafür eigentlich gar nicht... ...und bald verbietet auch der DFB dem mit vier Millionen markverschuldeten Vereinen neue Spieler zu kaufen.

00:30:42: Riedl macht das dann einfach trotzdem, bloß auf Umwegen.

00:30:45: Er bittet einen Münchner Immobilienmarkler vier Spieler zu kaufen die er dann an die Löwen verleiht mit sechs Prozent Zinsen.

00:30:51: Ja es

00:30:52: ist natürlich ein äußerst kreatives Modell hätte vielleicht für beide Seiten auch funktionieren können.

00:30:58: aber das Problem ist sie investieren falsch.

00:31:00: diese Spieler funktionieren nicht sie liefern nicht das ab was man sich vorgestellt hat und in den Einen Achtzig steigen die Löwend deshalb trotz der neuen Spieler wieder ab Und sie spielen dann auch noch mit einem viel zu teuren Kader in der zweiten Liga.

00:31:30: und spielt dann gegen Mannschaften wie Ampfinger oder Plattling.

00:31:43: Und selbst da läuft es dermaßen schlecht, dass Sechzig einmal sogar fast in die vierte Liga

00:31:48: absteigt.".

00:31:51: Ist das also jetzt schon die ganze Geschichte?

00:31:54: Gut fünfzehn Jahre nachdem die Löwen Deutscher Meister geworden sind spielen sie nur noch in der dritten Liga – und der FC Bayern wird dreimal hintereinander deutscher Meester!

00:32:03: Der FC Bayern überholt also Achtzehnsechzig weil die Sechziger so schlecht organisiert sind und so mies gemanagt

00:32:09: werden?!

00:32:10: Na ja, zum Teil stimmt das natürlich einfach und Uli Hoeneß hakt da sehr gerne drauf rum.

00:32:17: Ich glaube dass man da einfach nicht so gut gearbeitet hat als beim FC Bayern, jetzt muss ich mir schon mal sagen.

00:32:25: Das ist halt der Beweis dafür, dass sie da sind wo sie sind weil Sie eben in der Führung nie eine klare Linie hatten.

00:32:34: immer wieder wurde so ein Flickenteppich daraus aber eine klaren Strategie.

00:32:40: Schauen Sie mal, wie viel Führungskräfte hat der FC Bayern die letzten dreißig vierzehn Jahre gehabt und wie viele hat es Sechzig gehabt?

00:32:47: Ja damit zu zählen ist tatsächlich schwierig.

00:32:49: Denn vor allem nach dem Lizenzentzug herrscht dann bei Sechszig damals völliges Chaos.

00:32:53: Die Managerpräsidenten und Trainer kommen und gehen werden regelmäßig auch abgesägt.

00:32:59: Da ist überhaupt keine Konstanz drin, überhaupt kein langfristiges Konzept Zwischenzeitliches.

00:33:03: zum Beispiel mein ehemaliger Masseur vom FC Bayern Präsident bei Sechzig.

00:33:08: Dann übernimmt ein Bauunternehmer Als Präsident, der fällt aber ständig auf irgendwelche windigen Berater rein und ist am Ende so verzweifelt, dass er eine Million Mark Stadtkapital bietet für irgendjemanden, der dieses Amt als Sechzigpräsident von ihm übernehmen würde.

00:33:23: Aber keiner will dieses Amten

00:33:24: haben.".

00:33:25: Und jeder Funktionär macht irgendwie seine eigenen Verpflichtungen – was natürlich zu einer ziemlich zusammengewürfelten und dann nicht harmonischen Mannschaft führt!

00:33:34: Eine Saison mit vier verschiedenen Trainern ist übrigens auch keine Seltenheit.

00:33:37: Und einmal wird der Trainer sogar mal spontan auf dem Oktoberfest rausgeschmissen.

00:33:42: Ja, das war eine irre Geschichte Prost!

00:33:45: Aber eine Sache hat trotzdem auch in der Zeit bei Sechzig funktioniert – die Fans sind ins Stadion gekommen.

00:33:51: Trotzdem ganzen Chaos und den ganzen Peinlichkeiten und obwohl er vor allem ja mittlerweile in der dritten Liga spielt.

00:33:57: Man kann schon sagen dass damals irgendwie auch dieses Selbstverständnis des leidgeplagten Sechsger-Fans entsteht….

00:34:03: Die Löwen halten ihrem Verein die Treue, egal was ist.

00:34:06: Und das muss sogar Uli Hoeneß zugeben!

00:34:10: Mir gefällt es immer wenn Fans nicht zu einem Verein nur deshalb gehen weil er gerade erfolgreich ist.

00:34:17: Ich liebe Fans die doch dick und dünn zu ihren Vereinen stehen und deswegen habe ich hohen Respekt vor vielen sechziger Fans, die ja nun wirklich in den letzten zehn, zwanzig, dreißig Jahren alle absennt aus dieses Fußball Geschichte miterlebt haben und trotzdem heute noch hier hingehen.

00:34:38: Die Frage wäre, würden unsere Fans die ja nun sehr verwöhnt sind in der dritten Liga, ob die dann auch noch gepilgert werden und dann eine Krügelter Stadium ausverkauft hätten?

00:34:51: Das weiß ich nicht!

00:34:52: Aber das zeugt mir großen Respekt.

00:34:56: Ist das nicht ein Hammer?

00:34:57: Uli Hoeneß hat großen Respekt vor den Sechzig-Fans, dass er das in dieser Deutlichkeit so ausgesprochen hat.

00:35:03: Das hat mich dann schon massiv überrascht muss ich sagen und er hat ja auch indirekt ein bisschen zugegeben hat der gesagt seine eigenen Fans die seien ja schon sehr verwöhnt.

00:35:11: und damit hatte er eigentlich genau den Verdacht den es halt schon immer gibt eigentlich also in der Liga den verdacht gibt, dass halt viele FC Bayern Fans halt ja schon Erfolgsfans sind.

00:35:21: Ja kann man nur sagen wäre nicht so erfolgreich gewesen mit den Bayern hätte jetzt vielleicht bessere Fans.

00:35:27: Er hat auch mal gesagt, für die Scheißstimmung seid ihr doch verantwortlich.

00:35:30: Das ist genau das!

00:35:31: Fans, die keine Stimmung verbreiten, die mag der Höhne es halt nicht.

00:35:34: Na ja gut... Aber jedenfalls diese Zeit in den Siebziger und Achtzigern, die ist schon sehr prägend für beide Vereine.

00:35:41: Aber vorbei ist die gemeinsame Geschichte vom FC Bayern und Aachzehnsechzig damals noch nicht.

00:35:46: Denn in den Neunzigern ging's für die Löwen nochmal ganz nach oben bis in die Bundesliga mit dem unzertrennlichen Duo Werner Lorand und Karl-Heinz Wildmosa In die erste Liga.

00:35:56: und jetzt möchte ich anstimmen.

00:35:59: Jetzt geht's los!

00:36:06: Stimmmächtig war er schon immer, aber diesen Ausschnitt kennen wir auch schon aus der letzten Folge.

00:36:10: Das war natürlich der Trainer Werner Lorand, der da so schön gesungen hat mit den Fans am Münchner Marienplatz ganz oben auf dem Rathausbalkon Und gefeiert haben sie damals den Aufstieg in die Bundesliga.

00:36:22: Da merken auch Uli Hoeneß und der FC Bayern plötzlich, dass mit Loran und Wildmoser bei sechzig Jahr schon wieder ziemlich was los ist.

00:36:30: Also Sie hatten es ja eben von sich aus schon gesagt die Phase wo sie sechzig wieder wahrgenommen haben, die begann ja eigentlich mit Karl-Heinz Wildmosa wenn man so will oder aber auch nicht direkt sondern erst als der dann plötzlich...

00:36:39: Er war auf jeden Fall einer der für den Verein eigentlich gut war muss man schon sagen.

00:36:44: er hat dem Verein wieder einigermaßen nach oben gebracht eindeutig

00:36:49: Laurent und Wildmose zusammen, oder?

00:36:51: Haben sie die auch als du irgendwie wahrgenommen oder war das für Sie eher Wildmoser als Laurent.

00:36:56: Ja ich glaube Trainers sind schon sehr wichtig für Phasen aber es sind ja nicht für die Politik entscheidend und deswegen ist natürlich Wildmosse der Wichtige gewesen wobei in diesem Fall mag das ein bisschen was anderes gewesen sein weil das war schon eine Zusammenarbeit die eher ungewöhnlich war dass ein Präsident mit seinem Trainer quasi mehr Zeit verbracht hat als mit seiner Frau

00:37:20: Mit Wildmosa.

00:37:21: jedenfalls kommt Hönes damals ziemlich gut klar, aber er ist auch etwas skeptisch.

00:37:26: Kein Wunder weil so viel gemeinsam haben die beiden dann ja auch nicht.

00:37:29: also was ihre Biografie betrifft.

00:37:30: Hönis hat sich ja hoch gearbeitet vom Fußballprofi zum Manager und Wildmoser wurde ja zum Fußballmacher obwohl er vorher Münchner wird war.

00:37:38: Also er war quasi fachfremd wie die Politiker die Höns eben auch kritisiert hat.

00:37:43: Ja, und auch sonst muss man sagen haben sie nicht viel gemeinsam.

00:37:45: Also wenn man danach Gemeinsamkeiten sucht dann findet man vielleicht den Bauchumfang.

00:37:50: ja Wildmosa und Blora an jedenfalls das haben wir in der ersten Folge schon erfahren.

00:37:54: die Gewinne ja.

00:37:54: neunzeintneunzig und zwei tausendzwei Derbys nacheinander.

00:37:57: für die Löwen ist es in jedem Fall ein Riesentriumf Und auch wieder ein bisschen identitätsstiftend.

00:38:03: Jedes Derbe egal wann es stattgefahren war.

00:38:06: eine gewisse Prüsenz natürlich klar.

00:38:07: da gab's immer weil weil die Stadt hat schon Das haben wir schon, da hättet es ganz gar nicht gehabt.

00:38:16: Die Stadt München war ja schon weitestgehend blau.

00:38:19: Die Rivalentät habe ich natürlich immer gespürt, solange der Bundesliga später wieder aufgestiegen ist und dann haben wir sie auch wieder ganz später natürlich kennengelernt bei der

00:38:39: Stadiongeschichte.

00:38:40: Ja klar!

00:38:41: Diese Geschichte ist eigentlich der Hauptgrund, wieso wir überhaupt mit Höhenes sprechen wollten.

00:38:46: Aber überraschenderweise spricht er das Stadion mehrfach von selbst an!

00:38:50: Und diese Stadionsgeschichte – das haben wir in der letzten Folge schon besprochen – die beginnt im Jahr zweitausend.

00:38:56: Da haben die Stadt München und natürlich der damalige Oberbürgermeister Christian Ude sich überlegt, wo soll das Eröffnungsspiel für die WM-Sechs denn überhaupt stattfinden?

00:39:07: beworben hatte sich die Stadt ja mit dem Olympia-Stadion.

00:39:10: Dieses Olympia Stadion, das wir vorhin in der Folge noch so richtig gefeiert haben – mit seiner tollen Teilüberdachung und mit seiner modernen Rasenheizung, dass in den siebziger Jahren einfach des Nonplus Ultra war.

00:39:22: aber mittlerweile ist dieses Olympiasstadion halt schon dreißig Jahre alt und dementsprechend ist es schon leicht runtergekommen und entspricht überhaupt nicht mehr der Zeit.

00:39:30: Naja, das Olympia-Stadion wäre in der Form wie es damals stand nicht für im Gericht gewesen.

00:39:36: Aber was war noch Teil der Bewerbung?

00:39:37: Teil der bewerbung aber mit einer klaren Auflage dass es umgebaut werden muss!

00:39:41: Der Geschäftsmann Uli Hoeneß sieht dann natürlich sofort eine riesen Chance.

00:39:47: Klar denn er Hönes war ja immer am Puls der Zeit was die neuesten Trends anging.

00:39:51: und da trifft man jetzt halt genau diesen Zeitpunkt als in Deutschland immer mehr diese neuen Arenen aufkam Wenn man mal denkt, ein Hamburg zum Beispiel oder in Gelsenkirchen.

00:40:00: diese Arena auf Schalke waren beides komplett überdachte Stadien mit großzügigen Logenplätzen und mit denen lässt sich natürlich dann auch viel Geld verdienen.

00:40:09: Und genau so was will Höne es jetzt haben!

00:40:11: Ja und?

00:40:12: Man darf nicht vergessen das Olympiastadion ist leider Gottes halt ein leichter Letikstadion.

00:40:17: Das bedeutet dass außen rum um den Rasen erstmal noch eine Laufbahn ist Und das hat zur Folge, dass die Fans halt sehr weit weg vom Fußballfeld sitzen und so ist das Stadion das Gegenteil von dem Hexenkessel.

00:40:29: So!

00:40:30: Und deswegen stellt sich der Oberbürgermeister Ude die Sache jetzt so vor.

00:40:34: Machen wir doch aus dem Runden-Olympiastadion einfach eine eckige Arena – ne moderne?

00:40:40: Dafür sollen dann der FC Bayern und Sechzig gemeinsam hundert Millionen Mark beisteuern.

00:40:44: Zu dieser Zeit war ja das Olympiastadium natürlich auch die feste Heimat der Löwen muss man dazu sagen weil sie ja wieder in der Bundesliga erfolgreich waren.

00:40:50: Das war also der Plan, eckig statt rund und alle Fans viel näher dran am Spielfeld.

00:40:57: Ja, ekkig statt rund schön und gut aber viele Münchner finden diese Umbaupläne alles andere als gut!

00:41:03: Es läuft damals sogar ein Bürgerbegehren gegen den Umbaubau.

00:41:06: Viele Menschen haben nämlich das Gefühl dass da gerade ein Wahrzeichen der Stadt für den Fußball zerstört wird Und der Fußball will mit dem Stadion ja hauptsächlich mehr Geld verdienen.

00:41:16: Eigentlich war damals ja schon alles beschlossen für den Umbau, aber dann gab es am sechsten Dezember zweitausend also am Nikolaustag doch noch mal eine Stadtratssitzung.

00:41:24: Und weil Christian Ude dachte da könnte ihn nichts mehr überraschen hatte eigentlich überhaupt keine Lust mehr dahin zu gehen.

00:41:30: Wir waren alle sauer dass uns der Bernhard Fricke diese Sitzung eingelockt hat wird die letzte Sitzungen vor Weihnachten noch länger Vielleicht zwei Stunden und es kommt eh nichts raus, der Architekt wird berät schildern dass das eine geniale Lösung ist.

00:41:50: Und stattdessen stellt der Architekt Uwe Kiesler die Frage finden Sie nicht Herr Kollege?

00:41:57: Dass das einfach nix ganzes und nix halbes ist, nix Fisch-undnichts Fleisch.

00:42:02: Dann sagt er klar natürlich Herr Kollege wie das natürlich ja Natürlich sind ich das auch Wenn du da seht, die Stadträte wirklich alle in sich zusammengesagt.

00:42:16: Denn es war ja der ganze Stadtrat übrigens auch die ganze Staatsregierung, die unbedingt wollte dass der Fußball im Olympia-Park, dem Olympiastadium

00:42:24: bleibt.

00:42:27: Diese Geschichte hört sicher jetzt wirklich erstmal sensationell verrückt an!

00:42:30: Da kommt der Architekt in den Stadtrat um zu erklären das er seinen eigenen Entwurf nicht so toll findet.

00:42:37: Aber der Hintergrund war natürlich, dass er eben wusste, das in der Bevölkerung dieser Umbau so nicht gewollt war.

00:42:43: Und dann ist natürlich der ganze Auftrag die ganze Idee von Ude und der Politik in sich zusammengefallen.

00:42:48: Der Ude fand es natürlich furchtbar aber der Uli Hönes war eigentlich ganz froh, dass es so gekommen ist.

00:42:56: Ich habe ja die Modelle gesehen.

00:42:57: auch ein umgebautes Olympiastadion wäre weil er das Dach integriert werden hätte müssen.

00:43:03: Das ist irre teuer wo es ein wunderschönes Architektur ist Kunstwerk ist, es wäre nie ein Fußballstadion gewesen und das wäre nie gut gegangen.

00:43:13: Und Herr Oder hat ja bis zum Schluss darum gekämpft dass der Stadion umgebaut wird und hätte mehrere hundert Millionen dafür ausgegeben bis in der Herr Benisch eines Donnerstagmorgens vor Versammel der Presse mitgeteilt hat, dass das gar nicht geht!

00:43:32: Dann hat er zu mir gesagt so jetzt können Sie Ihr Stadionen bauen.

00:43:36: So, und jetzt ist Uli Hoeneß glücklich.

00:43:38: Jetzt ist nämlich der Weg frei für ein ganz neues Stadion – einen richtigen Hexenkessel!

00:43:43: Aber auch das geht nur mit Karl-Heinz Wildmosa zusammen.

00:43:46: Weil er ja schon bei den Umbauplänen vom Olympiastadion immer mit am Tisch saß, ist er jetzt natürlich auch bei den Plänen für ein komplett neues Stadeon dabei.

00:43:54: Und der Oberbürgermeister Ude, der mischt natürlich auch weiterhin mit.

00:43:58: Denn eins ist ja auch klar, ohne die Stadt München können die Vereine kein Stadionsplanen.

00:44:03: So, und an dieser Stelle beginnt jetzt wirklich unsere Stadion-Geschichte.

00:44:07: Ab jetzt nimmt sie Fahrt auf – die zentrale Geschichte dieser Audiodoku mit dem Oberbürgermeister Christian Ude, dem Löwenschef Wildmosa und dem Bayernmanager Hönes.

00:44:17: Heute sagen nämlich viele Löwenfans und auch viele Menschen, die damals an der Planung und der Umsetzung beteiligt waren, dass dieses ganze Projekt von Anfang an eine ziemlich blöde Idee war also zumindest aus Sicht von Sechzig Dass sich die Löwen damit nämlich finanziell völlig übernommen haben, dass Wildmosa Größen wahnsinnig geworden ist.

00:44:37: Ich glaube das Wort Größen Wahnsinnig haben wir in fast jedem Gespräch gehört, das wir geführt haben und die Sechzig-Fans geben an dem ganzen Stadion Problem natürlich auch Uli Hönes die Schuld.

00:44:47: Ja klar!

00:44:48: Weil er ja als Bayern Manager den Bau der Arena so forciert hat.

00:44:51: aber Hönes sieht das in unserem Interview völlig anders.

00:44:55: Ich meine nach wie vor, ich bekomme immer wieder auf dieses Stadionmacher zurück.

00:45:00: Die große Chance für Sechzig wäre das Stadien gewesen.

00:45:02: Das was die Sechziger heute als ihren Untergang bezeichnen war in Wahrheit ihre allergrößte Chance wenn sie die richtig genutzt haben.

00:45:14: War diese neue Arena also eine riesen Chance?

00:45:18: Die der Verein vertan hat?

00:45:20: oder hat Sie?

00:45:20: den Untergang von

00:45:25: Die Allianz hat mich trotzdem sehr viel von meinem Leben gekostet, wo ich selber schuld bin.

00:46:06: Isabell überdreien und Tristan Lehmann.

00:46:08: Gesamtleitung Feier, Luca Hirschfeldt und Tristan Lehmmann.

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